1. Mit dem Trabi durch Cottbus düsen

Eine unvergessliche Fahrt mit der „Rennpappe“ durch die Cottbusser Innenstadt, das kannst du haben – und zwar im gemieteten Trabi. Im klassischen 601er, als Kübel (Militärvariante) oder im roten Trabant-Cabrio – ein nostalgischer Cottbusser bietet dir eine kleine Trabi-Flotte zur Miete an.

Für die Trabi-Fahrt gibt es gute Gründe. Erstens: Es macht mehr Fun als mit einer Luxuskarosse über die Autobahn. Zweitens: Es ist stilvoller. Und drittens: Es ist umweltverträglicher. Mieten kann man die guten Karossen allerdings nur von April bis Oktober, da sie ohne Airbag und Klimaanlage arbeiten. Sicherheit geht vor!

Trabi Cottbus | Adresse: Merzdorfer Hauptstraße 12, Cottbus | Telefon: +49 173 38 88 970

2. Foto-Tour an der Stadtpromenade

Zu DDR-Zeiten galt sie als eines der schönsten architektonischen Wohnquartiere, doch nach der Wende ließen die neuen Eigentümer ein Stück Architekturgeschichte zerfallen. Und doch lassen sich an der Stadtpromenade immer noch ein paar schicke Motive mit Ostcharme aufnehmen.

Die Stadtpromenade von Cottbus.

Der Hintergrund: Parallel zum historischen Zentrum entstand in den 1960er- und 1970er-Jahren ein modernes Zentrum: die Stadtpromenade.

Hinter dem Block Nummer 12 liegt das Dauerärgernis der Stadt: Seit 13 Jahren ist dort eine große Brachfläche. Weil ihnen schon längst ein neues Einkaufszentrum versprochen worden ist, setzt sich eine Bürgerinitiative für die Neugestaltung der Stadtpromenade ein.

Ein Besuch lohnt sich besonders, wenn du Hobbyfotograf oder Nostalgiker bist. Aber auch so ist sie Zeugnis dafür, wie eine Wohsiedlung zu DDR-Zeiten funktionierte. Eine kleine Hilfe zur Orentierung findest du online.

3. Osteuropa auf dem Cottbuser Filmfest treffen

Ein junger Trap-DJ, der den Sound der Ukraine in den Westen „exportiert“, das heißt, er nimmt Ziegen, Hühner und Ferkel auf. Ein russischer Bauerssohn aus der woronescher Provinz, der in die Großstadt zieht. Und ein Vater, der seinen Sohn im ostukrainischen Minenfeld sucht.

Das Cottbuser Filmfest ist international eines der führenden Festivals des osteuropäischen Films. Es ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch ein Stück Osteuropa-Zeitgeschichte, davon zeugen die Geschichten, die auf der Leinwand laufen. Das knapp 30 Jahre alte Festival findet jährlich Anfang bis Mitte November statt. Ein Highlight ist Kurzfilmnacht am Freitag, an der zehn Filme aus dem postkommunistischen Raum laufen.

Beim Festival ergibt sich für dich die Gelegenheit, das neue Osteuropa kennenzulernen und mit Klischees aufzuräumen. Und nach der Vorstellung hast du vielleicht auch die Chance, mit der Filmcrew durch ein paar Bars zu schlendern – und eventuell kannst du in ein paar Jahren sagen, dass du mit einem Starregisseur das Cottbusser Nachtleben unsicher gemacht hast.

Filmfestival Cottbus | Adresse: Filmvorführungen in der Stadthalle und im Weltspiegel | Öffnungszeiten: Das einwöchige Festival findet jährlich Anfang/Mitte November statt.

4. Bis ins Lausitzer Revier schauen

Es ist der Eiffelturm der Lausitz: Vom Aussichtsturm Merzdorf im Nordosten der Stadt siehst du den ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord, der Anfang 2019 geflutet wurde, bis das Wasser ausging. Bis zu oben musst du 173 Treppenstufen erklimmen, dann bist du auf 31 Metern.

„Ost-See“-Aussichtsturm Merzdorf | Adresse: Aussichtsturm Merzdorf, 03042 Cottbus-Merzdorf

5. Den Tagebau Welzow besuchen

Es dröhnt, die Maschinen laufen auf Hochtouren – vom Tagebau-Aussichtspunkt Welzow-Süd hast du eine gute Aussicht auf den aktiven Tagebau. Es ist möglich, eine Tour mit dem Jeep durch das Privatgelände zu buchen, mehr Informationen gibt es beim Excursio-Besucherzentrum im ehemaligen Bahnhof von Welzow. Dort findest du zahlreiche Informationen rund um den Tagebau.

Besucherzentrum Welzow-Süd im Bahnhof Welzow | Öffnungszeiten November bis März: Dienstag bis Freitag von 10 Uhr bis 15 Uhr, April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag von 10 Uhr bis 17 Uhr

6. Auf der Wilden Möhre abtanzen

Unter Baumkronen und Lichterketten raven einmal im Jahr Studenten, das Wilde-Möhre-Festival ist Kult. Das alternative Kunst- und Musikfestvial findet in einem kleinen Dorf bei Cottbus statt und ist eines dieser kleinen Events mit viel Liebe, von denen es ja so einige in Brandenburg gibt.

Es finden diverse Workshops statt, Umweltverträglichkeit, soziale Verantwortung und einer nachhaltigen Lebensweise. Es wird am See meditiert und es gibt veganes Essen. Das Festival erreichst du in zehn Minuten mit dem Zug vom Hauptbahnhof.

Wilde-Möhre-Festival in Drebkau bei Cottbus | Adresse: Göritz 5, 03116 Drebkau | Öffnungszeiten 2020: 6. August ab 16 Uhr bis 10. August 2020, 12 Uhr

7. Ein Heimspiel im Stadion der Freundschaft besuchen

Die Cottbusser Ultras sind gefürchtet, vor allem wenn sie gegen Babelsberg spielen, geht es zur Sache. Aber so lange du nicht in ihrem Block sitzt, kannst du dir in Ruhe ein Heimspiel anschauen.

Das Stadion mit knapp 23.000 Sitzen bietet genug Platz – und eine tolle Atmosphäre. Der Traditionsverein spielte vor wenigen Jahren in der Bundesliga gegen den FC Bayern, jetzt kickt er in der vierten Liga mit Vereinen wie Halberstadt. Dafür sind die Tickets derzeit so günstig wie nie.

Stadion der Freundschaft | Adresse: Am Eliaspark 1

8. Stadtführung auf eigene Faust

Plattenbauten, Gerberhäuser, Ostmoderne und Industriepower, Cottbus bietet Kontraste pur. Eine kleine Orientierungshilfe für deine individuelle Stadtführung findest du auf der Seite der Stadt Cottbus.

Ein guter Startpunkt ist das Elektrizitätswerk am Spreeufer, durch das historische Zentrum läufst du zur Stadtpromenade, dem DDR-Zentrum mit Ostmoderne.

Start: Elektrizitätswerk Cottbus | Adresse: Am Spreeufer 1 | Ziel: Stadtpromenade

Die Wilhelmsmühle und das Elektrizitätswerk.