Frankreich steht still: Der Generalstreik gegen die geplante Rentenreform hat begonnen und den Berufs- und Reiseverkehr lahmgelegt. Bestreikt wird auch der öffentliche Dienst: Das Personal an Schulen, in Krankenhäusern, bei der Müllabfuhr sowie im Pariser Nahverkehr beteiligt sich an dem landesweiten Ausstand. Zumindest im öffentlichen Nahverkehr der französischen Hauptstadt soll der Streik bis zum kommenden Montag fortgesetzt werden.

Auch Mitarbeiter der Bahn und an Flughäfen haben die Arbeit niederlegt. Das führt bereits am Donnerstag zu massiven Einschränkungen im Reiseverkehr– auch für Reisende aus Deutschland, die von oder nach Frankreich reisten. Die Deutsche Bahn hat an allen Streiktagen die Fernzüge zwischen Deutschland und Frankreich gestrichen.

Streik in Frankreich: Welche Rechte haben Bahnpassagiere bei Verspätung oder Ausfall?

Folgende Strecken sind betroffen: 

Aktuelle Deals

  • ICE-/TGV-Züge Paris-Est – Saarbrücken – Mannheim – Frankfurt am Main
  • TGV-Züge Marseille – Straßburg – Mannheim – Frankfurt am Main
  • ICE-/TGV-Züge (München –) Stuttgart – Straßburg – Paris-Est

Das sollten Reisende tun: Die DB bittet darum, sich verstärkt über die Reiseauskunft zu informieren. Sie plant, Kunden zwei Tage vorab (gegen 13 Uhr) tagesaktuell zu den betroffenen Strecken zu informieren.

Diese Möglichkeiten haben Betroffene: Fahrkarten können ab sofort bis einschließlich 11. Dezember 2019 für die gleiche Verbindung kostenfrei auf einen anderen Tag umgebucht werden. Wer für diesen Zeitraum eine gültige Karte gekauft hat, die aber nicht nutzen möchte, kann sie kostenfrei zur Erstattung einreichen. Das Erstattungsformular gibt es hier.

Was ist mit gebuchten DB-Fahrten in Frankreich?

Urlauber, die sich aktuell in Frankreich aufhalten und mit der DB reisen, sollten sich zu einer SNCF-Verkaufsstelle begeben. Die SNCF ist die nationale Eisenbahngesellschaft in Frankeich. Dort sollen die Tickets auf einen anderen Direktzug derselben Verbindung nach Deutschland kostenfrei umgebucht werden. Zur Erstattung nicht genutzter Fahrkarten sollten sich Kunden direkt an die DB wenden.

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Flug annulliert: Lufthansa bucht kostenlos um

Auch im Flugverkehr müssen Reisende mit Einschränkungen rechnen. Wie die Lufthansa dem reisereporter mitteilte, sind am Donnerstag neun Verbindungen ab Frankfurt ausgefallen. Die Behörden hätten eine 20-prozentige Ausfallquote an allen Streiktagen gefordert, heißt es in einem Statement. Betroffene Passagiere sollen aktiv von der Airline informiert werden. Kurzfristige Änderungen seien möglich.

Wurde der Flug annulliert, bucht Lufthansa kostenlos und in der Regel automatisch auf einen anderen Flug um. Den aktuellen Stand können Fluggäste bei ihrer Buchung online checken und gegebenenfalls die Umbuchung anpassen. Die Änderung vom Gast ist einmal kostenlos. Wer das Flugticket über ein Reisebüro oder einen Veranstalter gekauft hat, sollte sich dort erkundigen. 

Flug mit einer ausländischen Airline gebucht – was nun?

Was aber, wenn das Ticket bei einer ausländischen Airline gebucht wurde? Unter anderem fliegen Air France und Easyjet von und nach Frankreich. Erstere bietet auch kostenlose Umbuchungen für Tickets an, die am oder vor dem 29. November für einen Flug innerhalb Frankreichs oder Europas zwischen dem 5. und dem 7. Dezember gekauft wurden, und das zu einem beliebigen Zeitpunkt bis zum 15. Dezember 2019. Wie bei der Lufthansa funktioniert das online oder aber gegebenenfalls über das Reisebüro. 

Wer den Flug auf einen späteren Zeitpunkt als den 15. Dezember 2019 verschieben will, ein anderes Ziel oder einen anderen Abflugort auswählen möchte, hat Anspruch auf einen nicht erstattbaren Gutschein mit einer Gültigkeit von einem Jahr für jeden Flug, der von Air France oder KLM durchgeführt wird. Das gilt auch bei Stornierungen. 

Werden Passagiere streikbedingt von der Airline entschädigt?

Stichwort Stornierung: Nach EU-Fluggastrechteverordnung sind die in jedem Fall kostenlos. Auf eine Entschädigung können Betroffene jedoch nicht hoffen. Streiks gelten als außergewöhnlicher Umstand, weshalb Airlines von der Entschädigungspflicht befreit sind. Allerdings können Passagiere den Ticketpreis zurückfordern, wenn der Flug ausfällt oder sich um mehr als fünf Stunden verspätet.

Außerdem steht Fluggästen die Bezahlung einer Unterkunft sowie unter Umständen eine kostenfreie Verpflegung zu. Mehr findest du in unserem großen reisereporter-Überblick zu Streiks.