Essbare Becher – kennst du vielleicht an Ostern, wenn Omi mal wieder Eierlikör und Schokobecher aus der Schrankwand holt. Ein ganz ähnliches Konzept kommt nun von der Fluggesellschaft Air New Zealand. Mit den essbaren Kaffeebechern hast du was zu naschen und die Airline (voraussichtlich) weniger Abfall.

Nach eigenen Angaben gibt die Airline jährlich mehr als acht Millionen Trinkbecher auf Flügen aus. Zum großen Teil würden die bereits aus kompostierbaren Inhaltsstoffen wie Mais und Pappe bestehen. Um die eigene Klimabilanz aufzubessern, sollen die nun durch Weizenmehl, Zucker, Eier und Vanille ersetzt werden.

Zusammen ergeben die Zutaten den aus Keksteig geformten Becher. Geschmacklich soll er Biscottis ähneln, einer beliebten Beilage zu Kaffee. Auch als Dessertschalen soll das Gebäck zum Einsatz kommen, allerdings erst mal nur probeweise.

Essbare Kaffeebecher von Air New Zealand sollen wie Kekse schmecken

Wegen der Eier müssen Veganer auf die essbaren Becher verzichten. Bei Twitter hakten User deshalb nach. Dort antwortete die Airline, dass der Hersteller „Twiice“ derzeit keine vegane Version anbiete. Die neuseeländische Firma produziert neben den Keksbechern nur noch Varianten aus Schokolade und ohne Gluten.

Für Kaffeegenießer stellt sich dann noch die Frage, ob der Becher nicht aufweicht und dann undicht wird. Wie die Airline und „Twiice“ versichern, bleibt das heiße Getränk in dem Behältnis, ohne dass der Keksbecher matschig wird. Der Biscotti-Becher soll bis zum letzten Tropfen knusprig bleiben.

Recycelbare Alternativen auf Flügen: Was tun Airlines fürs Klima?

Wie viel die Airline tatsächlich dadurch an Müll einspart, hat der reisereporter nachgefragt. Eine Antwort steht aus. Bei der australischen Airline Qantas, die bereits einen plastikfreien Testflug durchführte, sollen es beim kompletten Verzicht 34 Kilogramm pro Flug sein.

Im Netz sind die Reaktionen gemischt: Viele kritisieren den Vorstoß der Airline. Hannah Smith schreibt: „Wie wäre es, wenn ihr was tun würdet, was tatsächlich einen großen Einfluss hat, wie beispielsweise Plastik an Bord zu reduzieren oder zu verbannen“, und sie weist auf die Trinkbecher für Wasser hin. Diese seien recycelbar, entgegnete die Airline.

Für andere wie Keith Farnish rückt die ganze Diskussion sowieso in den Hintergrund, da es eine Airline sei, die „tonnenweise Treibstoff“ verbrenne. Und tatsächlich versuchen diverse Fluggesellschaften, ihre CO2-Emissionen entweder mit Kompensation oder durch weniger Plastikverbrauch zu reduzieren.

Zuletzt kündigte Easyjet an, den CO2-Ausstoß aller Flüge automatisch zu kompensieren. Bislang können Passagiere das auf freiwilliger Basis bei der Buchung tun. Neben Qantas testete auch schon Etihad den Zero-Waste-Flug.