Nur wenige Länder sind so berühmt für ihre Mythen und Legenden wie Irland. Das gilt auch für die Schutzheiligen; der bekannteste ist wohl Saint Patrick. Für die Iren nicht weniger wichtig ist Saint Brigid. In der keltischen Mythologie wird sie – unter anderem – als Herrscherin über das Feuer und als Schutzgöttin der Schmiede, Heiler und Dichter verehrt, ist zudem Beschützerin von Familien, Frauen und Säuglingen.

Im christlichen Kontext geht Saint Brigid auf die 451 geborene spätere Nonne und Klostergründerin Brigida von Kildare zurück. Ihr sagt man nach, Tiere wundersam geheilt zu haben. Bei den Christen gilt sie als Schutzheilige des Viehs – aber obendrein, da sind sich beide Seiten einig, als Beschützerin der Kinder und Wöchnerinnen.

Saint Brigid's Day ist am 1. Februar

Am 1. Februar begehen die Iren den Saint Brigid’s Day. Fester Bestandteil ist dabei das Saint Brigid’s Cross oder auch Brigidakreuz, das auf den ersten Blick an eine Art Strohstern erinnert. Der Legende nach soll Brigida ein sterbendes heidnisches Stammesoberhaupt bekehrt haben, indem sie ihm, begleitet von tröstenden Worten, aus auf dem Boden liegenden Gräsern und Halmen ein solches Kreuz bastelte. Heute hängt ein solches Kreuz in vielen irischen Häusern gern über der Tür. Es gilt als Schutz vor bösen Geistern und vor Feuer.

Wer ein Saint Brigid’s Cross traditionell herstellen will, verwendet die Stängel von Binsengewächsen. Mindestens zwölf bis 16 davon werden nach genauer Anleitung kunstvoll über Kreuz verwoben, bis das drei- oder vierarmige Geflecht entsteht. An Brigidas Ehrentag wird es im Gottesdienst gesegnet, erst dann darf es den geistlich gestützten Feuerschutz übernehmen. Manche Iren gehen auf Nummer sicher und hängen jedes Jahr ein neues Brigidakreuz auf – das alte wird am 1. Februar verbrannt, um die Flammen wirklich fernzuhalten. Warum nicht – Rauchmelder werden auch einmal im Jahr gewartet.