Generalstreik in Frankreich: Zug- und Flugausfälle auch am Wochenende

Streik in Frankreich bringt Chaos für Reisende

Frankreich steht still: Mehrere Gewerkschaften sind in den landesweiten Streik getreten und haben damit die Infrastruktur lahm gelegt. Das hat Auswirkungen auf den Reiseverkehr. Was Urlauber jetzt wissen müssen.

Anzeigetafel am Flughafen.
Der Generalstreik in Frankreich wird für Verspätungen und Ausfälle im Flug- im und Zugverkehr sorgen. (Symbolbild)

Foto: imago images/Patrick Scheiber

Aus Protest gegen die geplante Rentenreform der Regierung sind mehrere Gewerkschaften in Frankreich in den Ausstand getreten. Das öffentliche Leben ist seit dem ersten Streiktag am Donnerstag lahmgelegt. Über das ganze Wochenende ist deshalb mit Einschränkungen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr zu rechnen. Teilweise soll der Ausstand bis zum Montag, den 9. Dezember, anhalten.

In den Großstädten herrschte am Donnerstag eine ungewohnte Stille, in Paris wurden zwei Wahrzeichen der Hauptstadt geschlossen: Der Eiffelturm und der Louvre. Nach Angaben des Innenministers gingen 800.000 Menschen gegen die Rentenreform auf die Straße, teilweise kam es zu Ausschreitungen.

Video: Generalstreik in Frankreich sorgt für Stillstand – deutsche Reisende betroffen

 

Generalstreik in Frankreich legt Reiseverkehr lahm

Bei Flügen und Zügen von und nach Frankreich muss mit Verspätungen und Ausfällen gerechnet werden, da unter anderem die Fluglotsen mindestens bis zum 7. Dezember ihre Arbeit niederlegen wollen. Lange Wartezeiten an französischen Flughäfen sind zu erwarten. Auch der öffentliche Nahverkehr ist von den Streiks betroffen.

Air France strich am Donnerstag 30 Prozent der Inlandsflüge und fast zehn Prozent der Mittelstreckenflüge. Die Zivile Luftfahrtbehörde forderte Fluggesellschaften auf, das Flugangebot an den Streiktagen um 20 Prozent zu reduzieren. Auch in den kommenden Tagen will Air France mehr als 90 Prozent der Langstreckenflüge, 85 Prozent der Mittelstreckenflüge und 70 Prozent der Inlandsflüge stattfinden lassen. Dennoch seien kurzfristige Änderungen oder Annullierungen möglich.

Der Flugplan werde jeweils am Vortag entsprechend den Empfehlungen der French Civil Aviation Authority angepasst – Reisende sollten sich daher vorab bei der Airline über den Status ihres Fluges informieren.

Lufthansa: Mehrere Flüge aus Deutschland entfallen

Die Lufthansa, die aus Deutschland mehrere Ziele wie Paris, Nizza und Toulouse anfliegt, informiert Passagiere ebenfallls über Beeinträchtigungen des Flugplans.

Auf Anfrage vom reisereporter teilte Lufthansa mit: „Wegen des Generalstreiks in Frankreich haben die dortigen Behörden gefordert, 20 Prozent der Flüge von und nach Frankreich zu streichen.“ Für Flüge von Frankfurt bedeute das, dass insgesamt neun Verbindungen entfallen müssen (fünfmal Paris-Charles de Gaulle, zweimal Lyon sowie je einmal Toulouse und Marseille).

Fluggäste, die ihre Kontaktdaten hinterlegt haben, würden von Lufthansa aktiv informiert, sollte ihre Flugreise durch den Streik beeinträchtigt werden. Gleichzeitig sei auch bei Überflügen Frankreichs mit Beeinträchtigungen zu rechnen. Das genaue Ausmaß des Streiks sei derzeit aber noch nicht absehbar. 

Lufthansakunden sollten sich unbedingt regelmäßig und direkt vor Reiseantritt über den Status des Fluges zu informieren.

Auch Easyjet von Streik in Frankreich betroffen

Von Berlin fliegt der Billigflieger Easyjet Paris an. Auf Anfrage der französischen „Local“ teilte die Airline am Donnerstag mit, insgesamt 233 Flüge streichen zu müssen. Für Urlauber aus Deutschland bedeute das, dass auch Flüge von und nach Frankreich sowie diejenigen, die im französischen Luftraum fliegen, betroffen sein könnten, informiert Easyjet.

Auch Flüge, die nicht in Frankreich landen, seien möglicherweise davon betroffen, da 65 Prozent der Easyjet-Flüge über den französischen Luftraum durchgeführt werden und sich dadurch verspäten könnten. Auch hier sollen Passagiere den Status ihres Fluges auf dem Easyjet-Flight-Tracker abfragen.

Deutsche Bahn: Verspätungen und Ausfälle drohen

Der Streik wird die internationalen Verbindungen von Thalys und TGV sowie den Fährverkehr beeinflussen. Dem nationalen Bahnbetreiber SNCF zufolge fallen allein 90 Prozent der Schnellzugverbindungen und 70 Prozent der Regionalzüge aus. Die Deutsche Bahn teilte mit, dass auf folgenden Strecken keine Züge fahren:

  • ICE-/TGV-Züge Paris-Est – Saarbrücken – Mannheim – Frankfurt am Main
  • TGV-Züge Marseille – Straßburg – Mannheim – Frankfurt am Main
  • ICE-/TGV-Züge Stuttgart – Straßburg – Paris-Est

Wenn du während des Streiks mit dem Auto in Frankreich unterwegs bist, fahr vosichtig – es kann zu Blockaden auf wichtigen Straßenverbindungen kommen.

Darum streiken die Menschen in Frankreich

Die Ankündigung einer Rentenreform sorgte in Frankreich landesweit für Aufruhr. Noch hat die Regierung nichts beschlossen – das reguläre Eintrittsalter von 62 Jahren soll nicht angefasst werden. Eine Vereinheitlichung des komplizierten und zersplitterten Rentenkassenssystems sowie ein Abbau des aktuellen Defizits von 2,9 Milliarden seien zwei Reformpunkte.

Die Beschäftigten fürchten geringere Pensionsansprüche und längere Lebensarbeitszeiten und damit eine Verschlechterung ihrer Lebensverhältnisse, berichtet das „RND“.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Das könnte dich auch interessieren