Iberia will Gesichtserkennung per App am Flughafen Madrid testen

Gesichts-Scanner-App: Schneller durch die Flughafen-Kontrolle

Könnte schon bald eine neue App den klassischen Reisepass ersetzen? Getestet wird das an einem Flughafen in Madrid. Passagiere müssen bei der Sicherheitskontrolle nur ihr Handy vorzeigen. So funktioniert’s.

Arm und Smartphone in gewohnte Selfie-Position bringen – und schon kann die Flugreise starten. So einfach soll es bei Iberia für Passagiere bald laufen.
Arm und Smartphone in gewohnte Selfie-Position bringen – und schon kann die Flugreise starten. So einfach soll es bei Iberia für Passagiere bald laufen.

Foto: Iberia

Airlines und Flughäfen tüfteln auf verschiedenen Wegen, Reisende schneller und besser ans Ziel zu bringen – seien es neue Boarding-Abläufe wie bei der Lufthansa oder aber innovative 3D-Scanner bei der Gepäckabfertigung. Und auch am Flughafen Madrid-Barajas soll die Technik Zeit und Nerven sparen.

Wer mit der spanischen Billig-Airline Iberia ab Terminal 4 in Richtung Asturien oder Brüssel fliegt, soll testweise anstelle des Reisepasses nur das Handy vorzeigen. Das kündigte die Airline vor gut einer Woche an. Für das Verfahren werden biometrische Daten in einer App vom Passagier selbst angelegt und gespeichert.

Gesichtserkennung per App: Iberia testet Verfahren

Das soll die Wartezeit an den Security-Checks verkürzen. Über die App von Iberia oder des Flughafenbetreibers Aena müssen notwendige Identifikationsdaten eingetragen sowie ein Foto des Passbildes und ein Selfie-Video hochgeladen werden.

Das geht bereits von zu Hause aus. Sobald die Daten gecheckt und verifiziert worden sind, müssen Fluggäste nur noch ihr biometrisches Profil mit dem Boardingpass verbinden und beim Online-Check-in bestätigen, dass sie die digitale biometrische ID am Flughafen benutzen wollen.

Sobald erst mal ein Profil angelegt wurde, soll es für alle weiteren Flüge gültig sein. Die Pilotphase soll zwischen sechs und zwölf Monate andauern. Eine benutzerfreundliche Version für iOS-Nutzer soll noch nachträglich kommen. 

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Automatisierte Gesichtserkennung am Flughafen wird gängiger

Automatisierte Abläufe, Selbstbedienung und mehr Digitalisierung: Das scheint dem aktuellen Global Passenger Survey (GPS) der International Air Transport Association (IATA) zufolge den Nerv der Zeit zu treffen. 51 Prozent der befragten Passagiere würden demnach einen Check-in mit dem Handy vorziehen (49 Prozent in Europa und 50 Prozent in den USA). 

Die biometrische ID auf dem Handy als Ersatz für den Reisepass als Ausweisdokument hätten 46 Prozent für eine gute Sache befunden. Interessant: Zu den Befürwortern zählten vor allem männliche Befragte im Alter von 35 bis 44 Jahren. Der Fortschritt scheint der Studie zufolge zu drängen, demnach seien nur 66 Prozent aller Teilnehmenden mit den Prozessen beim Sicherheitscheck zufrieden.

Aktuell würden nach einer Auswertung des IT-Unternehmens Sita 63 Prozent aller Airlines noch Mitarbeiter zur Prüfung der Reisedokumente einsetzen, im Vorjahr waren es zum Vergleich noch 77 Prozent. Der Trend zum eigenständigen Boarding wachse also. Bereits in zwölf Prozent der Fälle würden ähnliche Technologien eingesetzt.

Und auch Flughäfen gehen mit: Ungefähr ein Drittel hat automatisierte Boarding-Gates. Das kennst du vielleicht vom Flughafen Frankfurt. Dort wird dein Gesicht vor einer Art Schranke gescannt, nachdem dein Reisepass ausgelesen worden ist.

Die Idee, sich per App mit dem Gesicht auszweisen, ist nicht ganz neu. Als Pionier gilt wohl das Terminal von Delta Airlines am Hartsfield-Jackson Airport in Atlanta. Dort wurde die Technologie schon in diesem Jahr eingeführt – selbst titelt es sich als das „erste biometrische Terminal“ in den USA.

Für viele Smartphone-Nutzer gehört das Scannen zum Entsperren des Bildschirms wohl sowieso schon zum Alltag. Dabei gibt es immer wieder Kritik wegen Sicherheitsbedenken und zu starker Eingriffe in die Privatsphäre.

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