In Zeiten von Instagram scheint es fast absurd, sich an einem Ort, an dem man war, zu verewigen. Aber: Statt Handyfoto und passendem Tag im Post sollen sich zwei Touristen für einen altmodischen Weg entschieden haben. Unverkennbar sollen sie ihre Initialen „A und P“ in die historischen Mauern des legendären Stufentempels Tikal 2 geritzt haben. Dafür könnten ihnen sogar mehrere Jahre Knast drohen.

Eine geschätzt 1.300 Jahre alte Geschichte rankt sich um die archäologische Stätte der Maya in Tikal im Norden Guatemalas. Hier, in den Regenwäldern des Departamento Petén, errichtete das Volk seine heiligen Tempel. Tikal wuchs zu einer der bedeutendsten Maya-Städte heran. Von dieser Zeit zeugen diverse Stufenpyramiden.

Tikal-Tempel von zwei Touristen beschädigt, weil sie Buchstaben einritzten

Ein Teil dieser Geschichte wollten nun offenbar auch zwei Urlauber werden. Allerdings wurden sie bei ihrer Aktion in flagranti erwischt: Der Einheimische Vinicio Alba Ruiz will die beiden gesehen und konfrontiert haben. In einem Facebook-Post schreibt er: „Als ich sie fragte, was sie da machten, waren sie beleidigt und fühlten sich angegriffen.“

Er machte klar, dass Besucher sich an die vor Ort geltenden Regeln halten müssten. Das bedürfe auch keiner weiteren Erklärung, da es einem der gesunde Menschenverstand sage, meint Vinicio. Er forderte zur besseren Kontrolle mehr Mitarbeiter an den Maya-Ruinen.

Vandalen könnte hohe Geldstrafe oder sogar Gefängnis drohen

Das Ministerium für Kultur und Sport soll, wie die mexikanische Nachrichtenseite „SDP“ berichtete, auf den Vorfall aufmerksam gemacht worden sein. Unklar sei jedoch, ob das Geschehene strafrechtlich verfolgt würde.

Sollte das passieren, müssten die zwei Urlauber mit saftigen Geldstrafen von bis zu 200.000 Pesos (mehr als 9.000 Euro) rechnen, die bei Beschädigung von archäologischen Stätten laut Gesetz drohen. Für Vandalismus kann sogar eine Gefängnisstrafe von bis zu neun Jahren verhängt werden.

Tikal gilt als Ikone der Maya-Kultur und wurde 1979 von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt.