Sabine Schlechter ist Hoteldirektorin und stolze Mama von vier Mini-Schweinen: Lulu, Roy und seit Neuestem auch Romy und Julia. Doch wie kam sie zu den ungewöhnlichen Haustieren, die heute durch die Lobby vom Zinnowitzer Hotel Vineta auf Usedom flitzen und die Gäste begeistern?

Vor knapp 17 Jahren fing es an, als Sabine Schlechter einen alten Spielplatz gegenüber vom Hotel an der Strandpromenade übernahm. Der Plan war es, daraus einen Streichelzoo zu machen – mit Meerschweinchen und Kaninchen.

So kamen die Mini-Schweine in das Hotel auf Usedom

Doch als sie kurz vor ihrem Geburtstag mit ihrem Bruder zusammensaß und durch die Lokalzeitung blätterte, stieß sie auf das Angebot eines Bauern, der ein Mini-Schwein abgeben wollte. „Aus Spaß habe ich gesagt, dass ich mir das Mini-Schwein zum Geburtstag wünsche. Mein Bruder hat mir dann aber wirklich eines geschenkt: Lilly“, erzählt Sabine Schlechter.

Aus Meerschweinchen und Kaninchen wurden Mini-Schweine – zur Freude von Einheimischen und Besuchern auf Usedom.

„Für ein Mini-Schwein ist sie dann ganz schön gewachsen. Später war Lilly mehr ein Hängebauchschwein“, erinnert sich die Hoteldirektorin. Zu ihren besten Zeiten wog das Schwein mehr als 80 Kilo. Weil Lilly aber oft abhaute und sehr ängstlich war, brachte Sabine Schlechter sie mit ins Hotel.

Schweinedame Lilly – Touri-Attraktion und TV-Star 

Anfangs war ihr das ziemlich peinlich, doch die Hotelgäste waren begeistert von Lilly. Sie war stubenrein, intelligent, neugierig und sehr anhänglich. Das Schwein wurde schnell zum Markenzeichen des Hotels Vineta und sogar zu einem kleinen TV-Star. Es folgten verschiedene Fernsehauftritte, unter anderem in Kai Pflaumes „Großem Haustiertest“.

Als Lilly nach elf Jahren starb, war die Trauer groß. Sabine Schlechter konnte sich kein Leben ohne Schwein mehr vorstellen. Deshalb zogen wenig später die Mini-Schweine Lulu und Roy ins Hotel, die ihre Besitzerin nun schon seit sechs Jahren auf Trab halten.

Die Mini-Schweine Lulu und Roy sind seit sechs Jahren Bewohner des Hotels Vineta auf Usedom.

Lulu und Roy sind sogenannte Forsthofer Minipigs und gehen am liebsten an der Strandpromenade spazieren. Die mittlerweile 40 Kilo schweren Tiere trotten gemächlich neben Sabine Schlechter her und bleiben für Streicheleinheiten und Fotos stehen.

Wenn die beiden nicht gerade durch das Hotel wuseln, tollen sie in ihrem Gehege umher. „Es gibt Gäste, die nur wegen der Tiere zu uns kommen. Manche buchen sogar ein Zimmer mit Blick auf die Schweine“, verrät die Hoteldirektorin. Diese könnten dann direkt auf das Gehege schauen.

Im Gehege vor dem Hotel fühlen sich die Mini-Schweine Lulu und Roy sauwohl.

Vor einem Monat sind noch zwei amerikanische Minipigs eingezogen. Sie sind 20 Zentimeter groß, wiegen anderthalb Kilogramm und sausen mit ihren kurzen Tippelbeinchen quer durchs Hotel – die Mini-Schweine Romy und Julia. Sie stammen aus Österreich und sind zehn Wochen alt. 

Romy und Julia – amerikanische Minipigs

Die Ferkel müssen häufig gefüttert werden, brauchen viel Schlaf und wenn sie wach sind viel Beschäftigung. Besonders gern flitzen sie durchs Restaurant und spielen mit ihren kleinen Schnauzen Staubsauger. Wenn sie nicht gerade die Krümel vom Frühstücksbuffet aufsammeln, springen sie den Mitarbeitern an der Rezeption auf den Schoß, um sich streicheln zu lassen.

Die Gäste sind hellauf begeistert – sie knien und legen sich sogar auf den Boden, um mit den Mini-Schweinen zu spielen und zu kuscheln. Aus einer fixen Idee ist ein echtes Erfolgsrezept geworden! „Ich mache jetzt auf Schwein“, sagt Sabine Schlechter und lacht. Das Vier-Sterne-Hotel soll in Zukunft noch mehr auf die Vierbeiner ausgerichtet werden.