Kreuzfahrt-Drama um tote Chloe: Opa vor Gericht – ist er farbenblind?

Baby stürzt von Kreuzfahrtschiff: Opa steht vor Gericht

Die Tragödie auf der „Freedom of the Seas“ macht betroffen: Baby Chloe (18 Monate) stürzte aus einem Fenster des Kreuzfahrtschiffes und starb. Ihr Opa muss sich nun vor Gericht verantworten.

Baby Chloe fiel beim Spielen mit dem Opa aus dem elften Stock der „Freedom of the Seas“. (Symbolfoto)
Baby Chloe fiel beim Spielen mit dem Opa aus dem elften Stock der „Freedom of the Seas“. (Symbolfoto)

Foto: imago images/ZUMA Press

Viel wurde über den tödlichen Sturz der 18 Monate alten Chloe von der „Freedom of the Seas“ berichtet. Sie fiel beim Spielen mit ihrem Opa aus einem Fenster und erlag anschließend ihren Verletzungen.

Nach dem Drama im vergangenen Juli wurde der Großvater wegen fahrlässiger Tötung von den puerto-ricanischen Behörden verhaftet. Nun gab es die erste Anhörung – und der Opa äußerte sich das erste Mal selbst seit dem Unglück in einem Fernsehinterview.

Chloe (18 Monate) stürzt von Kreuzfahrtschiff – Großvater vor Gericht

Wie auch immer die Verhandlung ausgehen werde, das Schlimmste sei sowieso schon passiert, so der Großvater gegenüber „CBS News“. Seine kleine Chloe ist für immer gegangen. Deren Eltern stellten sich bereits im Sommer hinter den Angeklagten und baten die Behörden, ihn nicht strafrechtlich zu verfolgen.

Doch die Staatsanwälte halten daran fest: Chloe fiel rund 45 Meter in die Tiefe, als das Schiff der Reederei Royal Caribbean vor einem Hafen in Puerto Rico ankerte. Im Arm hatte sie zuvor der Opa, er habe seine Enkeltochter auf der Reling vor ein Fenster gesetzt und angenommen, sagt er, dass dieses geschlossen gewesen sei. Doch dem war nicht so.

Kreuzfahrt-Drama: Opa habe wegen Farbenblindheit das offene Fenster nicht erkannt

Wie habe er übersehen können, dass das Fenster, das nach Passagierangaben eingefäbrt sei, geöffnet war? Er sei farbenblind, erklärte der Mann. Er habe daher den Unterschied nicht erkennen können: „Ich weiß es nicht, ich habe es nie gesehen.“ Erst andere hätten ihn darauf aufmerksam gemacht, dass das die Ursache des tragischen Unfalls sein könnte.

Als der Großvater aus dem US-Bundestaat Indiana im TV-Interview den Aufprall des Babys Revue passieren lässt, verliert er die Fassung und bricht in Tränen aus.

Eltern und Großvater beschuldigen Royal Caribbean

Die Kleine soll ihm seinen Angaben zufolge aus dem Arm gerutscht sein, als er sie gegen das vermeintlich geschlossene Fenster lehnte. Für ihn sei es bis heute nicht zu glauben: „Es war, als wäre das Glas einfach verschwunden.“

Hätte er erkannt, dass das Fenster geöffnet war, so hätte er niemals mit Chloe derart herumgealbert. Er erhebt Vorwürfe gegen die Reederei. Die hätte es versäumt, entsprechende Warnzeichen anzubringen.

Chloes Eltern wollen zum Ende des Jahres Klage gegen Royal Caribbean einreichen. Am 17. Dezember muss sich der Großvater erneut vor Gericht verantworten. Sollte er schuldig gesprochen werden, könnten ihm bis zu drei Jahre Haft drohen.

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