Notfall im Flugzeug: Ärzte retten Mann mit selbst gebautem Katheter

Flug-Notfall: Ärzte retten Mann mit selbst gebautem Katheter

Aus dem Plastikschlauch einer Sauerstoffmaske, Strohhalmen, einer Spritzennadel und etwas Klebeband bastelten zwei Ärzte einen Katheter – und retteten einem Passagier auf einem Flug in die USA das Leben.

Ein Airbus A380 von China Southern Airlines am Flughafen in Guangzhou.
Das Flugzeug ist am Dienstag in Guangzhou gestartet. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Aviation-Stock

Rund 14,5 Stunden dauert der Flug von Guangzhou im Süden Chinas nach New York. Einem Passagier an Bord einer Maschine von China Southwest Airlines muss die Zeit allerdings endlos erschienen sein: Er litt während des Fluges CZ 399 am vergangenen Dienstag plötzlich höllische Schmerzen. 

Mit geschwollenem Bauch, schwitzend und mit ersten Symptomen eines Schocks wandte sich der ältere Mann an die Crew im Flugzeug. Die baten per Durchsage um Hilfe von Medizinern. Tatsächlich waren zufällig zwei chinesische Chirurgen an Bord.

Sie erkannten das Problem: Der Patient konnte kein Wasser lassen. Der „South China Morning Post“ zufolge schätzten sie, dass in seiner Blase rund ein Liter Urin festsaß – und weil bei dem Mann bereits eine vergrößerte Prostata diagnostiziert war, drohte die Blase zu reißen.

Video: Ärzte retten Mann im Flugzeug mit provisorischem Katheter

Zu dem Zeitpunkt lagen noch sechs lange Flugstunden vor ihnen. Für die Ärzte war klar: Sie mussten handeln. Aus Strohhalmen, einer Spritzennadel und einem Sauerstoffschlauch klebten sie einen provisorischen Katheter, um den Urin abzuleiten. 

„Wenn wir nicht rechtzeitg gehandelt hätten, wäre das Leben des Patienten in Gefahr gewesen“, so einer der Ärzte. Die Crew breitete eine Decke im hinteren Teil des Fliegers aus, wo der Mann sich hinlegen konnte. Dann punktierten die Ärtze seine Blase.

Von allein floss die Harnflüssigkeit allerdings nicht ab, dafür war die Nadel zu klein. Rund eine halbe Stunde lang saugte einer der Ärzte den Urin deshalb ab – indem er mit dem Mund am Ende des provisorischen Katheters saugte. 

„Das war ein Notfall. Ich konnte keine andere Möglichkeit erkennen. Als ich sah, dass der Mann die Schmerzen kaum noch ertragen konnte, war mein einziger Gedanke, wie ich den Urin aus seiner Blase bekomme.“ Nach der gelungenen Behandlung musste der Patient noch eine halbe Stunde liegen bleiben, um sich zu erholen. Seine Retter rieten ihm außerdem, nach der Landung einen Arzt aufzusuchen.

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