Leben im Van: Dieses Paar reist schreibend um die Welt | reisereporter

Dieses Paar lebt im Van – weil der Krebs alles veränderte

Der Krebs stellte das Leben von Alexandra und Geert auf den Kopf: Heute sind sie auf Dauerreise im Van. Dabei stoßen sie auf Geheimtipps, die zu schön sind, um sie für sich zu behalten – deshalb schreiben sie Bücher darüber.

Alexandra und Geert am Strand.
Geert und Alexandra lieben das Meer und das Leben im Van.

Foto: I Love The Seaside

Alexandra Gossink und Geert-Jan Middelkoop leben eigentlich in Scheveningen, einer kleinen Stadt am Strand in der Nähe von Den Haag. Doch die meiste Zeit tauschen die beiden 53-Jährigen ihr Haus in den Niederlanden gegen ihren Campingbus und erkunden die Küsten Europas sowie Marokkos.

Ihre Entdeckungen schreiben sie in Reise-Guides nieder. Doch wie ist so ein Leben im Van zwischen Urlaub und Arbeit eigentlich?

Ein Leben im Van – weil der Krebs alles veränderte

Vor einigen Jahren hatte Geert noch einen gut bezahlten Manager-Job in den Niederlanden, Alexandra arbeitete als Journalistin und verfasste Reiseberichte. Doch dann erhielt das Paar eine schlimme Nachricht: Alexandra hatte Krebs.

Der Krebs gab uns einen guten Grund, unsere Träume und Wünsche im Leben nicht weiter aufzuschieben.

Alexandra Gossink

Nach einer harten Zeit und einer schweren Operation schaffte sie es, die Krankheit zu besiegen. Heute ist alles gut, sagt sie im Interview mit dem reisereporter. Doch der Krebs war es, der das Leben des Pärchens auf den Kopf stellte.

„Wäre die Krankheit nicht gewesen, hätten wir unser Leben vermutlich nie so drastisch geändert. Der Krebs gab uns einen guten Grund, unsere Träume und Wünsche im Leben nicht weiter aufzuschieben“, so Alexandra.

Alexandra Gossing und Geert-Jan Middelkoop.
Alexandra und Geert bereisen seit Jahren gemeinsam die Welt. Foto: Alrik Swagerman

Den beiden wurde bewusst, was sie wirklich mit ihrem Leben anstellen wollten. Es ging ihnen nicht um Geld, Statussymbole oder Ansehen. Alexandra und Geert wollten glücklich sein, neue Orte entdecken und ein einfaches Leben führen.

Der Beginn eines neuen Lebens

Geert kündigte seinen Job, und kurz darauf kauften sich die beiden einen Campervan und legten sich einen Hund zu, beides am selben Tag. Von da an verbrachte das Pärchen die meiste Zeit am Meer, fuhr von den Niederlanden an der Küste entlang bis nach Marokko und sammelte unvergessliche Erfahrungen.

I-Love-The-Seaside-Van.
Für die beiden gab es nur eine Richtung: Ab ans Meer. Foto: Alexandra Gossink

Ihr Haus in Scheveningen vermieteten sie für die Zeit, in der sie weg waren, einfach unter. Und nach und nach wurden die Reisen immer länger. Aus Wochen wurden Monate und aus Monaten schnell mal ein halbes Jahr.

Als ihr Hund starb, adoptierten Alexandra und Geert zwei Vierbeiner aus einer Auffangstation in Portugal. Seitdem sitzen Bonzer und Django stets mit im Van auf der Suche nach neuen Highlights entlang der Küste.

So sieht das echte Vanlife aus

Das Leben im Campervan von Alexandra und Geert hat aber nichts mit dem zu tun, was Influencer auf Instagram und Co. auf ihren Accounts unter dem Hashtag #Vanlife präsentieren. Das Paar verzichtet meist darauf, seine Standorte, Aussichten und Erlebnisse rund um die Uhr in den sozialen Medien zu teilen.

Alexandra und ihre Hunde.
Die Hunde Bonzer und Django sind auf allen Reisen mit dabei. Foto: Geert-Jan Middelkoop

Das liegt unter anderem daran, dass das Leben im Van nicht immer so traumhaft ist, wie es auf Instagram erscheint. Wenn es tagelang regnet, wird der Alltag mit zwei nassen Hunden im Auto schnell mal etwas ungemütlich.

Zudem versuchen die beiden stets respektvoll gegenüber den Einheimischen zu sein und schnappen ihnen nicht die besten Parkplätze am Strand weg. Das Ergebnis: Ein verantwortungsbewusstes Vanlife im Einklang mit der Natur und den lokalen Gemeinden.

Der Van ist auch ein Büro

Seit einigen Jahren verbringen Alexandra und Geert den Großteil des Jahres in ihrem Campervan. Allein von der frischen Meeresbrise können die beiden Niederländer aber natürlich nicht leben. Deshalb kamen sie auf eine Idee: Reise-Guides über ihre Entdeckungen schreiben, vom Van aus.

Seither ist der Bus ihr Büro, dort entstehen die „I Love the Seaside“-Guides zwischen Fahrersitz und Bett. Ein echtes Herzensprojekt der beiden, mit dem sie die lokalen Geschäfte und Ortschaften mit den Touristen verknüpfen wollen. Eines der Hauptthemen der Bücher ist dabei das Surfen, Alexandras und Geerts größte Leidenschaft.

Sie beschreiben etliche Surfspots sehr detailliert, verraten aber auch echte Geheimtipps: Restaurants, Cafés, Hotels und kleine Märkte entlang der Küste.

Geert mit Surfboard unterm Arm.
Geert liebt das Surfen. Foto: I Love The Seaside

Alexandras und Geerts Highlights

„Wir berichten nur über die Orte, die uns wirklich extrem gut gefallen“, so Alexandra. Auf die Frage nach ihrem Lieblingsort fällt der Autorin dann aber doch ein ganz spezielles Café in der Bretagne ein.

Im „Thé à l’Ouest“ in Morgat verbringt das Pärchen besonders gern seine Zeit. Obwohl der Name eher nach einem Teehaus klingt, gebe es dort einen der besten Kaffees, die die beiden in Frankreich finden konnten, sagen sie. In Marokko verliebten sich Alexandra und Geert besonders in die Souks, die lokalen Märkte, auf denen sie am liebsten frische Datteln, Feigen und Oliven einkauften.

Der „I Love the Seaside“-Marokko-Guide.
Vor Kurzem veröffentlichten die beiden ihren Marokko-Guide. Foto: Lodewijk Duijvesteijn Photography

Die Suche nach den perfekten Spots geht weiter

Bisher schrieben die „I Love the Seaside“-Macher über Länder in Südwest- und Nordeuropa sowie Marokko, gerade sind sie zurück von einer Reise durch Großbritannien und Irland. Auch ein Trip nach Kalifornien steht auf ihrer Bucket-List. Bis dahin verfolgen sie stets ihr Motto: „Wir sind hier, um zu inspirieren, damit du losziehen und entdecken kannst.“

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