China plant Nationalparksystem nach Yellowstone-Vorbild bei Tibet

China plant eine Yellowstone-Nationalpark-Kopie

Der Yellowstone ist der älteste Nationalpark der USA und für China ein Vorbild in Sachen Umweltschutz. Entstehen soll nach US-Vorbild ein zusammenhängendes System mit neuen Parks in Tibet.

Vor den erhabenen Gipfeln verweilen Tibeter auf der Wiese. Genau hier, in der Qinghai-Provinz, gibt es ambitionierte Pläne eines zusammenhängenden Nationalparks.
Vor den erhabenen Gipfeln verweilen Tibeter auf der Wiese. Genau hier, in der Qinghai-Provinz, gibt es ambitionierte Pläne eines zusammenhängenden Nationalparks.

Foto: imago images/Xinhua

Was die USA und China gemeinsam haben? Die unendlichen Weiten und die abwechslungsreichen Landschaftszüge. Während das „Reich der Mitte“ Besucher mit den bizarren Sandsteinformationen des Wulingyuan fasziniert, begeistert die ikonische Felswand des Yosemite die US-Touristen im Yellowstone-Nationalpark.

Sowohl in den USA als auch international genießt das umfangreiche Nationalparksystem Anerkennung. Naturschutz wird hier großgeschrieben. Und genau davon möchte sich China eine Scheibe abschneiden. Im nächsten Jahr soll der Startschuss für ein eigenes zusammenhängendes Nationalparksystems im Hochland von Tibet fallen. Darüber berichtete die „Associated Press“.

China: Inspiration vom Yellowstone-Nationalpark für eigenes Schutzreservat

Dafür haben Verantwortliche und Wissenschaftler aus China die Parks in Nordamerika besucht und Schlüsse für das eigene Vorhaben gezogen. So richtig lässt sich die Regierung allerdings nicht in die Karten schauen, erst 2020 sollen Details bekannt gegeben werden.

Wie die „Deutsche Welle“ berichtet, gehe es darum, allgemeine Standards landesweit zu formulieren und zu etablieren. Der Nordwesten Chinas zählt bislang zu den entlegensten Orten der Erde – das „Dach der Welt“ blieb den dort lebenden Völkern als eigener Schatz erhalten. 

Zwei Kinder spielen in dem Autonomen Bezirk Huangnan nahe der chinesischen Provinz Qinghai.
Aufnahmen aus dem Autonomen Bezirk Huangnan: Inwiefern wird der Bau eines Nationalparks das alltägliche Leben der Tibeter beeinflussen? Foto: imago images / Xinhua

Und diesen Naturschatz möchte die Regierung mit der Entwicklung der Nationalpark-Struktur schützen. Einer der ersten Parks soll in der Provinz Qinghai errichtet werden, das Pilot-Projekt Sanjiangyuan. 

Die Gegend ist Heimat von 128.000 Menschen, darunter Tibeter. Sie sollen zu Rangern ausgebildetet werden; einige von ihnen helfen aktuell beispielsweise beim Aufsammeln von Müll und kontrollieren die Wälder auf Wilderer.

Zwischen den verschneiten Berghängen verstecken sich die Schneeleoparden Tibets.
Zwischen den verschneiten Berghängen verstecken sich die Schneeleoparden Tibets. Die scheuen Tiere sind wegen ihres schönen, gefleckten Fells eine beliebte Beute für illegale Jagd. Das Nationalparksystem könnte das eindämmen. Foto: imago images / Xinhua

Kritiker sehen Heimat der Tibeter bedroht

Die haben es auf das Fell der stark gefährdeten Schneeleoparden abgesehen. 1.500 Tiere sollen dort leben, wie die Forschungszeitschrift „Smithsonian“ berichtet. „Unsere Religion ist mit den wilden Tieren verbunden, weil wilde Tiere auch eine Seele haben und Liebe und Mitgefühl empfinden können – deshalb beschützen wir wilde Tiere“, sagte Hirte und Tibeter Kunchok Jangtse der „Associated Press“.

Bei all den Vorteilen keimt jedoch auch Kritik auf: Denn die Einheimischen könnte das gleiche Schicksal wie den Indianern im Yellowstone ereilen. Diese wurden mit der Gründung des Parks im Jahr 1872 von Siedlern verdrängt. Nach dem Bericht der „Deutschen Welle“ sollen chinesische Regierungsvertreter ebenfalls Umsiedlungsaktionen angedeutet haben.

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