Kreuzfahrt: Dieses Gadget trackt Passagiere auf dem Schiff

Kreuzfahrt: Dieses Gadget trackt Passagiere auf dem Schiff

Sieht so die Zukunft auf Kreuzfahrtschiffen aus? Ein kleines Medaillon wird Passagieren bei der Einschiffung ausgehändigt – es sammelt sämtliche Daten und verrät der Crew, wo sie was auf dem Schiff machen.

Die „Caribbean Princess“ im Hafen von Maine.
Wenn du auf Reisen auf Schritt und Tritt verfolgt wirst: Ein neues Gadget auf einigen Princess-Cruises-Schiffen funktioniert wie ein persönlicher Butler. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Loop Images

Eine Kreuzfahrt mit dem jüngsten Flottenzuwachs „Sky Princess“ der Reederei Princess Cruises will mit vielen neuen Annehmlichkeiten überzeugen: mit dem angeblich schnellsten WLAN auf See, einer Rock-Oper und einer Sky Suite mit dem womöglich größten Panorama-Balkon auf einem Kreuzfahrtschiff.

Zudem bekommt künftig jeder Passagier auf der „Sky Princess“ statt einer gewöhnlichen Bordkarte ein kleines Medaillon, das mehr als nur der Schlüssel zur eigenen Kabine ist. Es speichert sensible Daten der Reisenden und sammelt Tracking-Daten, mit denen sie jederzeit lokalisiert werden können.

Eine personalisierte Kreuzfahrt – damit will die Reederei zu neuen Ufern aufbrechen. Die Vor- und Nachteile erklärt dir der reisereporter.

Statt Bordkarte: Gadget soll Kreuzfahrt für Passagiere individualisieren

Das kleine Gimmick namens „Ocean Medaillon“ öffnet die Türen zu diversen Angeboten an Bord. Gäste können es wie ein Accesoire tragen, ob am Handgelenk wie eine Uhr oder aber als Brosche an der Jacke.

Gesteuert werden kann es unter anderem per App oder über die interaktiven Bildschirme auf dem Schiff. In diesem Video kannst du dir das genauer anschauen:

Von der Essensbestellung über die Reservierung einer Abendshow bis hin zur Buchung von Landausflügen – das münzgroße Gadget funktioniert wie ein persönlicher Butler. Eine Autorin des britischen „Telegraph“ probierte das Teil auf der Kreuzfahrt von Athen nach Kotor aus und war begeistert.

Was ihr auf Anhieb gefiel: Keine nervige Karte mehr, die man möglicherweise auch noch verliert. Neben dem Tragekomfort punktete der Rundum-Service bei ihr. Über die eigene Website oder die App können Allergien, Hobbys oder aber Notfallkontakte eingetragen werden. Für die Crew werden Passagiere je nach Benutzung gläsern.

Sensible Daten: Passagiere können auf Schiff jederzeit lokalisiert werden

Und genau da ist der Haken. Ähnlich wie bei Smartphones könnte Passagiere das Gefühl beschleichen, ausspioniert zu werden.

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Zum einen geben Gäste private Informationen wie den Wohnort und die Vorlieben preis. Ein Mitarbeiter soll die Autorin vom „Telegraph“ sogar nach dem Wetter in ihrer Heimat gefragt haben. Für manche netter Small Talk, der einem weit weg von zu Hause unter den Tausenden Fremden ein wohliges Gefühl gibt. Für andere gruselig und zu viel des Guten.

Aber: Ob und inwieweit Passagiere den Ocean-Service nutzen wollen, bleibt ihnen selbst überlassen. Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit („Safety Only“), das Medaillon „nur“ als Identifikationsnachweis, Zahlungsmittel und Kabinenschlüssel zu verwenden.

Der eingebaute Kompass, der an Bord bei der Orientierung helfen soll oder aber den Mitarbeitern bei einer Vermisstenmeldung oder bei verspäteten Passagieren mitunter sicherheitsrelevante Informationen liefern kann, ist wohl gleichzeitig auch der größte Kritikpunkt. Das Medaillon sendet ständig deinen Standort – ob du gerade am Pool chillst, im Restaurant XY Kuchen bestellt hast oder aber in deiner Kabine Zeit verbringst.

Der Service ist auf den Schiffen „Caribbean Princess“, „Crown Princess“, „Regal Princess“, „Royal Princess“ und im Oktober 2019 in Dienst gestellten „Sky Princess“ verfügbar.

Wofür werden die Daten verwendet? Der reisereporter hat bei der Reederei Princess Cruises nachgefragt, eine Antwort steht aus.

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