Costa Rica fordert Touristen auf: Macht keine Tier-Selfies!

Costa Rica fordert Touristen auf: Macht keine Tier-Selfies!

Eine Artenvielfalt, die es kaum anderswo zu erleben gibt: Das ist Costa Rica. Schildkröten, Tukane, Faultiere – ein Foto ist im Urlaub heiß begehrt. Damit bringen Touristen jedoch die Tiere in Gefahr.

Eine Frau hält ein Faultier auf dem Arm.
Faultiere sind ein beliebtes Fotomotiv – auch in Costa Rica. Doch die Regierung appelliert an Touristen, den Tieren dabei nicht zu nahe zu kommen. (Symbolfoto)

Foto: imago images / Design Pics

Frontkamera am Handy an, Arm ausstrecken, Daumen auf den Auslöser und mit einem Post die Botschaft in die virtuelle Welt hinaustragen: „Ich war hier!“

Für viele Weltenbummler ist ein Selfie im Urlaub Pflicht – je abenteurlicher, desto besser. Und dafür riskieren sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das von anderen Lebewesen.

Darum schadet das Urlaubs-Selfie Costa Ricas Artenvielfalt

Die Rede ist von Wildlife-Selfies, also vom Posieren mit wilden Tieren. Gerade an extrem schützenswerten Orten wie Costa Rica kann das erhebliche Folgen für die Biodiversität haben: Das Land beherbergt fünf Prozent der weltweiten Artenvielfalt und 3,5 Prozent des „Meereslebens“.

Sowohl Bürger als auch die Regierung sind darin bestrebt, diesen Naturschatz zu erhalten, 25 Prozent des Landes stehen deshalb offiziell unter Schutz.

Ihr schillerndes Federkleid und der bunte Schnabel begeistern Touristen: Tukane sind in den Regenwäldern Costa Ricas zu Hause.
Ihr schillerndes Federkleid und der bunte Schnabel begeistern Touristen: Tukane sind in den Regenwäldern Costa Ricas zu Hause. Foto: unsplash.comZdeněk Macháček
Warum ist dein Urlaubs-Selfie eine konkrete Bedrohung? Menschen kommen in vielen Fällen den Tieren zu nah. Das stresse sie zum einen, zum anderen erhöhe sich die Gefahr einer Übertragung von für die Tiere gefährlichen Krankheiten, wie die Vizeministerin für Umwelt und Energie, Pamela Castillo, im Zuge einer neuen Kampagne erklärte.

Regierung startet Kampagne gegen Wildlife-Tourismus und Foto-Wahn

#stopanimalselfies – unter diesem Hashtag bittet Costa Rica Reisende um Vernunft beim Fotografieren. Mit einem Video werden Besucher über skrupellose Machenschaften im Wildlife-Geschäft informiert und zum Einhalten von Verhaltensregeln angehalten. Die Aktion wird von ehrenamtlichen Organisationen und lokalen Reiseveranstaltern unterstützt.

Zu den Regeln zählen unter anderem: Keine Tiere (an)füttern, sie nicht einfangen, nicht berühren oder gar auf den Arm nehmen – auch nicht in den Rettungs- und Auffangstationen. Laute Geräusche und weitere Anlockversuche seien auch zu unterlassen. 

Tipp: Meide Tier-Attraktionen mit direktem Kontakt

Schon bei deiner Reiseplanung kannst du dahingehend aufpassen: Buche keine Wildlife-Touren, in denen der direkte Kontakt mit Tieren angepriesen wird. Genau das soll bei mehr als der Hälfte aller in Lateinamerika angebotenen Tier-Attraktionen der Fall sein, wie die Verantwortlichen der Kampagne bei ihren Untersuchungen festgestellt haben. Und bei 61 Prozent handelt es sich dabei um Arten, die als „gefährdet“ eingestuft sind.

Das ist übrigens weltweit ein Problem. Costa Rica möchte jedoch das erste Land werden, dass den Selfie-Wahn mit Tieren staatlich reguliert. Das willst du unterstützen? Lad ein Foto mit einem Kuscheltier mit dem Hashtag #stopanimalselfies auf Social Media hoch.

Auch wenn der Langstreckenflug nach Costa Rica alles andere als nachhaltig ist: Es ist eine absolute Top-Destination für Frewilligenprojekte in Sachen Umweltschutz. Bis 2021 will es das erste CO2-neutrale Land sein.

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