Tod auf Kreuzfahrt: Was passiert, wenn ein Passagier stirbt?

Tod auf Kreuzfahrt: Was passiert, wenn ein Passagier stirbt?

Urlaub auf dem Kreuzfahrtschiff: Das verspricht Entspannung und neue Erlebnisse. Aber was passiert, wenn die Kreuzfahrt im Drama endet und ein Passagier an Bord verstirbt? Und wie häufig passiert das?

Ein Kreuzfahrtschiff fährt in der Dämmerung.
Todesfälle auf Kreuzfahrtschiffen sind meistens auf natürliche Ursachen zurückzuführen.

Foto: unsplash.com/Anthony Metcalfe

Todesfälle auf Kreuzfahrschiffen sind (leider) keine Seltenheit: Dem britischen „Express“ zufolge sterben angeblich bis zu drei Menschen weltweit auf Kreuzfahrten – pro Woche. Andere Statistiken berichten von rund 200 Todesfällen pro Jahr. „Der Tod es Bestandteil des Lebens“, erklärt eine Sprecherin von Tui Cruises auf Nachfrage des reisereporters. Auch auf Kreuzfahrtschiffen komme es deshalb immer wieder zu natürlichlichen Todesfällen.

Todesfälle, die auf tragische Unglücke zurückzuführen sind, sind dagegen eine Seltenheit – so wie der eines zehnjährigen Jungen auf der „Genting Dream“, der am Montag in einem Pool ertrank.

Meist seien die Todesursachen alters- oder krankheitsbedingt. Denn auch wenn das Klischee, Kreuzfahrten seien nur ein Rentnerparadies, längst nicht mehr stimmt: Im vergangenen Jahr war fast ein Viertel der Kreuzfahrt-Passagiere älter als 60 Jahre, 14 Prozent sogar 70 Jahre oder älter. Das geht aus einem Passagierbericht des internationalen Kreuzfahrtverbandes CLIA hervor.

Das passiert auf Kreuzfahrtschiffen nach einem Todesfall

Wenn ein Passagier an Bord eines Kreuzfahrtschiffes stirbt, wird das innerhalb der Crew mit dem Code „Operation Bright Star“ kommuniziert.

Der Körper wird in einen „Body Bag“, einen Leichensack, gelegt und in die Leichenhalle des Schiffes gebracht. Kreuzfahrtschiffe, die auf dem Meer unterwegs sind, sind dem „Telegraph“ zufolge gesetzlich dazu verpflichtet, eine Leichenhalle an Bord zu haben. Diese muss von Bereichen, in denen Lebensmittel gelagert werden, abgetrennt sein und in der Regel Kühlfächer mit Platz für drei bis vier Leichname bieten.

Eine ehemalige Mitarbeiterin auf einem Kreuzfahrtschiff verriet den morbiden Spitznamen, den sie und Kollegen dem Raum gäben: der „Sarg-Schrank“. Dass der sich direkt neben Kühlräumen befände, dementieren Reedereien jedoch.

Fakt ist: In der Regel müssen die Verstorbenen im nächsten Hafen von Bord gebracht werden. Über einen Ausgang, den die (lebenden) Passagiere nicht nehmen, werden die Leichname abtransportiert. An Land wird die Sterbeurkunde ausgefüllt und die Rückführung des Leichnams vorbereitet.

Reedereien unterstützen angehörige bei Todesfällen auf Kreufzahrtschiffen

Für diese organisatorischen Schritte gab Tui Cruises gegenüber dem reisereporter an,  im engen Kontakt mit Hafenagenten zu stehen. Als Experten an Land kennen diese beispielsweise die lokalen Gegebenheiten genau und haben wichtige Kotnakte vor Ort. Tui Cruises zufolge ünterstütze die Reederei die Angehörigen im Falle eines Todesfalls beim kompletten „Abwicklungsprozess“ und vermittle zwischen den relevanten Instanzen – ähnlich wie bei Notfällen an Bord, für die beispielsweise eine Notausschiffung gemacht werden muss. 

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