Video von Santorin: Esel werden immer noch beim Reiten gequält

Santorin: Esel werden immer noch beim Reiten gequält

Jeden Tag müssen die Esel auf der griechischen Urlaubsinsel Santorin Touristen steile Stufen hochschleppen. Die Tiere leiden, doch trotz eines Verbotes findet die Quälerei weiter statt, wie ein Video zeigt.

Esel auf Santorin.
Mehr als 500 Stufen müssen die Esel mit den Touristen auf dem Rücken bewältigen.

Foto: imago images/Aurora Photos

Mehr als 500 Stufen liegen zwischen dem Hafen von Santorin und deren Hauptstadt Firá. Offensichtlich zu anstrengend für Hunderte Kreuzfahrtgäste, die täglich auf der griechischen Insel ankommen und sich von Eseln in die Stadt tragen lassen. Die Tiere müssen unter dem Gewicht der Touristen leiden – und auch ein Gesetz brachte keine Besserung.

Esel auf Santorin: Tiere werden seit Jahren gequält

Rund 100 Esel und Maultiere stehen jeden Tag am Hafen von Santorin und warten auf die großen Kreuzfahrtschiffe voller Touristen. Ihre Besitzer verkaufen den Ritt auf den Tieren als ein besonderes Erlebnis und machen gutes Geld mit den Urlaubern. 

Esel auf den Stufen von Santorin.
Ein Gesetz sollte das Gewicht der Urlauber auf maximal 100 Kilogramm beschränken. (Symbolfoto) Foto: imago images/Marc Schüler

Bereits vor einem Jahr veröffentlichte eine Tierschutzorganisation erschreckende Aufnahmen der gequälten Esel, die teilweise stark übergewichtige Touristen auf den steilen Stufen nach oben tragen müssen.

Die griechische Regierung erließ daraufhin ein Gesetz, dass den Haltern verbot, Menschen mit einem Gewicht über 100 Kilogramm auf den Eseln reiten zu lassen. Zudem sind die Besitzer seither verpflichtet, ausreichend Wasser und Futter zur Verfügung zu stellen.

Neues Video: Tierquälerei findet immer noch statt

Jetzt hat die Tierschutzorganisation Peta ein neues Video veröffentlicht, in dem die Tierrechtler ihre aktuellen Recherchen von der Insel zeigen. Das erschreckende Ergebnis: Trotz Gesetz und medialer Aufschreie soll sich auf Santorin nichts verändert haben, so Peta.

Die Esel würden nach wie vor den ganzen Tag kein Futter und viel zu wenig Wasser bekommen. Zudem müssten sie weiterhin übergewichtige Touristen tragen, die für Verletzungen der Tiere sorgen. 

Alternative auf Santorin: Seilbahn statt Esel-Reiten

Dabei wäre eigentlich alles so leicht, denn direkt neben den steilen Stufen gibt es eine Seilbahn, die die Urlauber schneller und tierfreundlicher nach Firá bringt.

Solange die Behörden aber nicht entschlossener gegen die Esel-Halter vorgehe, werde sich vermutlich auch weiterhin nichts ändern, befürchten die Tierschützer.

Spanien: Neues Verbot soll Esel schützen

Ein ganz ähnliches Problem besteht in der spanischen Stadt Mijas in Andalusien. Auch dort müssen Esel etliche Touristen durch den Ausflugsort tragen und als „außergewöhnliche Taxis“ herhalten. Wie auf Santorin, schneiden die Sattelgurte auch den spanischen Eseln ins Fleisch und sorgen für offene Wunden.

Ein neues Verbot soll nun das Gewicht der Reiter auf maximal 80 Kilogramm beschränken. Wer mehr wiegt, muss zu Fuß gehen oder sich ein richtiges Taxi rufen. Das Verbot soll zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Ob es wirklich eingehalten wird, bleibt abzuwarten.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Das könnte dich auch interessieren