Haus auf Sizilien für 1 Euro: Diese Familien haben eines gekauft!

Haus auf Sizilien für 1 Euro: Diese Familien haben’s getan!

Häuser in verschlafenen Dörfern zum Spottpreis: Damit wurde verstärkt in Italien nach Einwohnern gesucht – mit Erfolg. Erste wagemutige Familien haben ihr neues Zuhause bezogen. Ob sie’s bereuen?

Die Altstadt von Mussomeli auf Sizilien, Italien.
Häuser zwischen 45 und 140 Quadratmeter für nur einen Euro: Das Angebot sorgte weltweit für große Aufmerksamkeit.

Foto: imago images/imagebroker/Stephan Knödler

Ein Haus für nur einen Euro – da muss doch ein Haken dran sein? An mehreren Orten in Italien und Griechenland sollen solche verlockenden Angebote den Geisterstädten wieder Leben einhauchen. Junge Menschen und Familien flüchten aus den vermeintlich unattraktiven Regionen. Doch für viele andere sind die zerfallenen Häuserruinen inmitten von Berglandschaften und Olivenhainen ein Rohdiamant.

Den gilt es nun zu schleifen. Auch der reisereporter hat über die Ein-Euro-Häuser auf Sizilien, in Sambuca und in Mussomeli, berichtet. Nun haben sich einige der (Teilzeit-)Auswanderer tatsächlich ins Abenteuer und in eine Menge Arbeit gestürzt.

Mussomeli im Herzen Siziliens: Familie aus Frankreich liebt ihr zweites Zuhause

Noch werkeln Morgane Guihot (27) und ihr Ehemann (31) kräftig an ihrem künftigen Feriendomizil: „Wir müssen nur noch das Badezimmer fertig machen“, sagte Morgane dem Nachrichtensender „CNN“. Schon bald sollen auf den 50 Quadratmetern ihre Kinder umhertollen.

Die Familie lebt eigentlich im französischen Nantes – als professionelle Künstler seien die Restaurieungsarbeiten minimal gewesen. „Es war großartig zu sehen, wie unser Zwei-Zimmer-Haus wieder zum Leben erwachte.“ 

Belohnt werden sie jetzt schon mit der malerischen Aussicht von ihrer 15 Quadratmeter großen Terrasse über den Dächern der Altstadt. Mussomeli liegt im Herzen Siziliens – umschlossen von einem bergigen Panorama.

 „La dolce vita“ gab’s für den Euro inklusive: „Was uns schon beim ersten Besuch überzeugt hat, war der Charme dieses Ortes. Er ist superniedlich, und die Einheimischen sind so herzlich“, schwärmt Morgane. Isolation, abgehängt sein und gähnende Langeweile? Nicht für die Guihots: „Hier gibt es alles, was man braucht, Geschäfte, Supermärkte.“

Auch wenn man den Italienern gern anderes nachsagt, auch bürokratisch soll alles ordentlich geregelt worden sein, schon jetzt wissen die Ein-Euro-Bürger: „Wir würden es immer und immer wieder tun.“

Wirklich nur ein Euro? Renovierungen schlucken Geld

Auch Geschäftsleute rief das lukrative Angebot auf den Plan, darunter der Belgier Patrick Janssen, der weitaus mehr zahlte: „Ich muss ehrlich sein, wir haben kein Ein-Euro-Haus gekauft. Uns wurden um die 25 alte Gebäude gezeigt, einige stark renovierungsbedürftig.“ Letztlich kaufte er ein großes Gebäude für 10.000 Euro, in das er für die Komplett-Sanierung noch mehr Geld steckte. Die Stadt velangt bei einem Kauf 5.000 Euro Kaution und mindestens die Aufbesserung der Fassade. 

In dem „intakten, wilden, grünen, nicht überfüllten“ Dorf könne er sich seinen Lebensabend vorstellen. Aber auch er will wie die Guihots nicht für immer bleiben – dabei brauchen die Orte Nachwuchs, um langfristig einen Aufschwung zu bewirken. Die Aktion läuft noch immer und wurde nun sogar ausgeweitet: Auf „Case 1 Euro“ wird nach Menschen gesucht, die ihren Kauf vom Fernsehen begleiten lassen wollen. Also: Mit etwas Ruhm und Trubel musst du dann wohl doch rechnen.

Sambucas Bürgermeister mit Anfragen überfordert

Mit diesem gewaltigen Echo hatte auch das sizilianische Dorf Sambuca nicht gerechnet, dessen jahrtausendealte Geschichte offenbar ein weniger verstaubtes Image vermittelt als gedacht. Der Bürgermeister wurde mit Anfragen und Bewerbungen überhäuft, letztlich wurden die Immobilien an die Höchstbietenden versteigert – teilweise für bis zu 25.000 Euro.

Das Haus mit der Nummer 5 gehört nun der Finanzexpertin Meredith Tabbone, die zu den insgesamt 16 frischgebackenen Hausbesitzern gehört. Sie kommt aus Chicago, ihre Wurzeln liegen jedoch in Sambuca. Für 5.555 Euro Kaufpreis will sie in die Heimat ihres Großvaters zurückkehren. Auf fließend Wasser und Strom müsste sie derzeit noch verzichten.

Du willst auswandern? Diese Orte zahlen sogar dafür!

Schreckt dich nicht ab? Es gibt sogar Orte, die dich für den „Einzug“ bezahlen. Klick dich mal durch. Hier schon mal ein Vorgeschmack auf deine potenziellen Zweit-Heimat: 

Tulsa ist die zweitgrößte Stadt im US-Bundesstaat – trotzdem fehlen hier Menschen.
Tulsa ist die zweitgrößte Stadt im US-Bundesstaat – trotzdem fehlen hier Menschen. Foto: imago images/robertharding

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