Die weißen Häuser des Bergstädtchens Mijas am Hang der Sierra Nevada ziehen Touristen in Andalusien magisch an. Die „weißen Dörfer“ versprühen Tradition, Kultur und versetzen Besucher in längst vergangene Zeiten. Nostalgie pur. Für viele Touristen ein weiteres Highlight: die noch immer angebotenen „Burro-Taxi“ (deutsch: Esel-Taxis).

In den engen Gassen der Bergstadt werden die Tiere, teilweise in auffälligen Kostümen, durch die Hitze getrieben – auf dem Rücken (fußfaule) Touristen.

Dass das Eselreiten mehr Tierleid als Tierwohl erzeugt, ist nicht erst seit Videoaufnahmen von Tierschützern auf der griechischen Insel Santorin bekannt. Dennoch erfreut sich die Aktivität an vielen Orten Europas noch immer großer Beliebtheit.

Wie in einer Karawane schleppen sich die Esel durch die sengende Hitze Andalusiens, der heißesten Region Europas.
Wie in einer Karawane schleppen sich die Esel durch die sengende Hitze Andalusiens, der heißesten Region Europas. Foto: imago images / PEMAX

Maximal 80 Kilo: Schwere Touristen dürfen in Mijas keine Esel mehr reiten 

Nun hat der Stadtrat auf Kritik reagiert und kündigt zum 1. Januar 2020 eine Tierschutzrichtlinie an: Für Menschen mit einem Gewicht von mehr als 80 Kilogramm wird das Eselreiten untersagt.

Ähnlich streng regelt es auch die griechische Insel Santorin, dort sind es 100 Kilo Maximalgewicht. Zudem sollen die Veterinär-Checks und die Hygiene sowie der Gesamtzustand der Ställe verbessert werden.

Wie die spanische „Olive Press“ berichtete, wurde dieser Vorschlag im August noch ausgeschlagen. Zu der Einigung soll es erst nach Gesprächen mit den Tierbesitzern, Anbietern und örtlichen Tierschutzvereinigungen gekommen sein, berichtet die lokale Tageszeitung „La Opinión de Málaga“.

Eselreiten: Videos zeigen die Tierquälerei in Mijas

Problematisch ist zum einen die schwere Last: Maximal 20 Prozent ihres Eigengewichts sollen die Tiere stemmen können – doch das überschreiten viele ausgewachsene Touristen im Normalfall. Zum anderen hatten Tierschützer häufig aggressives Verhalten der Besitzer in Form von Schlägen, Tritten oder Peitschenhieben aufgedeckt. 

Vorsicht: In dem Video ist ein geschwächtes Tier zu sehen, das von den Führern an den Zügeln gezerrt und getreten wird. 

Wie die Verordnung kontrolliert und umgesetzt werden soll, wurde im Detail noch nicht genannt. Zum Wohl der Tiere bleibt jedoch auf ein striktes Durchgreifen zu hoffen – denn beim Negativbeispiel Santorin scheint das nicht der Fall zu sein.