23 Tage, 7.200 Kilometer und eine Durchquerung der Sahara liegen vor Christian und Hugo. Und das in einem alten Mercedes. Wie kamen sie auf diese verrückte Idee? Dem reisereporter haben sie es erzählt. 

Die beiden Männer haben sich während ihrer Schulzeit auf dem Gymnasium auf Rügen kennengelernt. Nach dem Abi haben sich ihre Wege getrennt – zumindest geografisch. Hugo zog für sein Maschinenbau-Studium nach Dresden, Christian blieb auf Rügen, um im Hotel seiner Eltern zu arbeiten.

Aus den Augen haben sie sich trotzdem nicht verloren: „Hugo war schon immer mein Partner in Crime“, sagt Christian und lacht. „Ich habe Videos auf Youtube geschaut und bin auf die Diesel-and-Dust-Challenge gestoßen. Da habe ich sofort an ihn gedacht.“

Auf nach Gambia – für den guten Zweck

Die Diesel-and-Dust-Challenge ist eine Auto-Rallye. Sie startet in Dresden und führt über Dakar im Senegal nach Banjul in Gambia. Die Fahrzeuge werden am Ende versteigert, der Erlös kommt der Dresden-Banjul-Organisation (DBO) zugute. Diese unterstützt mit dem Geld schulische, medizinische und gesellschaftliche Projekte in Gambia.

Wie die Rallye aussieht und von welchen Organisatoren und Teilnehmern sie betrieben wird, zeigt dieser Trailer: 

„Uns geht es bei der Rallye vor allem um den Spaß und nicht darum, Erster zu werden“, erzählt Christian. Ein wenig Ehrgeiz haben sie aber schon: Als letztes Team wollen sie auch nicht ins Ziel fahren. Für die 23-tägige Rallye haben die Männer sich ein Auto gekauft: Einen Mercedes-Benz C180 T.

Irgendwann hat mich ein Verkäufer angeschrieben und gefragt, ob ich nicht mal das Auto abholen will.

Den Wagen haben sie „aus Versehen“ auf Ebay ersteigert. „Wir haben auf gut Glück für drei Autos geboten und dann gar nicht mehr dran gedacht“, erinnert sich Christian. „Irgendwann hat mich ein Verkäufer angeschrieben und gefragt, ob ich nicht mal das Auto abholen will.“

Die Freunde haben ein echtes Schnäppchen geschossen. Der Wagen mit Silber-Bordeaux-Optik und frischem TÜV hat nur 490 Euro gekostet. Um den Mercedes für die Rallye fit zu machen, wurden die Reifen erneuert, ein Dachgepäckträger wurde angebracht und ein Unterbodenschutz aufgetragen. So wollen sie sich gegen die anderen 49 Teams durchsetzen. Der Teamname prangt groß auf der Motorhaube: „Meine Favoriten“. 

Der Mercedes-Benz C 180 T.
Für die nächsten 23 Tage ist dieses Auto das Zuhause von Christian und Hugo. Foto: Christian Osthoff und Hugo Sagner

Ein Auto, zwei Freunde und viele Abenteuer 

Weil die beiden Freunde die meiste Zeit im Auto schlafen wollen, haben sie die Rückbank durch eine Matratze ersetzt. Falls das Auto doch mal zu klein wird, wollen sich die beiden eine Übernachtung im Hotel gönnen. Um mit den anderen Rallye-Teilnehmern kommunizieren zu können, haben sie eine CB-Funk-Anlage eingerichtet.

Die Teilnahme kostet 1.700 Euro pro Team. Insgesamt rechnen Christian und Hugo damit, für ihr Abenteuer (zusätzlich zum Auto) 4.000 Euro zahlen zu müssen – inklusive Benzin, Verpflegung und Rückflüge. 

Das kommt im Auto mit nach Banjul

Für Gepäck ist im Auto nur wenig Platz, Christian und Hugo mussten sich daher genau überlegen, was sie einpacken. Das Wichtigste: Werkzeug, Wasser, Schlafsäcke, Navi und Toilettenpapier.

Wie das generell mit der Hygiene und Körperpflege funktioniert? Das Team „Meine Favoriten“ ist da ziemlich erfinderisch – aus einer Tauchpumpe und einem Zigarettenanzünder haben sich die Männer eine kleine Dusche gebastelt. 

Neben einem Ordner mit Reisedokumenten haben sie außerdem Warnwesten für Kinder dabei. Diese unterwegs zu verteilen liegt ihnen besonders am Herzen.

Proviant und Gepäck für die Rallye.
Auf den ersten Blick sieht das nach viel Gepäck aus – doch Christian und Hugo nehmen nur das Nötigste mit, allem voran Werkzeug und Wasser. Foto: Christian Osthoff und Hugo Sagner

Vollgas Richtung Wüste: Dresden–Dakar–Banjul

Die Diesel-and-Dust-Challenge läuft bereits: Am 8. November machten sich „Meine Favoriten“ in Dresden auf den Weg – den ersten Treffpunkt in Niederbayern haben die beiden ausgelassen. „Wir wollen am Anfang ein bisschen Strecke machen, um länger in Barcelona bleiben zu können“, erzählt Christian.

Von dort geht es weiter nach Algeciras, wo sie per Fähre nach Afrika übersetzen. Über Marokko geht es nach Mauretanien und von dort aus weiter über den Senegal nach Gambia. Das Abenteuer in der Wüste übersteht ihr Mercedes hoffentlich ohne größere Schäden, denn in Banjul sollen die Autos versteigert werden.

Zurück nach Deutschland geht es dann per Flugzeug – bedeutend schneller, aber auch deutlich unspektakulärer.