Bulgarien alternativ und hip: 7 Gründe für ein Wochenende in Sofia

Alternativ und hip: 7 Gründe für ein Wochenende in Sofia

Die bulgarische Hauptstadt gilt als Geheimtipp auf dem Balkan. Wo man früher oft spöttisch von Ostblockcharme sprach, dreht sich heute viel um Hipster-Cafés, Street-Art und In-Bars. Nichts wie hin!

Sofia bei Nacht.
Der Balkan wird vor allem bei preisbewussten jungen Menschen immer beliebter. Sofia darf dabei auf keinen Fall fehlen!

Foto: unsplash.com/Alexandr Bormotin

Sofia ist eine Stadt der Gegensätze. Hipster-Cafés treffen auf bulgarische Traditionsläden, historische Häuser auf Plattenbauten, Street-Art auf Kirchen und Kathedralen.

Bulgariens Hauptstadt hatte lange mit ihrem Ostblock-Image zu kämpfen, hat aber eine große Entwicklung hingelegt und den Kommunismus abgelegt. Wer heute nach Sofia reist, entdeckt eine enorm günstige und coole Metropole voller Aufbruchsstimmung.

1. Weil Sofia irrsinnig günstig ist

Ein Bier für einen Euro? Check. Ein Mittagessen für vier Euro? Check. Ein Hotelzimmer für 20 Euro? Check. Auch wenn man’s nicht glauben mag, aber ein Citytrip in die Hauptstädte auf dem Balkan ist immer weit günstiger als in klassische Städte wie Paris, London oder Rom. Bulgarien ist ein günstiges Reiseland, deshalb sind auch in der Hauptstadt die Preise enorm niedrig.

Vom Hotelzimmer bis hin zum Ausgehen oder Taxifahren: Der Weekendtrip hierher ist spottbillig! Witzig: Überall in der Stadt kannst du günstig einkaufen in sogenannten „Knieläden“. Das sind improvisierte Keller-Kioske an der Straße, für die du dich bücken musst, weil sie quasi in Kellern sind und zu deinen Füßen liegen.

2. Wegen der coolen Street-Art

Sofia ist eine Stadt voller Kontraste. Mal schlenderst du an modernen Gebäuden vorbei, mal stolperst du über tiefe Schlaglöcher in den Straßen. Von modern bis heruntergekommen ist beim Stadtbild viel dabei. Das macht aber den Charme von Sofia aus. Besonders cool sind jene vermeintlich abgerockten Ecken, in denen in Wahrheit die Hipster zu Hause sind.

Die bunten Kunstwerke stechen in den teilweise schäbigen Ecken der Stadt heraus.
Die bunten Kunstwerke stechen in den teilweise schäbigen Ecken der Stadt heraus. Foto: Kreulitsch

Der coolste Kiez der Stadt befindet sich in und um die Ulitsa Tsar Ivan Shishman (Ulitsa = Straße). Hier gibt es nicht nur die coolsten Cafés und Shops der Stadt, sondern auch die beste Street-Art. Besonders sehenswert sind die bemalten Stromkästen, die es überall in der Stadt gibt. Hier wurde aber nicht illegal gesprayt: Die kunstvollen Stromkästen sind ein offizielles Projekt der Stadt Sofia und der Künstlergruppe Transformatori.

3. Wegen der coolen Stores

Vom alternativen Bookstore über den Coworking-Space bis hin zum veganen Restaurant: Auf der Ulitsa Tsar Shishman und den kleinen Nebenstraßen spielt sich das pralle und hippe Leben Sofias ab. Kleine Geschäfte und Cafés reihen sich an fancy Stores und lässige Restaurants, oft versteckt in Innenhöfen, die man als normaler Tourist niemals finden würde.

Besonders cool ist der „Elephant Bookstore“ mit einer riesigen Auswahl englischer Secondhand-Bücher und verdammt coolem Krimskrams. Die Jungs, die den Laden betreiben, verkaufen das, was sie selbst mögen, unter anderem jede Menge von „Game of Thrones“ und „Harry Potter“.

Secondhand geht eben auch bei Büchern – im „Elephant Bookstore“ kannst du etwas schmökern.
Secondhand geht eben auch bei Büchern – im „Elephant Bookstore“ kannst du etwas schmökern. Foto: Kreulitsch

In Sachen Mode lohnt sich um die Ecke ein Besuch der Boutique der lokalen Designerin Mirella Bratova. Und den kleinen Snack in diesem Kiez holst du dir am besten bei „Skaptoburger“, wo es leckere Burger und cooles Craft-Bier gibt. In einer anderen Ecke der Stadt ist das „+tova“ der coolste Treffpunkt. Dieser Spot ist ein Allrounder mit Café, Coworking-Space, Ausstellungsraum und Designshop in einem.

Süß und klein, aber voller individueller Stücke ist der Laden „Vintage Sofia“, richtig cool geht es bei „Gifted“ zu: In dem modernen Store gibt es nur Stücke von bulgarischen Designern: Kunst, Fashion, Bücher, Comics, Vinyls.

Adressen:
Elephant Bookstore, ul Ivan Shishman 31| Mirella Bratova, ul Ivan Shishman 4 | Skaptoburger, ul Tsar Shishman 20 | +tova, ul Marin Drinov 30 | Vintage Sofia, ul Tsar Assen 21 | Gifted, ul Ivan Denkoglu 24

4. Wegen der kompakten Innenstadt – und der Gratis-Stadtführungen

Sofia hat zwar 1,2 Millionen Einwohner, das Zentrum ist aber kompakt. Das bedeutet: Du kannst alles entspannt zu Fuß erkunden. Die meisten der schönen Ecken liegen direkt im Zentrum, sodass du automatisch an ihnen vorbeikommst. Das macht auch eine Stadtführung enorm entspannt.

Am ersten Tag lohnt sich zur Orientierung eine Tour – am besten eine der kostenlosen. Besonders cool sind die Jungs und Mädels von der Free Sofia Tour, die sich vor einigen Jahren als Studierende zusammengefunden und diese kostenlose Tour ins Leben gerufen haben. Das Prinzip ist einfach: Du kommst zum Treffpunkt, musst dich nicht anmelden und bekommst eine zweistündige Tour. Am Ende zahlst du, wenn es dir gefallen hat – oder eben nicht.

Wie in vielen Städten ist eine Gratis-Walking-Tour ein guter Einstieg für einen Kurztrip.
Wie in vielen Städten ist eine Gratis-Walking-Tour ein guter Einstieg für einen Kurztrip. Foto: Kreulitsch

Auch cool, um Sofia zu entdecken, ist die kostenlose Food-Tour von Balkan Bites. Das Prinzip ist dasselbe, nur dass du hier ein paar typisch bulgarische Gerichte probierst – auch für Vegetarier geeignet!

Adressen:
Free Sofia Tour, täglich um 11 Uhr und um 18 Uhr, Treffpunkt vor dem Justizpalast (Witoscha Bul 2), keine Anmeldung erforderlich | Food-Tour von Balkan Bites, täglich um 14 Uhr, Treffpunkt am Park Crystal vor dem Stefan-Stambolov-Denkmal 

5. Wegen der gelebten Toleranz

Die Free-Touren haben dir einen ersten Überblick gegeben, jetzt ziehst du individuell los und siehst dir die Highlights Sofias in Ruhe noch mal an. Eben weil alles so nah beieinander ist, kannst du noch mal losgehen und in Ruhe Fotos machen. Zum Beispiel vor der Alexander-Newski-Kathedrale mit ihren goldenen Kuppeln. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt und eine der größten orthodoxen Kirchen auf der Balkan-Halbinsel.

Daran kommst du wohl bei keiner Tour vorbei: Die imposante Alexander-Newski-Kathedrale.
Daran kommst du wohl bei keiner Tour vorbei: Die imposante Alexander-Newski-Kathedrale. Vorsicht, Verwechslung: In Tallinn, Estland, gibt es ein gleichnamiges Bauwerk. Foto: Kreulitsch

Oder doch vor der Russischen Kirche, der orthodoxen Kathedrale Sweta Nedelja oder der muslimischen Banja-Baschi-Moschee? Klingelt’s jetzt wegen der vielen Kirchen und Kathedralen? Was fad klingt, ist in Wahrheit spannend, denn Glaube wird in Sofia enorm lässig gelebt. Hier darf jeder sein, wie er will.

Die Banja-Baschi-Moschee (auch Banya Bashi) gehört zu den ältesten Moscheen Europas.
Die Banja-Baschi-Moschee (auch Banya Bashi) gehört zu den ältesten Moscheen Europas. Außerhalb der Gebetszeiten können auch Touristen sie besichtigen, Frauen sollten sich jedoch angemessen mit einem Kopftuch bekleiden. Foto: Kreulitsch

Im sogenannten „Toleranz-Dreieck“ liegt die jüdische Synagoge neben der orthodoxen Nedelja-Kirche und der Banja-Baschi-Moschee – ein Symbol für ein friedliches Miteinander von unterschiedlichen Religionen. Tipp: Vor der orthodoxen Kirche Sveti Sedmochislenitsi gibt es einen netten Markt, auf dem Obst, Gemüse, Kleidung und Bücher angeboten werden. Nicht weit entfernt ist der Open-Air-Buchmarkt auf dem Slaveykov-Platz eine gute Alternative. 

Shoppen mit prächtiger Aussicht.
Shoppen mit prächtiger Aussicht. Foto: Kreulitsch

6. Wegen der Cafés, Restaurants und Bars

Das Leben in Sofia ist billig, deshalb kannst du auch viel Zeit in den Cafés, Restaurants und Bars der Stadt verbringen. Die Auswahl ist groß: Von Snacks in lässigen Coffeeshops über vegane Burger bis hin zu modernen Restaurants wirst du überall gut satt werden. Im Winter lohnt sich ein Besuch bei „Supa Star“ mit einem täglich wechselnden Angebot an günstigen und „supa“-leckeren Suppen oder das gemütliche „The Little Things“, wo nur mit lokalen und regionalen Zutaten gekocht wird.

Buletten mit Gurkensalat.
Klar, der bulgarische Joghurt ist international berühmt. Die Balkanküche hat jedoch viel mehr zu bieten. In Bulgarien hat sie mediterrane und osmanische Einflüsse. Foto: Kreulitsch

Besonders empfehlenswert: die Buletten mit Gurkensalat. Hip sind auch die Läden, in denen du tagsüber Kaffee trinken und abends Cocktails schlürfen kannst, zum Beispiel die „One More Bar“ oder die „Raketa Rakia Bar“, wo es auch gutes Essen und Drinks aus der Region gibt. Sofia von oben entdeckst du in der Rooftop-Bar des „Sense Hotels“ im neunten Stock, Blick auf die Alexander-Newski-Kathedrale inklusive. Ein absoluter Insidertipp ist der Besuch von Sofias Nationalbibliothek: Hier gibt es einen Club, der zum Tanzen, Trinken und Chillen einlädt: „Once Upon a Time Bibliotheka“.

7. Wegen der bulgarischen Rose

Wusstest du, dass Bulgarien der weltgrößte Erzeuger von Rosenöl ist? 70 Prozent der Weltproduktion an Rosenöl kommt von hier. Im 17. Jahrhundert dehnte sich die Rosenkultivation von Persien nach Indien, Nordafrika und in die Türkei aus, im Jahr 1710 begann der Rosenanbau in Bulgarien. Deshalb triffst du heute in Sofia an vielen Stellen auf die berühmten bulgarischen Rosen.

In Bulgarien wächst die besondere Damaszener-Rose, aus der das wohl teuerste Rosenöl der Welt hergestellt wird. Deutlich günstigere Souvenirs findest du in vielen Läden.
In Bulgarien wächst die besondere Damaszener-Rose, aus der das wohl teuerste Rosenöl der Welt hergestellt wird. Deutlich günstigere Souvenirs findest du in vielen Läden. Foto: Kreulitsch
Spannend sind die kleinen Läden, die Kosmetikprodukte mit Rosenöl verkaufen. Ob Seifen, Cremes oder Shampoos: Die Auswahl ist riesengroß. Besonders empfehlenswert sind „Rose of Bulgaria“ und der „Refan Shop“, die beide in der Fußgängerzone am Vitosha-Boulevard, Sofias größter Einkaufsstraße, liegen.

Tipp: Fast überall gibt es Rosenwasser zu kaufen – schmeckt herrlich erfrischend. Plus: In der hippen Cocktailbar „One More Bar“ gibt es einen „Hendrick’s and Tonic“ mit getrockneten bulgarischen Rosen.

Adressen:
Rose of Bulgaria, Bul Vitosha 4 | Refan Shop, Bul Vitosha 26 | One More Bar, Ul Tsar Ivan Shishman 12 

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