Japan: Das Fotografieren von Geishas in Kyoto ist jetzt verboten

Das Fotografieren von Geishas in Kyoto ist jetzt verboten

Seidene Kimonos, auffälliger Haarschmuck und makelloses Make-up: Für viele Touristen stehen Geishas für das traditionelle Japan. Ein Foto als Souvenir ist jedoch in Kyoto ab sofort untersagt.

Menschen zücken ihre Handys, um eine Geisha zu fotografieren.
Entweder heimlich oder zu penetrant: Den Einheimischen sind unhöfliche Touristen, die um jeden Preis ein Foto einer Geisha ergattern wollen, schon länger ein Dorn im Auge. Ihre Beschwerden münden nun in ein Fotoverbot. (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/Han-Min-t-u

In das historische Stadtbild Kyotos mit den Kanälen, Tempeln und der traditionellen Architektur schmiegen sich die Geishas und komplettieren das perfekte Postkartenmotiv der Kaiserstadt. Sie begeistert Touristen, die das Land zwischen Moderne und Tradition hautnah erleben möchten.

Offenbar zu nah: Einige sollen an den Kimonos der Geishas gezerrt und sie sogar angefasst haben. Zudem sei das Betreten von Privatgrundstücken und das Blockieren von Straßen und Gehwegen zum Problem geworden. Einwohner und Ladenbesitzer hätten sich nach einem Bericht der japanischen Online-Zeitung „Japan Today“ in den vergangenen Jahren vermehrt über das Benehmen der Ausländer beschwert.

Touristen fallen im alten Viertel Gion in Kyoto unangenehm auf

Nun soll härter durchgegriffen werden: Die Stadt hat am 25. Oktober ein Fotoverbot in dem Geisha-Viertel Gion verhängt – allerdings lediglich auf privaten Gehwegen. Wer sich nicht daran hält, dem droht eine Geldstrafe von 10.000 Yen, umgerechnet fast 83 Euro. Wie genau das überprüft und wie im Straffall die Zahlung eingezogen werden soll, ist bislang nicht bekannt.

Abgesehen davon kannst du weiterhin, wie auf der Tatsumi Bridge, Fotos machen. Dort, wo sich vermehrt die auffällig gekleideten Geishas aufhalten. Wie Instagram-Nutzerin Tara Baraja schreibt, habe sich diese Maiko (eine Geisha in der Ausbildung) über das Posieren für Touristen gefreut.

Auch zwischen den hölzernen Häusern auf der beliebtesten Straße, Hanami-kōji, bleibt das Knipsen weiterhin erlaubt.

Fotos von Geishas nur noch begrenzt erlaubt – das gilt es zu beachten

Dabei solltest du dich respektvoll gegenüber den Frauen zu verhalten, schließlich steckt hinter der Kostümierung ein Mensch, und keine emotionslose Touristenattraktion. Auch wenn ihr Beruf als Geisha sie gelehrt hat, andere Menschen zu unterhalten und mit ihnen zu interagieren.

Im vergangenen Jahr reisten 31 Millionen Menschen nach Japan – für viele steht das alte Vergnügungsviertel Kyotos, Gion, auf der Bucket-List.

Wenn du ähnliche Pläne hast, solltest du Folgendes beachten: Bleib nicht einfach auf dem Weg stehen, fasse keine Papierlaternen oder andere empfindliche Gegenstände an. Komm nicht in Versuchung, hinter die geheimnisvoll wirkenden Bambuswände zu schauen – in Gion wohnen und leben Japaner, ihr Zuhause ist für dich tabu.

Und wenn du dich schon im Land der Höflichkeit befindest, dann nimm dir doch gleich ein Beispiel an den Meistern: Nett und zurückhaltend sein, und im besten Fall die Geishas (auch Geiko) und Maikos für ein Fotos freundlich ansprechen.

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