Noch mehr Restaurants in den engen Gassen und auf den ohnehin schon überfüllten Plätzen? In Dubrovnik wird aktuell heftig über das Thema diskutiert, nachdem die Stadt einen entsprechenden Vorschlag eingereicht hat: Demnach könnte es in den nächsten fünf Jahren verboten sein, ein neues Restaurant innerhalb der historischen Altstadt zu eröffnen.

Es wäre ein weiterer Schritt im Kampf gegen den Overtourism – bereits durchgesetzte Maßnahmen wie die Reglementierung von Kreuzfahrt-Schiffen und ein Verbot von Souvenir-Ständen scheinen die Altstadt offenbar nicht ausreichend zu entlasten.

Dubrovnik will Sitzplätze und Tische im Freien noch stärker begrenzen

Dubrovniks Bürgermeister Mato Franković, der den Vorschlag nach einem Bericht von „CNN“ selbst initiert hat, konkretisiert das angestoßene Restaurant-Verbot: „Sie könnten drinnen eröffnen, aber es ist sehr schwer, in Dubrovniks Altstadt einen Ort zu finden, an dem man nur drinnen arbeiten kann. 99 Prozent der Restaurants führen ihr Geschäft mit Tischen im Freien.“

Restaurants in der Altstadt.
Restaurants in der Altstadt: Davon gibt es genug, meint der Bürgermeister der Stadt und will Neueröffnungen durch strengere Regeln erschweren. (Symbolfoto) Foto: imago images / robertharding

Die Stadtverwaltung besitzt sämtlichen öffentlichen Raum – damit verfügt sie frei darüber, von wem wie und wofür eine Fläche genutzt wird. Und das soll mit dem im Oktober vorgestellten Business-Plan „5×5×5“ in den kommenden fünf Jahren über Verpachtungsverträge noch strenger kontrolliert werden.

Abgestimmt wird darüber im Dezember – bereits jetzt hat Bürgermeister Mato Franković durchsetzen können, dass die Tischanzahl auf der Straße um 20 Prozent reduziert worden ist, ab dem 1. Januar 2020 kommen weitere zehn Prozent hinzu.

„GoT“-Hype verschafft Dubrovnik Weltruhm

Unterstützung gibt es dafür von Graham Carter, dem Gründer und Leiter des Reise- und Tourenveranstalters Unforgettable Croatia: „Die Eröffnung neuer Restaurants unter diesen Bedingungen zu limitieren ist ein smarter Schachzug“, die meisten Gastronomen seien aufgrund des Platzmangels auf Sitzplätze im Freien angewiesen.

Und Platz sei in Dubrovnik besonders in der Hochsaison rar, hebt er hervor und bringt es auf den Punkt: „Der größere Platzbedarf von Restaurants bedeutet weniger Fußgängerzone und überfüllte Straßen.“

Und genau diese Bilder prägen mehr und mehr das Stadtbild. In das Unesco-Welterbe pilgern verstärkt seit dem HBO-Erfolg „Game of Thrones“ Menschen, die die ohnehin schon beengten Gassen zum Platzen bringen, plus Tausende Kreuzfahrt-Passagiere, die schwallartig vom Hafen in den historischen Kern gelassen werden. Rund zwei Millionen Besucher kommen – mehr, als die Stadt verträgt.