Die meisten kommen wegen der imposanten Natur-Kulisse, doch aktuell zieht ein eiserner Kahn alle Aufmerksamkeit an den Niagarafällen auf sich. Gut 101 Jahre steckte das Schiffswrack „Iron Scow“ auf dem Fluss fest und trotzte allen Widrigkeiten – doch an Halloween riss ein Unwetter mit Starkregen den Lastenkahn aus der Verkeilung. Er trieb Dutzende Meter flussabwärts, mit Kurs auf den Abgrund der Niagarafälle. 

 Ansehnlich ist das verrostete Teil sicherlich nicht, jedoch gehört es – wohl auch aufgrund der spektakulären Geschichte – zu den Niagarafällen. Am 6. August 1918 löste sich der Kahn von seinem Schlepper – an Bord waren die Männer Gustav Lofberg und James Harris. 

Schiffswrack hängt mehr als 100 Jahre vor den Niagarafällen fest

Die reißenden Stromschnellen manövrierten die „Iron Scow“ gefährlich nah an die Kante des Horseshoe Falls. Nur 600 Meter entfernt konnten die Männer den Kahn zum Stehen bringen, von dort wurden sie von der Niagara-Parks-Polizei, der Feuerwehr und der Küstenwache gerettet. 

Gustav und James konnten dem Tod also noch mal von der Schippe springen – und auch ihr eisener Untersatz hatte sich seither gewehrt und sich keinen Zentimeter von dem Felsvorsprung wegbewegt. Die Bergung sei bis heute nicht durchführbar gewesen.

Doch Mutter Natur regelt den Fall nun: Die Ereignisse um den 31. Oktober sind eine kleine Sensation. Wer es anderen Touristen nachmachen will und noch ein Foto vom Wrack im Ganzen machen will, sollte sich sputen.

Denn weitere Unwetter könnten das Wrack erneut aus seiner Verankerung lösen. „Es könnte dort für Tage, aber auch für Jahre feststecken“, stellte der Senior Manager der Niagara-Parks-Kommission fest, wie die „Washington Post“ berichtet.