Nach Uluru: Nächster heiliger Ort in Australien bald für Touris tabu?

Nach Uluru: Nächster heiliger Ort in Australien bald tabu?

Das neu eingeführte Kletterverbot für Touristen auf dem Uluru war eine historische Entscheidung für Australien. Aus Rücksicht gegenüber den Aborigines könnte nun der Mount Warning, eine weiterer Hotspot, folgen.

Die heilige und spirituelle Naturstätte liegt im Wollumbin-Nationalpark an der Ostküste Australiens nahe Byron Bay. Touristen kommen, um die Spitze des Vulkans zu erklimmen.
Die heilige und spirituelle Naturstätte liegt im Wollumbin-Nationalpark an der Ostküste Australiens nahe Byron Bay. Touristen kommen, um die Spitze des Vulkans zu erklimmen.

Foto: imago images/Westend61

Wer nach Australien reist, sollte sich immer wieder bewusst machen, dass dieses Stück Erde für die Ureinwohner, die Aborigines, etwas Heiliges ist. Doch an diesem Bewusstsein mangelte es in den vergangenen Jahren offenbar – und zwar so stark, dass kürzlich DAS Wahrzeichen des Landes, der Uluru, für Touristen dichtgemacht hat

Bis zum 25. Oktober konnten diese auf den roten Monolithen klettern, nutzten ihn als Aussichtspunkt und fielen teilweise durch extrem unangemessenes Verhalten wie Wildpinkeln negativ auf. Zu solchen Ausmaßen soll es mehr als 2.000 Kilometer östlich an der Gold Coast zwar noch nicht gekommen sein, dennoch fürchten die Aborigines auch dort um ein Heiligtum, den Vulkan Mount Warning (auch Wollumbin).

Die heilige und spirituelle Naturstätte liegt im Wollumbin-Nationalpark an der Ostküste Australiens nahe Byron Bay. Touristen kommen, um die Spitze des Vulkans zu erklimmen.
Die heilige und spirituelle Naturstätte liegt im Wollumbin-Nationalpark an der Ostküste Australiens, nahe Byron Bay. Touristen kommen, um die Spitze des Vulkans zu erklimmen. Foto: imago images/Westend61

Mount Warning an der Ostküste Australiens gilt als heiliger Ort der Bundjalung

Auch hier wollen sich viele Ausflügler nicht mit der Ansicht von unten begnügen und erklimmen den rund 1.100 Meter hohen Berg. Jährlich sollen es laut offiziellen Zahlen um die 100.000 Menschen sein. Dabei betreten sie das heilige Land der lokalen Ureinwohner, der Bundjalung. Sie sind in der nördlichen Küstenregion zu Hause und sehen ihren Wollumbin in Gefahr.

„Es wäre so, als würde man auf die Spitze des Vatikans klettern oder auf eine Moschee“, verglich ein Zugehöriger des Stammesvolkes bei „CNN“. Die Bundjalung machen ungefähr zwei Prozent der Aborigines in Australien aus – auch sie fühlen sich als Wächter der Natur berufen.

„Respektlos“: Ureinwohner wollen Schließung für Touristen

Aus diesem Grund bittet die Aufsicht des gleichnamigen Nationalparks bereits jetzt darum, den Wunsch der Bundjalung, nicht auf den Wollumbin aufzusteigen, zu respektieren. „Wollumbin, was übersetzt ‚Wolkenfänger‘ für manche Aborigines heißt, ist ein traditioneller Ort kultureller Riten und Ursprung spiritueller Bildung der Bundjalung“, heißt es auf der Website.

Und ihren Regeln zufolge ist das Besteigen des Berges nur bestimmten Menschen vorbehalten. Doch das höfliche Bitten soll laut „CNN“ einigen nicht reichen, weshalb nun ein striktes Verbot seitens der Regierung wie beim Uluru eingefordert werden soll.

Wanderweg auf den Vulkan im Bundjalung-Nationalpark ist gefährlich

Das schlägt bereits jetzt Wellen: Auch ein weiterer Ort, der Mount Beerwah im Südosten von Queensland, soll zur Diskussion stehen. Er ist der höchste der zwölf vulkanischen Berge in Australien. An beiden Orten geht es auch darum, die Natur vor möglichen Schäden wie Erosion zu bewahren. Ein handfester Beschluss soll jedoch noch nicht gefällt worden sein.

Auf die Spitze des Mount Warning beziehungsweise Wollumbin können Besucher aktuell über einen 8,8 Kilometer langen Wanderweg gelangen.

Dieser hat es in sich: Teilstrecken seien extrem steil und gefährlich, Wanderer sollten ihn nur bei gutem Wetter und mit großer Vorsicht begehen, darauf weist die Nationalparkbehörde hin. 2017 mussten 15 Menschen, unter anderem per Helikopter, gerettet werden. Das berichtete „ABC“.

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