Neues Lufthansa-Boarding: Fenster-Passagiere dürfen zuerst einsteigen

Neues Lufthansa-Boarding: Fenster-Passagiere zuerst

Nie mehr Boarding-Chaos? Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss führen ein neues Boarding-System mit fester Reihenfolge ein – Passagiere mit einem Fensterplatz dürfen zuerst ins Flugzeug einsteigen.

Fast so schlimm wie der Kampf um Liegestühle am Pool: Wer darf zuerst ins Flugzeug einsteigen? (Symbolfoto)
Fast so schlimm wie der Kampf um Liegestühle am Pool: Wer darf zuerst ins Flugzeug einsteigen? (Symbolfoto)

Foto: imago images / Rüdiger Wölk

Es ist ein gewohntes Bild am Gate: Schon bevor die Airline-Mitarbeiter per Lautsprecherdurchsage zum Boarding aufrufen, stehen die ersten Passagiere in einer Schlange – weil sie unbedingt als Erste in das Flugzeug steigen wollen. Damit ist bei drei Airlines bald Schluss.

Wer einen Fensterplatz hat, darf zuerst einsteigen

Deutschlands größte Airline Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss führen neue Boarding-Systeme ein. Konkret bedeutet das: Von den Economy-Passagieren steigen die mit einem Fensterplatz zuerst ein.

Die Lufthansa testete das System namens „Wilma“ bereits im Frühjahr. Der Name steht als Abkürzung für die Reihenfolge: Window, Middle and Aisle (deutsch: Fenster, Mitte und Gang). Die Fluggäste werden in Gruppen ihren Sitzplätzen entsprechend in die Flieger gelassen, erklärt die Airline.

Das Boardingsystem spart Zeit

Die Tests seien ziemlich erfolgreich gewesen, sagt eine Airline-Sprecherin auf reisereporter-Nachfrage: „Für das Boarding sind 20 Minuten angesetzt, und mit dem ‚Wilma‘-System war es zwei bis drei Minuten schneller abgeschlossen.“

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Das System soll bei der Lufthansa ab Donnerstag, 7. November, für Kurz- und Mittelstreckenflüge innerhalb Europas eingeführt werden, allerdings noch nicht an den Airports Frankfurt und München. Diese sollen später folgen, ebenso die Umsetzung auf der Langstrecke.

Damit will Deutschlands größte Airline im Laufe des kommenden Jahres beginnen. Swiss fängt ebenfalls am Donnerstag an, Austrian Airlines startet das Boardingsystem im Dezember in Wien.

Noch einmal im Überblick: So boardet Lufthansa künftig

  • Pre-Boarding: Familien mit Babys und Kindern unter fünf Jahren, alleinreisende Kinder, Reisende mit Behinderung
  • Gruppen 1 und 2: Vielflieger mit Status Hon-Circle, Senator oder Star Alliance Gold sowie Business-Class-Passagiere, Economy-Flex-Reisende
  • Gruppe 3: Economy-Class-Reisende mit Fensterplatz
  • Gruppe 4: Economy-Class-Passagiere mit Mittelplatz
  • Gruppe 5: Economy-Class-Reisende mit Gangplatz

Die Passagiere können die Ziffer ihrer Gruppe auf ihrer Bordkarte nachlesen – diese wird hinter der Abkürzung GRP (für Gruppe) angezeigt. 

Boarding hat Einfluss auf Handgepäck-Verstauung

Das neue Boarding-System führt auch dazu, dass Passagiere mit einem Fensterplatz ihr Handgepäck zuerst verstauen dürfen. Was ist, wenn dann für die Passagiere mit Gangplatz kein Platz mehr in den Gepäckfächern ist?

Diese müssen ihr Handgepäck dann im Frachtgepäck aufgeben, so die Lufthansa-Sprecherin. „Wenn absehbar ist, dass ein Flug voll ausgelastet ist, werden Passagiere darüber vorab per App informiert. Sie haben dann die Möglichkeit, ihr Handgepäckstück kostenlos einzuchecken.“ Diese Möglichkeit würden bereits jetzt „viele Passagiere“ nutzen.

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