Schwulen-Küsse unerwünscht: Etihad und Delta zensieren Filme

Schwulen-Küsse unerwünscht? Airlines zensieren Filme

Etihad Airways und Delta Airlines haben mit Homophobie-Vorwürfen zu kämpfen. Der Grund: Passagiere hatten berichtet, dass Filme zensiert worden seien, in denen sich homosexuelle Paare küssen.

Kilian Genius
Bildschirme im Flugzeug.
Auf längeren Flügen kann es schnell langweilig werden. Gut, dass es Filme gibt, die für Unterhaltung sorgen – bei Etihad und Delta sorgen sie derzeit aber eher für Aufregung. (Symbolbild)

Foto: imago images/Sven Simon

Zwei der größten Airlines weltweit erleben gerade einen Shitstorm: Etihad Airways und Delta Airlines müssen sich Homophobie-Vorwürfen stellen, nachdem auf Twitter einige Fluggäste davon berichtet haben, dass Filme zensiert worden seien, in denen sich gleichgeschlechtliche Paare näherkamen oder es allgemein um Homosexualität ging.

Shitstorm auf Twitter für Etihad Airways und Delta Airlines 

Unter anderem sei die US-amerikanische Teenie-Komödie „Booksmart“ zensiert worden. Die Szene, in der sich die beiden Hauptdarstellerinnen küssen, sei auf Etihad-Flügen nicht zu sehen gewesen.

Die Journalistin Michaela Barton flog mit der Airline und schrieb auf Twitter: „Ich habe versucht, ‚Booksmart‘ im Flugzeug zu schauen, aber die komplette Szene, in der zwei Mädchen miteinander rummachen, wurde rausgeschnitten. Nicht einmal ein Kuss war erlaubt! Aber keine Sorge, die Heterosexuellen durften sich küssen.“

Zugegeben: Etihad Airways ist eine eher konservative Airline. Doch auf Twitter schreiben einige Passagiere von ähnlichen Vorfällen – und zwar auf Flügen mit Delta Airlines. Twitter-Nutzerin Kim ist wütend: „Ich verstehe, dass Delta die sexuellen Szenen in ‚Booksmart‘ zensiert, aber sogar das Wort ‚Lesbe‘ wurde ohne Grund rausgeschnitten?“

Auch die Regisseurin des Films, Olivia Wilde, äußert sich auf Twitter: „Das ist wirklich Mist. Es gibt keine nackten Menschen in der Szene zu sehen. Warum soll die Szene zu obszön sein, um sie in einem Flugzeug zu zeigen?“

Ebenfalls „Rocketman“, Elton Johns Filmbiografie, soll extrem bearbeitet worden sein. Die Szenen, in denen es um die sexuelle Orientierung des Musikers ging, hätten einfach gefehlt.

Twitter-Nutzerin Shana schreibt: „Auf dem Delta-Flug heute ist mir aufgefallen, dass fast jede Szene aus ‚Rocketman‘ geschnitten wurde, in der es um Homosexualität geht. Sogar ein einfacher Kuss wurde zensiert.“

So zensieren Airlines ihre Unterhaltung an Bord

Jede Airline hat ihre eigenen Richtlinien für das Bordprogramm. Dem US-amerikanischen Magazin „The Points Guy“ verrät Flugexperte Jovitah Toh: „Airlines geben ihre Richtlinien an Produktionsfirmen und Händler weiter, die die Filme bearbeiten. Zum Beispiel werden Nacktheit, Sexszenen, religiöse Darstellungen, Flugzeugabstürze, Logos konkurrierender Airlines, Schimpfwörter und – bei muslimischen Airlines – Bilder oder Erwähnungen von Schweinen zensiert.“

Der britischen Zeitung „The Sun“ erklärt ein Sprecher von Delta Airlines: „Unsere Richtlinien fordern keinesfalls die Zensur von homsexuellen Inhalten in Filmen. Uns ist Diversität sehr wichtig. Wir werden unsere Prozesse überarbeiten, um sicherzustellen, dass die Bearbeitung der Bord-Filme in keinem Konflikt zu unseren Werten steht.“

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