Renovierter Container als Airbnb-Unterkunft sorgt für Ärger in England

Container bei Airbnb: Ärger um Unterkunft in England

Wie stellst du dir eine Nacht in einem Schiffscontainer vor? Wahrscheinlich alles andere als gemütlich. Das Gegenteil beweist dir eine neue Airbnb-Unterkunft in England – doch Gäste dürfen noch nicht rein.

Statt Fracht sollten in dem Container bald Touristen unterkommen. Die Besitzer haben diesen komplett renoviert.
Statt Fracht sollten in dem Container bald Touristen unterkommen. Die Besitzer haben diesen komplett renoviert.

Foto: facebook.com/North Kesteven District Council

Keine weitere Touristenfalle, sondern eine originelle Unterkunft im englischen Sleaford nahe der Stadt Lincolnshire: In einem Garten hinter einem gewöhnlichen Bed-and-Breakfast steht ein umfunktionierter Schiffscontainer. Von außen mit typischer Verkleidung, erinnert im Inneren nichts mehr an den schmucklosen Transportbehälter.

Eigentlich sollten hier schon bald die ersten Übernachtungsgäste über Airbnb kommen, doch der Stadtrat hat dem erst mal eine Absage erteilt: Der Ausbau sei ohne offizielle Genehmigung erfolgt, auch ein nachträglicher Antrag wurde vom zuständigen Komitee am Dienstag abgelehnt.

Renovierter Schiffscontainer darf vorerst nicht eröffnen

Einer der Stadträte, David Suiter, hatte Bedenken hinsichtlich der Gestaltung und Lage geäußert, woraufhin der Container überprüft wurde. Gäste hätten dabei auf normale Standards wie laufendes Wasser und Elektrizität nicht mal verzichten müssen. Und sogar eine Bepflanzung des Daches soll der Besitzer planen. Für die Verwaltung wohl aber nicht überzeugend genug.

In der Beschreibung bei Airbnb hätte den Stadträten zufolge wohl nicht „solarbetriebener Container mit Industrie-Charme und Rooftop-Garten“, sondern eher „entsetzlich, grässlich, schrecklich, wirklich abscheulich“ gestanden. So lauteten die Reaktionen, berichtet der North Kesteven District Council auf Facebook

Besitzer des Schiffscontainers kämpft um seine Airbnb-Unterkunft

Weitere Bedenken waren offenbar Folgen für das angrenzende Naturschutzgebiet, zudem störe der Container das Bild der unter Denkmalschutz stehenden Häuser. Doch es gibt auch Gegendwind in den Kommentaren: Will Pitman meint, dass die nachhaltige Unterkunft gut aussehe. Er unterstütze die Besitzer, sie würden dazu beitragen, dass Sleaford mehr Besucher bekäme.

Als „grandiose Idee“ bezeichnet Peter Harrison die Unterkunft. Er, aber auch etliche andere wettern gegen die Stadträte, die sich weltoffener und toleranter zeigen sollten. Und auch einer der Besitzer, der zuvor nicht namentlich genannt werden wollte, meldete sich zu Wort.

John Price schreibt, er habe zuerst durch den Facebook-Post von der Absage erfahren. Ihm bliebe nur noch die Option, den Schiffscontainer „ansprechend“ umzugestalten oder ihn ganz zu entfernen. Er wolle nicht klein beigeben und fühle sich durch den Zuspruch im Netz gestärkt: Am Container soll so lange weitergewerkelt werden, bis darin die ersten Gäste ganz offiziell schlafen dürfen. 

Ganz andere Ambitionen hatten Betrüger in Amsterdam: Sie lockten einen Briten in eine Falle. Der landete daraufhin auch in einem Container – allerdings unfreiwillig. 115 Euro hatte er für den Fake gezahlt.

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