Travemünde: Tipps für deinen Ostsee-Urlaub ǀ reisereporter.de

Top Stories

Mehr
Ostseeperle mit Charme – der Badeort Travemünde

Als „Lübecks schönste Tochter“ wird Travemünde liebevoll bezeichnet. Der bekannte Urlaubsort an der Mündung zwischen Trave und Ostsee darf sich seit mehr als 200 Jahren Seebad nennen – und ist damit eines der ältesten Ostseebäder im Norden. Mondänes Strandleben auf der einen, Deutschlands größter Ostseehafen auf der anderen Seite geben Travemünde heute sein reizvolles Gesicht. Neben Strandpromenade, exklusiver Shoppingmeile entlang der Uferstraße und einem kilometerlangen Sandstrand hat der nördlichste Stadtteil Lübecks dir viele weitere Attraktionen zu bieten.

Charmante Flaniermeile und jede Menge Strand

Viereinhalb Kilometer feinster Sand – der lange weiße Sandstrand von Travemünde ist ein Anziehungspunkt für Groß und Klein. An der Strandpromenade auf der Stadtseite findest du den Kurstrand, der mit rund 1.200 Strandkörben jede Menge Platz für entspannte Stunden bietet. Deine Kids dürften sich über das große „Piratendorf“ freuen – auf dem Abenteuerspielplatz mitten im Sand lädt das Piratenschiff „Dreizehn“ mit seinen Fässern und Schatzkisten zum Herumtoben ein.

Östlich der Trave, durch die Flussmündung von der Stadtseite getrennt, liegt der schöne Naturstrand der Halbinsel Priwall – Anhänger der Freikörperkultur (FKK) und Hundebesitzer haben hier jeweils ihren eigenen, weitläufigen Bereich. Den von einer malerischen Dünenlandschaft umgebenen Strand kannst du ganz unkompliziert mit der Fähre erreichen – sie startet regelmäßig von der Nordermole aus. Schleswig-Holsteins einziger Grünstrand, im Volksmund auch „Liegewiese“ genannt, ist im ruhigeren Teil von Travemünde, nahe der ehemaligen Seebadeanstalt „Mövenstein“, zu finden. Er bietet sich an, wenn du im Ostseebad an einem gebührenfreien Strand urlauben möchtest. Hier kannst du im Schatten der vielen Bäume relaxen und dabei einen herrlichen Ausblick über die gesamte Lübeck Bucht genießen.

Du brauchst im Urlaub auch mal Abwechslung vom Sonnenbaden und Schwimmen? Dann ist die knapp zwei Kilometer lange Strandpromenade von Travemümde das perfekte Ziel: Die im Jahr 1899 erbaute Flaniermeile hat Travemünde bereits vor einigen Jahren umfassend saniert – und dabei einen charmanten Mix aus urbanem Stil und dem Flair der Jahrhundertwende geschaffen. Granitpflaster und moderne Liegemöbel ergänzen nun das historische Geländer aus Schmiedeeisen und die altmodischen Lampen mit ihren nach oben gewandten Schirmen.

Bezaubernde Innenstadt mit alter Bäderarchitektur

Der historische Stadtkern des Ostseebades, das eigentliche „Alt-Travemünde“, lockt mit bezaubernder Bäderarchitektur. Die sogenannte „Vorderreihe“ mit ihren zahlreichen Boutiquen, Restaurants und Cafés führt am Ufer der Trave entlang – auf der „heimlichen Hauptstraße“ Travemündes lässt sich hervorragend flanieren. Die zweigeschossigen Häuser mit ihren malerischen Fassaden sind um 1875 herum entstanden – und heute das Aushängeschild des Badeortes. Mittelpunkt der Altstadt ist die St.-Lorenz-Kirche: Die spätgotische Backsteinkirche beherbergt einzigartige Wand- und Deckenmalereien sowie einen sehenswerten barocken Altar aus dem 18. Jahrhundert. Einen Besuch abstatten solltest du auch der Alten Vogtei. Das historische Backsteinhaus war früher Sitz des Lübecker Stadtvogtes – bei seiner Sanierung wurden unter abgehängten Decken wertvolle Kassettenmalereien aus der Renaissance entdeckt. Inzwischen wird die Alte Vogtei als kultureller Veranstaltungsort, Restaurant und Weinkontor genutzt.

Viermastbark „Passat“ und Alter Leuchtturm sind Wahrzeichen Travemündes

Fest am Priwall-Ufer in Travemünde vertäut, liegt das Museumsschiff „Passat“ – eines der Wahrzeichen des beliebten Ostseebades. Die inzwischen mehr als 100 Jahre alte Viermastbark lief 1911 in der Hamburger Werft Blohm & Voss vom Stapel. Zunächst als Frachtsegler zwischen Europa und Südamerika im Einsatz, diente das 115 Meter lange Schiff in den fünfziger Jahren als Frachtsegelschulschiff und umrundete bis zu seiner Außer-Dienst-Stellung insgesamt 39 Mal das Kap Hoorn. Im Jahr 1959 bewahrte die Hansestadt Lübeck den historischen Großsegler vor dem Abwracken. Heute steht die „Passat“ unter Denkmalschutz und kann von Ende März bis Ende Oktober täglich besichtigt werden. Wer im Ostseeurlaub „Ja“ sagen will, kann auf dem Museumsschiff übrigens auch heiraten!

Ein weiteres Wahrzeichen Travemündes ist der Alte Leuchtturm, der im Jahr 1539 erbaut wurde. 1972 ist der wohl älteste Leuchtturm Deutschlands in den Ruhestand versetzt worden. Seine Aufgabe hat mittlerweile ein Leuchtfeuer auf dem Dach des Maritim-Strandhotels übernommen, das Schiffe auf fast 115 Metern Höhe sicher in den Travemünder Hafen leitet. Heute ist in dem 31 Meter hohen Backstein-Turm ein maritimes Museum untergebracht. Hier erfährst du Wissenswertes über die Geschichte der Leuchtfeuertechnik, zudem werden auf den insgesamt acht Etagen auch unterschiedliche Feuerschiff-Modelle, verschiedene Seelaternen und ehemalige Lichtanlagen anderer Leuchttürme gezeigt. Hast du die 142 Stufen zur Galerie des Alten Leuchtturmes geschafft, kannst du sogar die immer noch funktionsfähige Leuchtanlage mit ihren 1.000-Watt-Glühbirnen bestaunen.

Vom alten Fischereihafen aus „dicke Pötte“ gucken

Der Travemünder Skandinavienkai ist der größte Fährhafen an der deutschen Ostseeküste. Rund zwei Drittel des Lübecker Hafenumschlags in Richtung Skandinavien, Baltikum und Russland werden heute hier abgewickelt – der Zugang für leidenschaftliche „Pötte-Kieker“ ist am Skandinavienkai allerdings nicht gestattet. Schau dir das Ein- und Auslaufen der dicken weißen Fähren und Containerschiffe deshalb am besten vom alten Fischereihafen aus an – dabei kannst du dann auch gleich ein leckeres Fischbrötchen verspeisen. Am hochmodernen Ostpreußenkai in Travemünde legen zudem die Kreuzfahrtriesen an – ein echter Hingucker!