Marokko: Diese Städte musst du sehen | reisereporter.de

Marokko: Welche Stadt muss ich sehen?

Marokko ist das Land der Gegensätze. Hochgebirge und Wüste. Strand und Skifahren. Auch die großen Städte Marokkos bieten eine riesige Bandbreite zwischen Tradition und Moderne. Wo du unbedingt vorbeischauen solltest, hängt von deinen Vorlieben ab. Wir haben da ein paar Vorschläge...

Gerberei in der Medina (Altstadt) von Fès (Marokko)..
Gut, dass Fotos keine Gerüche transportieren: eine Gerberei in der Medina von Fès.

Foto: pixabay.com/agoodkeensavage

Casablanca

Casablanca ist mit 3,7 Millionen Einwohnern die größte und wohl auch bekannteste Stadt in Marokko. Das liegt nicht zuletzt am gleichnamigen Film-Klassiker mit Humphrey Bogart. Als Reminiszenz wurde die Kulisse von "Rick's Café" im Jahr 2004 originalgetreu nachgebaut und ist heute ein Geheimtipp für Touristen. Den hat die Stadt auch nötig, denn wer hier nach Farben und Gerüchen des Orients sucht, wird enttäuscht. Casablanca gleicht einer südeuropäischen Großstadt mit Einkaufsstraßen, die an Barcelona erinnern. Es gibt zwar eine Medina (Altstadt), die aber vom Flair nicht mit den mittelalterlichen Städten Fès oder Meknès mithalten kann. 

Auf den Straßen trifft man bevorzugt auf moderne, aufgeklärte Frauen. Selbst Kopftücher sind eine Seltenheit. Der Islam spielt hier also eine Nebenrolle? Jein. Die größte Attraktion Casablancas liegt direkt am Meer, nur wenige Meter neben Hafen und Strand: die Moschee Hassan II. Das Minarett mit 210 Metern Höhe macht die Moschee zum höchsten religiösen Gebäude der Welt. Sie bietet 25.000 Menschen Platz. Nur vier Moscheen weltweit sind noch größer. Nicht überall üblich: Auch Nichtmuslime dürfen das monumentale Gebäude besichtigen.

Film-Fans können auf einen Besuch in Casablanca nicht verzichten. Wenn du Städte wie Barcelona, Athen oder Lissabon magst, dann wirst du dich hier auch wohl fühlen. Und manchem mag allein die beeindruckende Hassan-II.-Moschee einen Besuch wert sein.  

Blick auf Casablanca mit der Hassan-II.-Moschee.
Blick auf Casablanca mit der Hassan-II.-Moschee. Foto: imago/Nature Picture Library

Agadir

Jetzt beschönigen wir einfach mal nichts: Agadir ist keine hübsche Stadt. Mit gutem Grund. Das Flugziel der meisten Marokko-Touristen wurde 1960 von einem Erdbeben beinahe vollständig zerstört und wurde danach neu aufgebaut. Kaum ein Gebäude in der 600.000-Einwohner-Stadt ist also älter als 55 Jahre. Zu bieten hat Agadir in erster Linie kilometerlange Sandstrände. Viele davon gehören zu großen Hotelanlagen, andere sind frei zugänglich. Dazu gibt es zahlreiche Restaurants, Bars, Diskotheken und Nachtclubs.

Wer Erholung am Strand in schönen Ferienhotels sucht, macht in Agadir nichts falsch. Mit Ausflügen nach Essaouira oder Marrakesch siehst du dann auch etwas von den Schönheiten Marrokos.

Blick von der Kasbah auf Agadir.
Agadir ist das Lieblingsziel der Deutschen in Marokko. Foto: Michel Terrier via Wikimedia Commons

Fès

Fès ist ein echter Geheimtipp. Nicht wenige Globetrotter nennen die Millionen-Metropole im Norden des Landes eine der schönsten Städte der Welt. Die Medina von Fès – auch Fès el Bali genannt – ist die größte mittelalterliche Altstadt der Welt. In mehr als 9000 Gassen wirst du dich zwangsläufig verlaufen. Nimm dir also unbedingt einen der Guides, die für ein wenig Kleingeld an allen Zugängen ihre Dienste anbieten. Zwischen Gewürz- und Teppichhändlern, Gerbereien und Wasserverkäufern ist es teilweise so eng, dass du zu Fuß kaum durchkommst. Hier lebt der Orient. Ein eindrucksvolles Erlebnis in einer Königsstadt voller freundlicher Menschen.

Wer Marokko bereist, darf Fès nicht verpassen. Hast du auch nur einen kleinen Faible für das Orientalische, dann bist du hier richtig. So wuselig, so freundlich, so abenteuerlich findest du den mittelalterlichen Orient vermutlich nirgendwo auf der Welt.

Medina (Altstadt) von Fès am Abend.
DIe Medina von Fès kommt auch am Abend nicht zur Ruhe. Foto: imago/ecomedia/robert fishman

Rabat

Rabat ist die Hauptstadt von Marokko. Das merkt aber kaum jemand. Rabat ist die Residenz des Königs. Das weiß aber kaum jemand. Entsprechend ist die 500.000-Einwohner-Stadt kein Touristenmagnet. Damit tun wir Rabat aber unrecht. Piraten wählten die Stadt im 17. Jahrhundert als Stützpunkt. Von der wilden Vergangenheit zeugen heute noch die hohen Mauern am Meer, die die Stadt vor Angriffen schützen sollten. Dieser Teil der Altstadt, die sogenannte Kasbah, ist für seine malerischen Gassen und Häuser bekannt, die alle in blau und weiß gehalten sind. Sehenswert ist außerdem vor allem die Gegend um das Wahrzeichen der Stadt, den Hassan-Turm. Dort befindet sich eine alte Grabstätte und ein bizarr anmutender Wald aus Dutzenden Säulen.

Wer sich "Orient light" wünscht, Sauberkeit, hübsche Gässchen und ein bisschen Prunk zu schätzen weiß, wird Rabat lieben.

Altstadt (Medina) von Rabat. Gasse in Blau und Weiß.
Zauberhafte Gassen in der Altstadt von Rabat. Foto: pixabay.com/C_Ki

Meknès

Rund 60 Kilometer westlich von Fès liegt Meknès, ebenfalls eine Königsstadt. Ähnlich wie in der afrikanischen Haupstadt des Orients kannst du hier authentische mittelalterliche Kultur genießen. Die Stadt wurde im zehnten Jahrhundert nach Christus gegründet und erlebte im 18. Jahrhundert ihre Blütezeit. Von der Festung ist eine 25 Kilometer lange Mauer mit beeindruckenden Toren heute noch erhalten. Mit ihrer Medina im Westen und der unter französischer Herrschaft entstandenen neuen Stadt (Ville nouvelle) im Osten, verbindet sie zwei komplett unterschiedliche Welten.

Meknès ist perfekt für Besucher, die es mittealterlich aber nicht ganz so wuselig mögen wie in Fès. Orient für Anfänger.

Stadttor Bab Mansour in Meknès.
Durch das berühmte Stadttor Bab Mansour betrittst du die Medina von Meknes. Foto: Chris Martin via Wikimedia Commons

Essaouira

Die weiße Stadt am Atlantik ist untypisch für Marokko. Die Häuser sind weiß, die Fensterläden traditionell blau, das sieht nicht nur malerisch aus, sondern schützt nach einheimischem Glauben auch gegen den "bösen Blick". Die Medina Essaouiras ist viel geradlinigier und übersichtlicher angelegt als etwa die von Fès. Das hat wohl auch damit zu tun, dass sie erst im 18. Jahrhundert entstand. Im Hafen werden noch Schiffe aus Holz gebaut, außerdem kann man Fischern beim Einholen ihrer Beute zusehen. Eine echte Empfehlung sind die rustikalen Restaurants, die köstlich-frische Meeresfrüchte anbieten. 

Entspannen und Baden, ganz ohne Touristenmassen. Essaouira ist ein Geheimtipp für Erholungssuchende, die Trubel und Hotelburgen vermeiden wollen.

Blick auf Essaouira, marokkanische Stadt am Atlantik.
Essaouira bietet Erholung jenseits der Touristenströme. Foto: imago/Westend61
   

Tanger

Die Hafen- und Handelsstadt Tanger an der Straße von Gibraltar gilt als die europäischste Stadt Marokkos. Sie bietet mit ihrem Markttreiben, ihrem modernen Verkehrssystem und dem westlichen Unterhaltungsangebot eine Mischung aus afrikanischen, europäischen und orientalischen Einflüssen. Aber, Vorsicht: In Tanger ist die Kriminalitätsrate deutlich höher als in anderen Städten Marokkos. Du solltest deine Wertsachen im Auge behalten.

Du planst eine Rundreise durch Marokko und denkst darüber nach, eine Stadt zu streichen, weil es sonst zu hektisch wird? Unser Kandidat hieße: Tanger.

Der Platz des 9. April in Tanger, Marokko.
Die Hafenstadt Tanger gehört nicht zu den schönsten Städten Marokkos. Foto: imago/imagebroker

 

Marrakesch

Die rote Stadt liegt am Fuße des Atlasgebirges und am Rande eines großen Palmenhains. Beinahe alle Häuser, ob in der Altstadt oder im modernen Teil Marrakeschs, sind in einem blassen Rot gehalten. Marrakesch ist Oase, Stadt der Gärten und Parks (der vielleicht berühmteste wurde angelegt von Yves Saint Laurent), Stadt des Orients, Stadt der wunderschönen Paläste, Moscheen und Hotels. Kurz: Marrakesch ist ein Traum. 

Blick auf den Djemaa el Fna in Marrakesch bei Nacht..
Zentrum des Orients in Marokko: der Platz der Geköpften (Djemaa el Fna) in Marrakesch. Foto: imago/Westend61

Der zentrale Platz ist der Djemaa el Fna (Platz der Geköpften), an dem früher öffentliche Hinrichtungen stattfanden. Hier tummeln sich Gaukler, Schlangenbeschwörer, Wahrsager, Musiker und Tänzer und sorgen dafür, dass Touristen keine Sekunde durchatmen können. Kurios: Auch Zahnärzte bieten ihre Dienste an. Ihre Therapie: Ziehen. Das einzige Werkzeug: eine große Zange. Der Beleg ihres Könnens: eine große Kiste mehr oder weniger voll mit gezogenen Zähnen, die sie vor sich hertragen. 

Der Djemaa el Fna ist ein Highlight. Aber: Kein Westeuropäer hält es dort länger als ein, zwei Stunden aus. Dann brauchst du Erholung. Aber auch die bietet Marrakesch. Mit viel Grün, mit freundlichen Händlern in der Medina und mit viel Kultur. 

Marroko ohne Marrakesch geht nicht. Genauso wie Fès gehört die rote Stadt zum Pflichtprogramm.

 

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