Mit Wein verdient die Familie aus dem idyllischen Örtchen Vrbnik ihr Geld bereits in fünfter Generation. Es ist ein ganz besonderer Wein, den sie anbaut und den es nur auf Krk gibt: der Žlahtina. Diese landestypische Rebsorte schmeckt erfrischend, süffig und mineralisch.

Der Wein ist einfach wundervoll – so wie das größte kroatische Adria-Eiland. Krk ist mit seinen vielen Buchten und Fjorden ein wahrer Tummelplatz für Segler, Taucher und Sonnenanbeter.  

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Den gleichnamigen Hauptort der Insel durchziehen enge Gassen. Schützend legt sich eine dicke Mauer um die Stadt, die früher Piraten abschreckte. Hinter den kleinen, venezianisch geprägten Häusern verstecken sich zauberhafte Innenhöfe. Das Wasser am Ufer ist glasklar.

Opatija: Glanzvolle Tage der Belle Époque

Überhaupt ist die östliche Adria mit rund 1.000 Inseln gespickt – ein gutes Dutzend davon liegt wie Krk oder Rab in der Kvarner-Bucht vor dem mondänen Opatija.

Opatija – das ist eine noch immer kleine Stadt mit einem großen Traum. Der Ort will mit Moderne an die glanzvollen Tage der Belle Époque anknüpfen. Damals stieg er zu einem der vornehmsten Seebäder der österreichischen K.-u.-k.-Monarchie auf. 

Die Habsburger spazierten über die zwölf Kilometer lange Promenade namens Lungomare, die heute wieder „Franz Joseph“ heißt. In den villenartigen Hotels trafen die Kaisersöhne ihre Geliebten. In den Kurparks, wo es nach Pinien und Kamelien duftet, wandelten Kaiser Wilhelm II. und die Könige von Rumänien, Griechenland und Schweden. In den Tanzsälen vergnügten sich Künstler wie Gustav Mahler, Anton Tschechow oder Isadora Duncan. In den Kaffeehäusern wurde Sachertorte serviert, die seit 1884 binnen fünf Stunden mit der Eisenbahn aus Wien kam.

1889 wurde Opatija, das damals noch Abbazia hieß, zum „Curort“ ernannt. Es lag mitten in der großen Welt, es war „hip“. Auch heute noch – nach mehr als 100 Jahren – ist der Charme der alten Zeit unverkennbar, auch wenn die Hotelkolosse der Tito-Ära noch lange Schatten werfen.  

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Im Zentrum sind neue Galerien und Designerläden entstanden, Blumenbeete und Parks sind bestens gepflegt, Cafés bieten Konditorkunst vom Feinsten und die Restaurants Köstlichkeiten aus dem Meer: etwa die berühmten „Kvarner Scampi“.

Aufgrund der rund 700 Meter tiefen Bucht, in der sie gefangen werden, sind sie besonders groß und schmackhaft. Überhaupt ist die Kvarner-Region, die die Halbinsel Istrien mit dem kroatischen Küstenland verbindet, wieder voll im Trend. 20 Prozent aller Kroatien-Urlauber – jeder dritte davon aus Deutschland – zieht es an Kvarners wunderschöne Küste. 

Eine Sünde wäre es allerdings, das Hinterland links liegen zu lassen. An den waldreichen Bergen des Gorski kotar, die die Adriaküste vor Wind und Regen schützen und dafür sorgen, dass Opatija mit bis zu 2.300 Sonnenstunden verwöhnt wird, kleben uralte Dörfer wie steinerne Nester. Legenden erzählen, sie wurden einst von Riesen dort hinaufgesetzt.

Hier, auf rund 800 Metern Höhe, erlebt der Besucher eine ganz andere Welt. Hunderte Wildbäche strudeln, mit Glück lassen sich Luchs und Bär beobachten, oder Karsthöhlen wie die 277 Meter tiefe Lokvarka-Grotte laden zu abenteuerlichen Erkundungen ein.

Gasthäuser an der Adriaküste

Und die machen natürlich Appetit. Was den Franzosen das Bistro und dem Italiener die Osteria, ist dem Kroaten die Konoba. In den Bergen bieten die Wirtshäuser mit besonders rustikalem Essen auf. Fleischplatten und Ćevapčići? Das gibt es zwar immer noch. Aber viele Gasthäuser – ob in den Bergen oder an der Küste – präsentieren sich inzwischen modern und selbstbewusst als neue Gourmet-Destinationen – wie das „Kukuriki“ in Kastav oder „Johnson“ in Mošćenička Draga. Es gibt luftgetrockneten Schinken, Lamm in feinsten Kräutern und Meersalz gerollt, handgemachte Nudeln, würzigen Schafskäse, schwarzes Risotto mit Muscheln oder Seespinne sowie hervorragenden Malvazija-Wein.

Speisekarten gibt's selten, denn es kommt das auf den Tisch, was Fischer, Bauern, Winzer oder Jäger frisch und saisonal im Angebot haben. In den Küchen leben die Traditionen fort, die alle möglichen Völker hinterlassen haben: Venezianer, Slawen, Türken, Österreicher oder Italiener. Sie sind wieder verschwunden. Geblieben ist eine Vielfalt, die die Kvarner-Region zu dem macht, was sie heute ist: einzigartig.