Als sich die Meldung von Castros Tod über Staatsfernsehen, Mundpropaganda und Radio in Kuba verbreitete, waren die Reaktionen gemischt. Die Kubaner nahmen die Nachricht entweder mit Jubelschreien, tiefer Trauer oder einem Schulterzucken hin. Letztere Reaktion trifft wohl auf die Mehrzahl der Inselbewohner zu, denn der Politiker war schon geraume Zeit nicht mehr präsent. 

Auch international wurden unterschiedliche Beileidsbekundungen nach Kuba verschickt: Während Putin den kommunistischen Ex-Präsidenten sehr lobte, hielten sich andere Regierungen eher neutral-bedeckt. Obama sprach Castros Familie sein Beileid aus und versicherte dem kubanischen Volk, weiterhin in den USA einen „Freund und Partner“ zu haben. Obama hatte 2016 die Annäherung beider Staaten vorangetrieben und Brücken für Handelsbeziehungen gebaut. 

Oldtimer in einer kubanischen Straße.
Kubas Charme wird vor allem durch die unzähligen Oldtimer auf der Insel bewahrt. Doch die werden nicht aus Nostalgie gepflegt, sondern wegen des Importverbots von Autos, das gut 50 Jahre lang galt. Foto: unsplash.com/Michele Spinnato

USA & Kuba: Ungewisse Zukunft

Das Statement des designierten US-Präsidenten Donald Trump, deutet eine weniger wohlwollende Beziehung zwischen den beiden Ländern an. Wie bereits im Wahlkampf angekündigt, wird Trump Handelsbeziehungen und den Dialog zu Kuba nicht weiter verfolgen. Zumindest solange die Regierung keinen Kurswechsel ankündigt. Allerdings verweist der bisherige Trend in Trumps Politik auf ständige Kehrtwenden.

Seit der Annäherung zwischen den USA und Kuba, mit der auch erleichterte Einreisebedingungen für US-Amerikaner einhergingen, befürchten viele, dass die Insel bald ihren Charme verliere. Damit meinen sie die Oldtimer, die Kubas Straßen füllen oder den bewundernswerten Einfallsreichtum der Kubaner. Doch beide Attraktionen fußen auf einem kommunistischen System, das eine landesweite Armut verursacht. Auch Bildungs- und Gesundheitssystem sind mangelhaft: Ärzte und Lehrer verdienen weitaus weniger als Kellner und Fremdenführer, sodass sie ihren Job lieber gegen die winkenden US-Dollars in der Tourismusbranche eintauschen. Wird also Castros Tod das Ende der kommunistischen Partei auf Kuba bedeuten, sodass die Insel bald von Reformen verändert wird? Wohl eher nicht, denn die Regierungspartei hat sich gut aufgestellt, um Revolutionen zu ersticken.

 

Bleibt Kubas Charme erhalten?

Bleibt also die Frage, was der Tod des Revolutionsführers für deinen geplanten Kuba-Urlaub bedeutet. Was Reisende aus den USA angeht, kann aufgrund von Trumps Meinungsschwankungen keine Aussage getroffen werden. Soweit sich die Lage aktuell abzeichnet, ist Castros Tod für Reisende aus Europa aber nicht von Bedeutung. Kuba ist derzeit das beliebteste Karibik-Reiseziel. Viele Touristen locken die Oldtimer, die Zigarren, die Prachtbauten, der Rum und natürlich die Musik nach Kuba. Vor allem seit der Annäherung zu den USA und den erleichterten Einreisebedingungen für US-Amerikaner, ist die Tourismusbranche überfordert mit der großen Anzahl an Besuchern. Dies bedeutet nicht nur ausgebuchte Hotelzimmer, sondern auch einen deutlichen Preisanstieg. Um überfüllte Straßen und Bars zu vermeiden, bietet sich die Nebensaison (November bis April) im milden Winter Kubas als Alternative an. Außerdem hat sich in den letzten Jahren ein gut gepflegtes Netzwerk zur Vermittlung von Ferienwohnungen etabliert, um ausgebuchte und überteuerte Hotelzimmer zu umgehen.

Kubanische Straßenmusiker.
Kubanische Musiker in den Straßen Havannas. Foto: pixabay.com/Rav_