Kanaren-Check: Welche Insel passt zu mir?

Die Lage vor der Westküste Afrikas machen sie zum idealen Reiseziel, wenn es in Deutschland kalt wird. Auf den Kanaren ist immer Frühling; es wird selten heißer als 28 Grad und fast nie kühler als 15. Wir sagen dir, welche Insel zu dir passt.

Strand, raue Küste, Bergmassive: Teneriffa ist die größte Kanaren-Insel und auch die abwechslungsreichste.
Teneriffa ist die größte Kanaren-Insel und auch die abwechslungsreichste.

Foto: imago/blickwinkel

Fuerteventura

Wer zum ersten Mal auf der Insel landet und vom Flughafen zum Hotel fährt, kann sich schon mal erschrecken – so spröde und abweisend erscheint die graue Landschaft aus Steinen und Geröllhalden. Doch dann öffnet sich der Blick auf das türkisblaue Meer und Strände mit feinem hellen Sand, die bis zum Horizont reichen. Willkommen im Badeparadies „Fuerte“!

Die zweitgrößte Kanareninsel, die sehr langgezogen ist und vom nördlichsten bis südlichsten Punkt rund 100 Kilometer misst, liegt direkt vor der Küste Afrikas und gilt in Surferkreisen als das „europäische Hawaii“. Der ewige Passatwind lockt im Sommer die Elite der Brettsportler an die Playa de Sotavento, wo die Weltmeisterschaft  im Speedsurfen ausgetragen wird. Spektakulär sind auch die Wassersport-Möglichkeiten an der Nordspitze der Insel, an der Punta de la Tinosa, wo gigantische Wellen die Könner in die Brandung locken. 

Fazit: Für Surfer, Familien & Sonnenanbeter ist Fuerteventura mit seinen endlosen Stränden ein ideales Reiseziel. Die Insel hat die niedrigste Niederschlagsmenge aller Kanaren. 

 

Teneriffa

Die größte der Inseln ist auch die abwechslungsreichste. Baden, Wassersport, Wandern, Ausflüge und Nightlife – Teneriffa lässt keine Wünsche offen. Nirgendwo sonst auf den Kanaren ist die Landschaft so abwechslungsreich. Der subtropische Norden bietet raue Küsten, zerklüftete Bergmassive und grüne Täler mit Tulpenbäumen, Lorbeerwäldern und mannshohen Weihnachtssternen.

Im Süden locken lange feine Sandstrände und viele Sonnenstunden die klassischen Badeurlauber. Und über allem thront der majestätische Pico del Teide. Der mit 3.718 Metern höchste Berg Spaniens ist ein Vulkan, der zuletzt vor rund 200 Jahren ausbrach und Lava und Schwefel in den blauen Himmel spuckte. Die Wanderwege rund um den Pico del Teide bieten spektakuläre Ausblicke und führen durch eine unwirkliche Mondlandschaft, die schnell vergessen lässt, dass auf Teneriffa  jedes Jahr Millionen Urlauber Sonne und Entspannung suchen, die meisten davon natürlich an den Stränden. Zum Beispiel an der Playa de las Teresitas, dem Hausstrand der Inselhauptstadt Santa Cruz. Der helle Puderzuckersand hier stammt direkt aus der Sahara. Familien lieben die Playa del Duque mit ihrem ruhigen Wasser, Surfer dagegen zieht es zur Playa El Médano.

Weitere Top-Strände sind Playa de Las Americas und Playa de Las Galletas. Wem es auf Dauer am Strand zu eintönig ist, findet auf Teneriffa ein reichhaltiges Angebot: Wie wäre es etwa mit Wandern in den unberührten Landschaften des Teno-Gebirges oder einem Ausflug in das malerische Bergdorf Masca? Ganzjährig beliebt sind auch Bootstouren, um Wale und Delfine zu beobachten. 

Fazit: Teneriffa ist das perfekte Ziel für alle, die nicht nur am Strand faulenzen, sondern auf Entdeckungstouren etwas erleben möchten. 

 

Lanzarote

Wer auf Lanzarote landet, taucht in eine andere Welt ein. Seit den Vulkanausbrüchen vor rund 300 Jahren trägt die Insel konsequent Schwarz. Das ist nicht jedermanns Geschmack, macht aber ihren besonderen Reiz aus. Das dunkle Lavagestein, bizarre Kraterlandschaften, grüne Weinstöcke, weiße Häuser und der tiefblaue Atlantik bilden großartige Kontraste.

Dass Lanzarotes natürlicher Charme und Charakter bis heute erhalten wurden, hat die Insel ihrem berühmtesten Sohn zu verdanken: César Manrique. Der Künstler und Umweltschützer, der 1968 aus New York in seine Heimat zurückkehrte, setzte sich dafür ein, dass auf der Insel das Gleichgewicht zwischen Tourismus und Ökologie erhalten blieb. 

Die meisten Häuser sind nicht höher als eine Dattelpalme und traditionell weiß getüncht, es gibt, untypisch für Spanien, kaum Werbung am Straßenrand und viele Strom- und Telefonkabel wurden unterirdisch verlegt. Zu Manriques architektonischem Erbe zählen die von ihm gestalteten Lavahöhlen Cueva de los Verdes oder Jameos del Aqua. Ein lohnendes Ausflugsziel ist sein Wohnhaus in der Nähe von Tahiche: Fünf miteinander verbundene Lavablasen wurden als Wohn-, Schlafzimmer und Atelier genutzt.

Für Omar Sharif entwarf der Künstler das nicht weniger sehenswerte Anwesen LagOmar, das der Schauspieler später beim Pokern verzockte. Einige der rund 70, überwiegend hellen, Sandstrände Lanzarotes gehören zu den schönsten der Kanaren: Playa Blanca, Punta del Papagayo oder Las Coloradas. Weitere Insel-Highlights ist der Timanfaya-Nationalpark mit seinem aktiven Vulkanismus und die Bodegas im Anbaugebiet La Geria, in denen man Lanzarotes exzellente Weiß- und Roséweine genießen kann. 

Fazit: Hier fühlen sich Urlauber wohl, die Ruhe statt Rummel schätzen und mehr wollen als nur Strand und Sonne. Wegen der idealen Wind- und Wellenbedingungen lieben auch Kite-Surfer die Insel.

Die Kanarischen Inseln

Vulkane, Lagunen, Wüste, Kakteen und Meer: Die Kanarischen Inseln bieten eine abwechslungsreiche Landschaft.

La Palma

„La Isla bonita“, wie die Einheimischen sie nennen, ist die schönste Kanareninsel. Liebhaber von endlosen Stränden und Nightlife sind hier allerdings an der falschen Adresse. La Palma, mit einer Fläche kaum größer als Hamburg, besticht mit seinen Steilküsten und einer traumhaften Landschaft, die schon seit 2.500 Jahren besiedelt ist.

Und die erkundest du am besten zu Fuß auf einem Netz uralter Wege und Pfade. Hier gibt es tiefe Schluchten, 2.400 Meter hohe Berge, Vulkankrater, Drachenbaum-Haine, dichte Kiefernwälder und im Hintergrund immer das großartige Meerespanorama. Neben Bananen auf den zahlreichen Plantagen wachsen hier Ananas, Papaya und Mangos. Die einzigartige Landschaft des Nationalparks Caldera de Taburiente ist hier ebenso Pflichtprogramm wie der Urwald von Los Tilos.  

Fazit: Naturliebhaber schätzen die Insel genauso wie Wanderer, die auch längere Trips mit Übernachtungen in mehreren Hütten buchen können. 

 

Gran Canaria

350 Sonnentage im Jahr machen Gran Canaria zur beliebtesten Kanareninsel der Deutschen. Im Süden lassen Bettenburgen und Partymeilen Ballermann-Feeling aufkommen. Wer bis zum Morgengrauen feiern will, ist in Playa del Inglés, Maspalomas oder Meloneras genau richtig. Hier gibt es palmengesäumte, stets gut besuchte Sandstrände und hunderte von Bars, Restaurants und Clubs.

Doch Gran Canaria kann mehr als Rummel, Strand und Remmidemmi. Wegen ihrer verschiedenen Klimazonen und der sehr unterschiedlichen Landschaften wird die Insel gerne auch als Mini-Kontinent bezeichnet. In den 33 Naturschutzgebieten finden sich Pflanzen aus Europa, Afrika und Amerika. Wer mit dem Mietwagen ins Innere fährt, entdeckt abgelegene Bergdörfer, ausgedehnte Kiefernwälder, grüne Stauseen und ein einzigartiges Naturschauspiel auf dem Cruz de Tejada.

Vom höchsten Pass der Insel aus siehst du die Wolken aus dem feuchten Norden über die Berge schwappen und sich dann in der trocken-heißen Luft des Südens auflösen. Ebenfalls sehenswert ist die Inselhauptstadt Las Palmas, die fast schon großstädtisch wirkt und teilweise an Barcelona erinnert. Highlights sind der Prachtboulevard Calle Mayor de Tirana mit seinen Shopping-Möglichkeiten und die schöne Altstadt Vegueta-Triana. 

Fazit: Wer gern pauschal bucht, ist auf Gran Canaria richtig. Tagsüber locken insgesamt 60 Kilometer Strände, abends kannst du in Las Palmas shoppen oder im Inselsüden in vollen Zügen das Nachtleben genießen. 

 

La Gomera und El Hierro

Bettenburgen oder Beton? Fehlanzeige. Auf Gomera wohnst du in Ferienhäusern oder Apartements, vorwiegend im Valle Gran Rey. Das Tal ist das touristische Zentrum der einstigen Hippie- und Aussteiger-Enklave und bietet auch die besten Strände. Besonders beliebt, weil wild-romantisch, ist die Playa del Ingles.

Wer auf La Gomera Urlaub macht, sollte in Form sein: Straßen und Pfade der gebirgigen Mini-Insel sind steil und fordern sowohl von Radfahrern als auch von Wanderern eine gewisse Kondition. Belohnt werden sie mit Panorama-Ausblicken auf eine Landschaft mit grünen Hängen und wilden Schluchten. Eines der Highlights: Im Nationalpark Garajonav liegt der größte Lorbeerwald der Erde. Gomera ist mangels eines eigenen Flughafens nur über das Wasser zu erreichen, von Teneriffa aus verkehren regelmäßig schnelle Jetboote.

Wem selbst La Gomera noch nicht speziell genug ist, reist auf die „Insel am Ende der Welt“. Bevor Kolumbus Amerika entdeckte, hielt man die Erde für eine Scheibe, die irgendwo hinter El Hierro endete. Drei Boots- oder eine halbe Flugstunde von Teneriffa entfernt landest du in einem UNESCO-Biosphärenreservat, das so exotisch wie ursprünglich ist. Die Insel erhebt sich bis zu 1.500 Meter über den Meeresspiegel und fällt 2.000 Meter darunter ab. Hier gibt es das kleinste Hotel der Welt (vier Zimmer), gut angelegte Wanderwege – und international herausragende Tauchreviere mit Walen, Mantas und Schildkröten. 

Fazit: Die kleinsten Kanaren-Inseln sind Ziele für Sportliche und Individualisten, die Erholung ohne die üblichen Begleiterscheinungen (und Bequemlichkeiten) des Massentourismus suchen. 

#losroques #lagomera #españa

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Die Autorin
Schon mit 15 Jahren flog Bruntje Thielke für zwei Monate nach Nicaragua, wo sie unter abenteuerlichen Verhältnissen bei einer 11-köpfigen Familie wohnte. Die Reisefreude und Abente ... mehr
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