Yelena Yerkhova ist 90 Jahre alt, kommt aus Krasnojarsk in Sibirien, etwa 3.350 Kilometer östlich von Moskau. Als ehemalige Sowjet-Bürgerin hatte sie nie die Möglichkeit, die Welt außerhalb der UdSSR zu entdecken. Das ist jetzt anders. 

Ein Smartphone oder einen Computer hat Baba Lena nicht dabei, obwohl es sowohl einen Instagram- als auch einen Facebook-Account gibt, die ihre Exkursionen begleiten. Diese werden allerdings von ihrem Enkelsohn betreut.

Vor Ort dauert es oft nicht lange, bis sie neue Leute kennenlernt. So begann auch alles, denn eines dieser Treffen sorgte erst für den großen Medienrummel: Bei einem Vietnam-Trip traf sie auf Jekaterina Papina aus Moskau, eine junge Russin, die auch gerade Urlaub machte. Sie sorgte dafür, dass Baba Lena in Vietnam voll auf ihre Kosten kam. 

Die alte Dame fuhr Moped, trank Cocktails und probierte die typische Viet-Cuisine des Landes aus. Jekaterina Papina begleitete diese Ausflüge und Erfahrungen bei Facebook und als einer ihrer Posts über 15.000 Mal geteilt wurde, brach in Russland ein riesiger Medienrummel los, ohne dass Baba Lena davon wusste. Erst als sie wieder zurück kam, erfuhr sie was passiert war: Sie war in ihrer Abwesenheit landesweit berühmt geworden.  

Fast täglich klopften nun Journalisten an ihre Tür und wollten sie interviewen. Reiseveranstalter machten ihr vergünstigte Angebote, eine Bank kam auf sie zu, um ihr eine kostenlose internationale Kreditkarte für ihre Trips zur Verfügung zu stellen und sie wurde zu Talkshows und in Nachrichtensendungen eingeladen. 

Baba Lena war inzwischen übrigens auch schon in Israel, badete im Toten Meer und ritt auf einem Kamel durch die Wüste. Zu ihrem 90. Geburstag soll es nach Italien oder in die Dominikanische Republik gehen: „Da soll es paradiesisch sein“, schwärmt sie. 

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