Ist. das. anstrengend. Ich. kann. nicht. mehr. Die Füße stecken in dicken Snowboard-Boots, obenrum Shorts und Top. Die Sonne brennt auf der Haut, der Wind weht dir Sandkörner ins Gesicht. Bei jedem Schritt versinkt der Fuß im rutschigen gelben Dünensand. Ich habe das Gefühl, für jeden Schritt nach vorn gleichzeitig zwei Schritte zurück zu gehen …

Das geht eine gefühlte Ewigkeit so (die in echt knapp 10 Minuten dauert). Mit wackligen Beinen. Durchgeschwitzt. Obwohl es nur knapp 20 Grad sind. Ich stöhne leise vor mich hin, warum noch mal wollte ich diese 100 Meter Düne in der Nähe von Swakoopmund unbedingt hoch?

Doch dann, plötzlich, stehe ich oben. Das Panorama entschädigt für die Quälerei. Ein Dünenmeer breitet sich vor mir aus. Mal rot, mal orange, mal gelb leuchtende Dünen soweit das Auge reicht. Atemberaubend schön. Die Namib, die älteste Wüste der Welt, scheint unendlich zu sein. Tiefenentspannung nach dem Aufstieg.

Die Namib, die älteste Wüste der Welt.
Atemberaubendes Panorama: Die Namib, die älteste Wüste der Welt. Foto: imago/blickwinkel

Bei der Abfahrt bekommst du garantiert wieder Herzklopfen. Ordentlich Wachs aufs Board (Sand hat eine höhere Reibung als Schnee und ist daher stumpfer), rein in die Bindung und los. Im Optimalfall saust du wie im Tiefschnee die Düne hinab, mit dem Dünen-Panorama um dich herum. Nun ja, wenn du Erfahrung im Sandboarding hast. 

Paniert mit Dünensand

Bei mir sieht's etwas anders aus. Denn das Gefühl ist anders als auf Schnee. Die ersten Schwünge geraten etwas steif. Dann lehne ich mich nach vorne. Paff. Mit dem Gesicht voran stürze ich in den Sand. Ich habe eine wichtige Regel ignoriert: Nicht wie beim normalen Snowboarden nach vorne lehnen, sondern 2/3 des Gewichts auf den hinteren Fuß geben. Jedes Mal, wenn ich die Regel missachte, plumpse ich wieder in den Sand. Mal mit dem Gesicht zuerst, mal mit dem Hintern. Unten angekommen sehe ich aus wie ein Schnitzel, paniert mit Wüstensand.

Bei jeder Abfahrt wird es besser, am Ende sause ich tatsächlich unfallfrei durch den warmen Sand. Viel zu schnell ist so eine Abfahrt vorbei (Dünen sind nun mal keine Alpen).

Am Ende des Snowboard-Tages spüre ich jeden Knochen. Den Sand vollständig aus meinen Haaren zu waschen, wird Tage dauern. Aber es lohnt sich. Allein schon für den Ausblick von der Düne.

Und, wie in den Alpen auch, gibt's Après Ski. Statt Kurze und Lumumba gibt’s in Namibia aber ein kühles Bier oder ein Cider.

Alternative zum Sandboarding

Wer sich nicht stehend aufs Brett traut, für den gibt es eine nicht weniger actionreiche Alternative. Bei der legst du dich auf ein dünnes und biegsames Holzbrett und heizt im Liegen die Dünen hinunter. Auch das ist ein echtes Abenteuer, dabei erreichst du Geschwindigkeiten bis 70 oder 80 km/h.

Orte für Sandboarding in Nambia: Könner und richtige Adrenalin-Junkies findest du auf der etwa 380 Meter hohen „Düne 7“  in der Nähe von Swakopmund. Anfänger sollten mit Tourguides starten. In Swakopmund gibt es mehrere Anbieter, unter anderem Alter Action.