Brandenburg, genauer gesagt das Westhavelland bei Gülpe, dem Epizentrum der Astronomie-Freunde in Deutschland. Wer in der Nacht vom 14. November 2016 auf den 15. November den anstehenden Supermond perfekt beobachten möchte, ist gut beraten, genau hierher zu fahren.

Warum Gülpe?

Ganz einfach, denn Gülpe ist die dunkelste Region in Deutschland. Und das ist auch der generelle Tipp: Solltest du irgendwo in der Stadt wohnen, empfiehlt es sich, hinaus aufs Land zu fahren. Je weniger Lichter dich umgeben, desto besser. Einzelne Regionen im Harz, der Rhön, dem bayerischen Wald oder dem Schwarzwald können daher auch sehr gut zum Sterne gucken geeignet sein.

Was genau ist ein Supermond?

Der Supermond ist ein Phänomen, das zuletzt 1948 in vergleichbarer Art und Weise stattfand und das nächste Mal zum 7. April 2020 erwartet wird. Der Mond kommt in dieser Zeit unserer Erde besonders nahe (etwa 50.000 Kilometer näher als in seiner entferntesten Position) und erscheint damit um etwa ein Siebtel größer und um ein Drittel heller an unserem Nachthimmel. Am 4. Januar 1912 war uns unser Trabant sogar noch näher als heute Nacht.

Der Abstand zwischen Erde und Mond ist deshalb unterschiedlich groß, weil die Laufbahn des Mondes nicht kreisrund, sondern eher elliptisch ist. Fallen dann auch noch eine Vollmondphase und der Zeitpunkt der geringsten Nähe zur Erde zusammen, kommt es zu einem sogenannten „Supermond". Solltest du am Himmel etwas anderes großes, rundes, graues entdecken, handelt es sich dabei vermutlich um den Todesstern.

Wann sehe ich den Mond am besten?

Die beste Zeit, um den Mond am größten zu sehen, ist übrigens der Mondaufgang beziehungsweise das Dämmerungsende, also so gegen 17 Uhr / 17:30 Uhr. Wenn der Mond erst knapp über dem Horizont steht, kommt es zu einer optischen Täuschung: Unser Gehirn „zwingt" den Mond aufgrund der verschobenen Perspektive in den Vordergrund unserer Wahrnehmung, was ihn riesig erscheinen lässt. Noch ein netter Nebeneffekt: Für die beschriebene Uhrzeit geben Wetterdienste einen Bedeckungsgrad des Himmels von 25 Prozent an. Also fast klarer Himmel!

Was muss ich mitbringen?

Zuerst einmal empfehlen wir dir warme Kleidung und warme Socken. Dazu vielleicht etwas Tee in einer Thermoskanne. Heute Nacht wird es empfindlich frisch: Die Temperatur liegt bei - 1°C, was jetzt nicht besonders tief ist. Durch die relativ hohe Luftfeuchtigkeit von etwa 50 Prozent, wird es gefühlt aber deutlich kälter.

Außerdem kannst du dir natürlich ein Teleskop mitbringen. Solltest du keines besitzen, reicht bei der Größe des Mondes heute Nacht aber auch ein Fernglas. 

Wenn du den Supermond gut fotografieren willst, solltest du nicht zum Smartphone greifen. Der optische Zoom der Telefone reicht einfach noch nicht aus. Am besten nimmst du eine Spiegelreflexkamera mit lichtstarkem Teleobjektiv und stellst eine relativ lange Belichtungszeit ein, um den Mond perfekt zu erfassen. Wenn du dann noch ein Stativ dabei hast, kannst du auch gleiche eine Timelapse-Aufnahme der Milchstraße machen.

Was sehe ich sonst noch dort oben?

Erst einmal: Viele Sterne. In Gülpe solltest du zudem keine Probleme haben, die Milchstraße zu erkennen. Wenn du Sternen-Neuling bist, können wir dir die App „Sky-Map" empfehlen, mit der du den Nachthimmel scannen und einzelne Sterne oder Gruppierungen daraufhin markiert und beschrieben bekommst. Sie ist sowohl für Android als auch für iOs erhältlich.

Auch interessant: Zwischen dem 10. November und dem 21. November streifen die sogenannten Leoniden unsere Erdumlaufbahn. Die Leoniden sind ein jährlich wiederkehrender Meteoritenschauer. Die einzelnen von ihnen, die beim Passieren als Meteore in die Erdatmosphäre eintreten, verglühen und sind deshalb für uns als „Sternschnuppen" zu sehen.

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