Erdbeben in Neuseeland – Reise stornieren?

Was bedeutet das für deine Urlaubsplanung?

An der Küste von Neuseeland.
An der Küste von Neuseeland kamen infolge des Erdbebens Wellen in Höhe von bis zu fünf Metern an.

Foto: imago/Westend61

Kann ich meine Reise stornieren?

Eine Kündigung beziehungsweise Stornierung wegen höherer Gewalt ist nur dann gerechtfertigt, wenn der Urlaub erheblich beeinträchtigt ist. „Wenn die Reise genau in die Erdbebenregion führt, dann kann der Vertrag zum Beispiel über eine Pauschalreise gekündigt werden“, sagt Paul Degott, Anwalt für Reiserecht. Zum einen sei davon auszugehen, dass die Infrastruktur rund um das Zentrum in zerstört ist und zum anderen bestehe die Gefahr, dass Nachbeben erneut die Region erschüttern.

Geht die Reise allerdings in entfernte Regionen, die von dem Erdbeben beziehungsweise von dem Tsunami nicht betroffen ist, kann sie erfahrungsgemäß weder vorab gekündigt noch währenddessen abgebrochen werden. Angstgefühle seien keine konkrete Gefährdung der Reise.

Im Falle von Neuseeland hatte sich allerdings infolge des Erdbebens am 13. November 2016 ein Tsunami entwickelt. In dem Fall ist die komplette Küstenregion betroffen. Wer eine Reise nach Christchurch oder Wellingon plant, sollte sich genau über das Gebiet informieren. Wichtig ist vor allem, rechtzeitig das Gespräch mit dem Reiseveranstalter zu suchen. 

Wie hoch ist die Gefahr eines weiteren Erdbebens?

„Nachbeben sind ganz normal“, Thomas Plenefisch, Seismologe an der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, in Hannover. Üblicherweise gebe es ein größeres Beben und viele kleinere, die im Laufe der Zeit abnehmen. 

Was bisher bekannt ist

In Neuseeland hat es am Montag (Ortszeit) ein Erdbeben der Stärke 7,4 bis 7,8 gegeben. Nach ersten Informationen liegt das Zentrum des Bebens 91 Kilometer nördlich von Christchurch entfernt. In dem Gebiet wohnen etwa 370.000 Menschen. Australische Behörden melden, dass es keine Tsunami-Gefahr für Australien gebe. 

Der neuseeländische Zivilschutz schließt einen Tsunami indes nicht aus. Vor allem in den südlichen Küstengebieten von Neuseeland bestehe die Gefahr. 

In Wellington und Ngauranga werden die ersten Gebiete evakuiert. Es gilt eine Tsunami-Warnung für alle Küstengebiete. Die Menschen werden gebeten, sich in höher gelegene Regionen zurückzuziehen.

Die höchsten Wellen mit bis zu fünf Metern hoch werden für Marlborough und Banks Peninsula erwartet. Der Zivilschutz warnt erneut, dass die Menschen sich von den Stränden fernhalten sollen. Der Großteil der Küstengebiete erwartet zwischen 0,2 bis maximal drei Meter hohe Wellen.

Die ersten Neuseeländer kehren in ihre Häuser zurück. Aber es gibt noch keine offizielle Entwarnung. Größere Wellen könnten noch folgen, so eine Sprecherin des Zivilschutzes. Die Flughäfen in Auckland, Christchurch und Wellington melden, dass sie geöffnet haben und betriebsbereit sind. Arbeitnehmer sollten allerdings nicht in die Stadtzentren fahren. Einige Gebäude könnten einsturzgefährdet sein.

Die Tsunami-Gefahr wurde herabgesetzt. Der Zivilschutz geht aktuell von einer maximalen Höhe von drei Metern aus. Die Menschen werden trotzdem angehalten, sich von den Stränden fernzuhalten. 

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Die Autorin
Sonne und Meer gehen immer, das steht für mich fest. Die schönste Urlaubserinnerung? Auf dem Surfbrett sitzend, Blick Richtung Horizont und auf die nächste Welle wartend. Schnee si ... mehr
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