An seinen Hängen wachsen Orangen, Zitronen, Feigen und Olivenbäume. Inmitten des Grüns leuchten in warmen Natursteinfarben Fornalutx und Biniaraix, die malerischsten Dorfschönheiten der Insel, weiter unten schimmert in tiefem Blau das Mittelmeer. Das Bilderbuch-Tal wirkt auf Besucher wie ein paradiesartiger Garten des Südens.

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Das Städtchen Sóller ist das Zentrum der Region – und ebenfalls eine Welt für sich. Erzherzog Ludwig Salvator hielt es Ende des 19. Jahrhunderts für den schönsten Ort Mallorcas, seit dieser Zeit hat Sóller sich kaum verändert. Vor der prächtigen Bergkulisse der Tramuntana stehen prächtige Bürgerhäuser im Stil der französischen Provence – einzigartig auf der Insel. Der Grund: Wegen der abgeschiedenen Lage schickten die Bewohner der Region ihre eigenen Handelsschiffe nach Frankreich und bis in die Kolonien in Übersee. Die engen Handelsbeziehungen zeigen sich nicht nur in der Architektur, sondern auch in dem bis heute französisch beeinflussten Dialekt der Gegend.

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Bis 1912 erreichte man die wegen ihres Reichtums an Orangen und Oliven „Goldenes Tal“ genannte Region nur über den Seeweg oder eine kleine gewundene Gebirgsstraße. Dann wurden 13 Tunnel gebohrt und eine Schmalspurbahn von Siemens fuhr von Sóller nach Palma. Die 50-minütige Fahrt mit dem Ferrocarril de Sóller entlang der Tausendergipfel ist zur Zeit der Zitrusfruchtreife von Oktober bis Mai auch heute noch ein romantisch-eindrucksvolles Erlebnis. Autofahrer erreichen Soller ganz profan durch einen mautpflichtigen Straßentunnel (hin und zurück 9,50 Euro) oder die enge Serpentinenstraße über den Tunnelberg. Wer Zeit hat, macht eine kostenlose, landschaftlich wunderschöne Wandertour über Santa Maria, Valldemossa und Deià nach Sóller.

Ein Muss bei einem Besuch in Sóller ist eine Fahrt mit dem „Roten Blitz“. Das ist die liebevolle Bezeichnung für die nostalgische Straßenbahn, die ruckelnd und stets gut gefüllt Touristen mit ihren offenen Waggons vom alten Bahnhof auf dem herrschaftlichen Anwesen Can Mallol in den drei Kilometer entfernten Küstenort Port de Sóller bringt. Der einzige Naturhafen der Nordwestküste liegt an einer herrlichen, fast kreisrunden Bucht, deren zwei Sandstrände vor einem Hafenboulevard mit etlichen guten Bistros und Restaurants liegt. Im Hintergrund sorgen die Berge für eine eindrucksvolle Kulisse. Den besten Blick über die tiefblaue Bucht mit ihren ankernden Superjachten hat man vom Aussichtsturm Santa Catalina, der an die Zeiten erinnert, als arabische Piraten regelmäßig versuchten, den reichen Ort zu plündern. Heute ist das alte Gemäuer ein Museum und wird abends zu einem Hotspot für alle, die Postkarten-Fotos vom Sonnenuntergang schießen wollen.