Sauna: Der Leitfaden für Neulinge | reisereporter.de

Winterzeit = Wellness-Zeit: Sauna für Anfänger

Ach, Winterzeit! Grau, kalt und in Norddeutschland meist mehr Matsch als Schnee. Eine erholsame Ausflucht aus dieser Tristesse bietet der Weg in die Sauna. Doch saunieren bedeutet auch Stress für den Körper. Wir verraten dir, wie es richtig geht!

Die Panorama Sauna im Hotel Damülser Hof im Bregenzerwald in Österreich: Entspanntes saunieren vor traumhafter Kulisse.
Die Panoramasauna im Hotel Damülser Hof – Wellness & Spa im schneereichsten Dorf der Welt – in Damüls/Bregenzerwald in Österreich

Foto: Damülser Hof - Wellness & Spa

1. Was du brauchst

  • 1 Saunatuch (sollte den ganzen Körper bedecken)
  • 1-2 kleine Handtücher (zum zwischenzeitlichen Trocknen)
  • Duschgel und Haarshampoo (möglichst ohne Silikone oder Peeling-Zusätze)
  • Badelatschen / Flip Flops / Badeschuhe
  • Bademantel
  • Zeit, Ruhe und Gelassenheit

 

2. Mini-Sauna-Knigge

  • Zuerst einmal sind Saunas Bereiche, in denen generell keine Kleidung getragen wird. Die einzigen Textilien, die du in die Sauna mitbringen darfst, sind Badetücher, die du dir beim Verlassen der Sauna umlegst, um deine Intimbereiche zu bedecken. Die Badeschuhe / Badelatschen bleiben übrigens draußen! Eventuelle Keime, die den Sohlen anhaften, werden so nicht mit rein getragen.
  • Wenn du dir unsicher bist, ist es aber auch okay, wenn du in der Sauna ein kleines Handtuch über deine Intimzone legst.
  • Verhalte dich ruhig während des Saunagangs: Die Sauna ist ein Ort der Ruhe und Entspannung, für alle Besucher! Unterhaltungen mit Freunden sind also für diese Zeit einfach mal zu vermeiden.
  • Das Saunatuch gehört auf die Bank und unter deinen Körper. Schweiß auf den Bänken soll vermieden werden, damit nachfolgende Gäste auch ein schönes Saunaerlebnis haben!

 

3. Hygiene

  • Um Fußpilz und andere Infektionen zu vermeiden gilt, was für alle Schwimmbad-Bereiche gilt: Badeschuhe oder Badelatschen sind empfehlenswert.
  • Vor dem Saunagang musst du duschen. Verwende dabei Duschgel ohne Silikone! Es ist nicht nur hygienischer, sondern hilft auch beim Schwitzen: Der hauteigene Fettfilm wird durch das Duschen entfernt und deiner Haut fällt das "atmen" so leichter.
  • Auch nach der Sauna solltest du duschen. Am besten mit der Temperatur, die für deinen Körper angenehm ist.
  • Beim Duschen nach dem Saunieren kannst du getrost auf Duschgel und Shampoo verzichten. Dein Körper ist sauberer, als es diese Hilfsmittel hinbekommen würden.

4. Kreislauf und Körper

  • Vor dem Saunieren solltest du genügend trinken. Dein Körper wird während des Sauna-Gangs extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt und braucht deshalb einen ausgeglichenen Mineralien-Haushalt.
  • Geh vor dem Saunieren auf jeden Fall noch einmal auf Toilette, denn während des saunierens wird die Nierentätigkeit stark angeregt.
  • Nachdem du vor dem Saunieren geduscht hast, solltest du dich gründlich abtrocknen: Trockene Haut schwitzt besser als Haut, die von einem Wasserfilm bedeckt ist.
  • Die gute alte Schwimmregel: Geh nicht hungrig oder mit prall gefülltem Bauch in die Sauna.
  • Niemals direkt nach dem Sport saunieren! Für die Sauna brauchst du einen Ruhepuls, körperlicher Stress im Vorfeld sollte also vermieden werden.
  • Bring deinen Körper vorher mit einem heißen Fußbad oder eine warmen Dusche auf "Betriebstemperatur": So fällt der Übergang leichter.
  • Achte auf dem nach Hause Weg drauf, dick genug eingepackt zu sein. Du wirst noch nachschwitzen, was an der kühlen Luft schnell zu einer Erkältung führt.
  • Rauchen ist nach der Sauna für mindestens 30 Minuten absolut tabu. Deine Lunge hat gerade eine Höchstleistung hinter sich, beanspruche sie nicht direkt wieder mit Giftstoffen.

5. Die richtige Technik

  • Je höher die Bank, desto höher die Temperatur: Heiße Luft steigt nach oben! Fang also unten an und taste dich dann langsam hoch.
  • Wenn du lieber im Sitzen saunierst, leg die Beine hoch. So sackt das Blut nicht in die Füße und im gesamten Körper herrscht die gleiche Temperatur.
  • Wenn du lieber liegst, solltest du für die letzten Minuten aufrecht sitzen, damit das Blut wieder anfängt zu zirkulieren.
  • Generell gilt: Saunier' immer nur so lange, wie du dich wohl fühlst. Sauna ist nicht als Wettbewerb zu verstehen. Finde deinen eigenen Rythmus!
  • Nach dem Saunagang solltest du einfach nur noch entspannen. Mach nichts anstrengendes, komm ruhig und stressfrei nach Hause und leg dich bald schlafen.

6. Aufgüsse

Aufgüsse gibt es oft in der Sauna. Wunder dich also nicht, wenn plötzlich ein bekleideter Mitarbeiter die Sauna betritt, Flüssigkeit auf die Hitzequelle gießt und daraufhin wie wild mit einem Handtuch rumwedelt. Das ist ganz normal. Der Auguss ist der Höhepunkt des Saunagangs. Das Wedeln verteilt die Luftfeuchtigkeit schnellstmöglich im Raum. Sie steigt dabei von 10 auf bis zu 30 Prozent. Ohne dass dabei die Temperatur steigt, wird es gefühlt kurzzeitig unglaublich heiß. Durch den entstehenden Wasserdampf legt sich die Hitze der heißen Steine direkt auf deiner Haut ab, was die Schwitzwirkung kurzzeitig stark erhöht.

 

7. Nach der Sauna: Abkühlen

Wichtig: Nur wenn du dich nach dem Saunbad stark genug abkühlst, hat die Prozedur eine gesundheitsfördernde Wirkung!

  • Vergiss, was du zu wissen meinst: Nach dem Saunieren geht es nicht direkt ins eiskalte Nass! Nimm dir stattdessen etwas Zeit um abzukühlen. Als Faustregel gilt: Solange wie du in der Sauna warst, solange solltest du auch bei Umgebungstemperatur abkühlen.
  • Dabei kann es passieren, dass dein Körper Gefahr läuft, auszukühlen. Um das zu verhindern, bewege dich zwei Minuten an der frischen Luft und atme dabei kräftig durch und kühle so die Atemwege wieder langsam runter. Am besten funktioniert das, wenn du langsam durch Mund und Nase ein und kräftig durch den Mund ausatmest.
  • Wenn du einen gesunden oder schwachen Blutdruck hast, kannst du nach dem Saunieren auch ein Kältebad nehmen oder dich kalt abbrausen oder mit dem Kneippschlauch (durchgehender, weicher Strahl) abduschen. Achte dabei darauf, dass du immer auf das Herz zu abbraust. Also angefangen beim rechten Fuß und rechten Arm und dann langsam in Richtung Herz vortasten.
  • Ziehst du das Kältebad vor, verweile nur 10 Sekunden im Wasser und atme dabei ruhig und gleichmäßig. Überraschend: Du wirst das kalte Wasser nicht als unangenehm empfinden, da dein Körper einen starken Hitzeüberschuss hat. Wichtig: Kühle dich auch vor dem Kältebad erst einmal unter der Dusche ab.

8. Abschluss des Saunabades

  • Nach dem Abkühlen solltest du ein warmes Fußbad nehmen. Stelle deine Füße dafür bis zu den Knöcheln in etwa 40°C heißes Wasser. So kommt die Blutzirkulation wieder in Schwung, verengte Gefäse werden erweitert und außerdem ist es herrlich entspannend!
  • Dieses Fußbad sollte in etwa 5 Minuten dauern und, solltest du mehrere Vorgänge einlegen, nach jedem Abkühlen wiederholt werden.
  • Viele Spas und Wellness-Landschaften verfügen über einen Infrarot-Ruheraum. Nutze ihn! Verzichte hier auf jegliche Konversation, sondern komm einfach mal so richtig runter. Am besten ist es, wenn die Luft in dem Raum nicht zu warm ist. Dein Körper sollte entspannen und nicht nachschwitzen.
  • Wichtig ist auch, dass du nach dem Saunieren genügend Flüssigkeit mit ordentlich Mineralstoffen zu dir nimmst. Dafür geeignete Getränke bietet eigentlich fast jedes Spa vor Ort an. Wunder dich nicht: Auch ein alkoholfreies Weissbier kann in diesem Fall sehr hilfreich sein!
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