Jetzt ist es Gewissheit: Donald John Trump ist der 45ste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Trump einen Freund der Deutschen zu nennen, wäre gewagt. Angela Merkel bezeichnet er gerne als „irrsinnig“, ihr Land ist laut Trump längst „von Terroristen beherrscht“, das habe „das Beispiel Paris“ gezeigt.
 
Okay, detaillierte Kenntnisse über geografische und politische Realitäten in Europa sind nicht eben Trumps Stärke. Dass er die französische Hauptstadt nach Deutschland verlegt, ist da nur ein Beispiel von vielen. 

 

Fakt ist aber: Mit dem Wahlgewinn sind eisige Zeiten zwischen Washington und Berlin programmiert. Aber das schert den Kandidaten und seine Wähler offenbar wenig.

 

Wir tun also gut daran, die Ankündigungen des Milliardärs ernst zu nehmen. Auch und gerade wenn er gegen Deutschland schießt. Die Bundesrepublik sei selbst schuld, dass sie ins Visier des Terrors geraten sei, sagt Trump. Schließlich habe sie die Terroristen ja ins Land gelassen.

Trumps Konsequenz: Muslime will er künftig überhaupt nicht mehr in die USA einreisen lassen. Und auch Menschen aus Ländern, die „vom Terrorismus betroffen“ sind, sollen es unter einem Präsidenten Donald Trump „sehr schwer“ haben, in die USA zu gelangen.

„Extreme Sicherheitsüberprüfungen“ für Deutsche

Als Beispiele nennt Trump: Deutsche und Franzosen. Bürger dieser Länder sollen sich bei einer Reise in die USA „extremen Sicherheitsüberprüfungen“ unterziehen. Bis diese eingeführt seien, müssten die USA Zuwanderung und Einreisen „aus allen Ländern aussetzen, die durch Terrorismus kompromittiert sind“.

Meint Trump das ernst? Vorläufiges Einreiseverbot für Deutsche? Und wenn er die Grenzen wieder öffnet, dann nur unter der Bedingung stundenlanger Kontrollen? Das kann er nicht machen ...? Experten sind da nicht sicher.

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Politische Beobachter sehen einen einzigen Grund, der einen Präsidenten Trump dazu bewegen könnte, seine strikten Abschottungsfantasien zu relativieren: das Geld. Zuletzt wurden in den USA durch den Tourismus Einnahmen in Höhe von 177,2 Milliarden Dollar im Jahr erzielt. Dazu tragen deutsche Besucher wesentlich bei. Deutschland liegt mit zuletzt 2,27 Millionen Touristen jährlich in Sachen Besucherzahlen aus Europa im US-weiten Ranking auf Platz zwei hinter Großbritannien. Trumps Pläne würden da schmerzhafte Einbußen mit sich bringen.

Was aber passiert, wenn selbst wirtschaftliche Argumente nicht fruchten? Am 20. Januar 2017 übergibt Präsident Barack Obama die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger. Dieser heißt nun Trump, und damit werden auch die Zeiten für deutsche Touristen härter.

Diese Befürchtungen, die nun Gewissheit zu werden scheinen, werden längst auch bei deutschen Reiseveranstaltern diskutiert – wenn auch bisher nur hinter vorgehaltener Hand. Auf die Frage, ob er im Fall eines Wahlsieges des Republikaners für einen guten Kunden im kommenden Februar oder März eine Amerikareise buchen würde, antwortete ein Mitarbeiter: „Empfehlen würde ich es nicht.“