Es geht, wie so oft im Leben, um Balance. König Bhumibol Adulyadej ist tot, das thailändische Volk weint um seine Vaterfigur. Wie schafft das Land die Gratwanderung zwischen Trauer und Überleben? 

Nach dem ersten Schock hat Thailands Regierung inzwischen pragmatische Regelungen erlassen, die der Realität im Land geschuldet sind. Millionen Thais verdienen ihren Lebensunterhalt im Tourismus. Was müssen die Reisenden aus aller Welt nun beachten?
 
Für die 30-tägige Trauerperiode bis zum 14. November 2016 ist angemessene Kleidung nicht angeordnet, aber erwünscht. Wer als Ausländer ein knallrotes T-Shirt spazieren trägt, wird nicht des Landes verwiesen. Aber wer schwarz, weiß oder gedeckte Farben trägt – oder auch den überall erhältlichen Trauerflor –, erweist dem Land in einer besonderen Situation Respekt und erhält im Gegenzug den Respekt der Menschen. 

Das Leben in Thailand geht weiter

„Das Leben geht weiter“, sagt Tourismusministerin Kobkarn Wattanavrangkul, „wir Thailänder freuen uns nach wie vor über jeden Gast, auch wenn wir den Tod unseres Königs betrauern.“ Der Überblick für alle, die nun nach Thailand reisen wollen: Ab sofort sind in Bangkok die Tore für den Königspalast und den Tempel Phra Kaeo mit dem berühmten Smaragd-Buddha wieder offen. 

Einkaufszentren, Märkte und touristische Attraktionen sind geöffnet. Ebenso Restaurants, Kneipen und Bars; Ausschank von Alkohol ist erlaubt. Es darf durchaus Musik gespielt werden, aber nicht so laut wie sonst. Feuerwerke wurden untersagt, Lichtdekorationen und Konzerte hingegen sind gestattet. Ebenso Hochzeits- und Geburtstagsfeiern oder auch Messen. Selbst Bangkoks Rotlichtbars mussten keineswegs schließen, das Nachtleben dort erholt sich allerdings nur langsam. 

Showtheater wie das Calypso Cabaret im „Asiatique the Riverfront Bangkok“, das „Siam Niramit” in Bangkok und Phuket, das „Alcazar Cabaret“ und „Tiffany`s Show“ (beide in Pattaya), das „Phuket Simon Cabaret“ und ähnliche Etablissements auf den Inseln im Süden sind geöffnet. 
 
Bangkok: Die Muay Thai-Arenen im Ratchadamnoen Boxing Stadium und Lumpini Boxing Stadium Ramindra nehmen ihre Kämpfe am 13. beziehungsweise 15. November 2016 wieder auf. 

Loy-Krathong-Festival

Mitte November feiert Thailand landesweit Loy Krathong, ein besonders stimmungsvolles Fest. Einheimische und Besucher lassen Blumengestecke zu Wasser, die die Sünden und Sorgen der letzten zwölf  Monate hinwegtragen sollen. Die wichtigsten Städte werden Loy Krathong unterschiedlich begehen:
 
Bangkok, 14. November: Die Stadtverwaltung öffnet 30 Parks, in denen die Menschen ihre Krathongs aufs Wasser setzen können. Die Parks bleiben bis Mitternacht geöffnet. Unter diesen Grünanlagen sind der Lumpini, Chatuchak und Wachirabenjathat Park (Suan Rotfai) dabei. Queen Sirikit und Suan Luang Rama IX bleiben geschlossen.

Chiang Mai, 12. bis 15. November: Thailands zweitgrößte Stadt ist berühmt für ihre tagelangen Loy-Krathong-Feierlichkeiten. Auch in diesem Jahr wird es den farbenfrohen Umzug in der Innenstadt geben (15. November, ab 19 Uhr). Schönheitswettbewerbe und Feuerwerke hingegen wurden gestrichen. Gefeiert wird auch „Yi Peng“ – dann steigen tausende Laternen in den Himmel des thailändischen Nordens (ab 13. November). 

Loy Krathong im Historischen Park in Sukhothai: 10. bis 14. November, ohne Feuerwerk und Tanzdarbietungen.

Celebrate Loy Krathong festival at Dhara Dhevi #loykrathong#floatingkrathong#thaifestival#dharadhevi

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14. November: Der Alltag kehrt wieder ein

Ab 14. November, so verkündete Thailands Regierung nun, kehrt der Alltag kehrt wieder ein, inklusive „normaler“ Bekleidung. Business as usual gilt dann auch wieder für alle Unterhaltungsbetriebe und selbst die Full Moon Partys auf Koh Phangan. Doch deren Intensität soll der Situation im Land angepasst werden, so heißt es. Die nächste Party ist am 14. November. 

Feuerwerke sind auch weiterhin untersagt. Die Countdown-Party zu Silvester an der Shopping Mall CentralWorld in Bangkok, die in den Jahren zuvor Hunderttausende anlockte, wurde für den anstehenden Jahreswechsel abgesagt.

Generell gilt: Thailands Menschen werden in besinnlichen Momenten weiter um ihren geliebten Monarchen trauern und ansonsten den Touristen aus aller Welt die gewohnt herzlichen Gastgeber sein – dank ihrer besonderen Fähigkeit, aus jeder Situation das Beste zu machen!