Drei Mal im Jahr verwandelt sich das Heiligengeistfeld auf St. Pauli in einen 160.000 Quadratmeter großen Vergnügungspark. Dann wird der Dom zur größten Attraktion der Stadt und zum bestbesuchten Volksfest des Nordens.

Rund zehn Millionen Besucher amüsieren sich jedes Jahr auf der 1,6 Kilometer langen Dom-Meile – einer einzigartigen Mischung aus Nostalgie, kulinarischen Verlockungen und Hightech-Nervenkitzel.

Nostalgie und neuer Nervenkitzel

Es gibt die Klassiker wie die Geisterbahnen, Labyrinthe, Autoscooter, Familien-Achterbahnen und das 55 Meter hohe Riesenrad, das einmalige Ausblicke über die Hansestadt bietet.

Wer auf sein Timing achtet, kann aus luftiger Höhe sogar einem St. Pauli-Spiel zusehen. Und da sind natürlich die Buden, die den traditionellen Charme dieser XXL-Kirmes ausmachen, sie locken Besucher mit dem Duft von gebrannten Mandeln, Liebesäpfeln, frischem Schmalzgebäck und deftiger Bratwurst vom Grill. 

Und immer wieder kommen neue Attraktionen für Adrenalin-Junkies dazu – „Apollo 13“ etwa, ein 55 Meter hoher Booster, der seine Gäste auf 120 Stundenkilometer beschleunigt, Europas einzige mobile Lasertag-Arena oder den „Flasher“, eine Art 3-D-Katapult, das Mutigen in 70 Metern Höhe Schauer über den Rücken jagt.

Mit Muddi und Vaddi übern Dom, Bierchen und Currywurst

Auf dem Dom trifft man die ganze Stadt: Junge Liebespaare, die hier zum ersten Date verabredet sind, halbstarke Teenies, die versuchen, am Auto-Scooter eine lässige Figur zu machen, Rentner, die auf den großen Bingo-Gewinn hoffen, Muskel-Machos, die sich am Schießstand in Pose werfen und natürlich jede Menge Eltern, die entweder quengelnde oder Zuckerwatte vertilgende und mit Luftballons und Stofftieren bepackte Kinder hinter sich herziehen.

Und manchmal begegnest du sogar „Muddi“ und „Vaddi“, wie der Hamburger sagt, die sich ohne „Kinners“ ein Bier oder eine Currywurst gönnen.

Dreimal im Jahr, dreimal Kult

Mehr als 260 Schausteller und rund 110 Gastronomiebetriebe machen den Dom im Frühjahr (Mitte März bis Mitte April), Sommer (Ende Juli bis Ende August) und Winter (Anfang November bis Anfang Dezember) jeweils einen Monat lang zu einer Attraktion, die sich kein Hamburg-Besucher und eigentlich auch kein Einheimischer entgehen lässt.

Ein besonderes Highlight sind die großen Feuerwerke, die jeweils freitags um 22.30 Uhr die Nacht über St. Pauli in einen Farbenrausch verwandeln.

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Warum heißt der Riesen-Rummel eigentlich Dom?

Die Antwort liegt im 11. Jahrhundert. Damals trafen sich Händler, Gaukler und Quacksalber im Mariendom, wo sie Schutz vor dem offenbar schon damals berüchtigten Hamburger Schietwetter suchten. 1334 erteilte der fromme Domherr dem Gauklervolk Hausverbot. Doch daraufhin bekam er es mit erbosten Kirchgängern zu tun, die offenbar die Unterhaltung im Gotteshaus schätzten.

1337 gestattete Erzbischof Burchard den Händlern dann wieder die Nutzung des Doms – allerdings nur bei Regen, Sturm und Schnee. Als der Dom 1804 abgerissen wurde, zog der Gauklermarkt weiter, vom Gänsemarkt über den Pferdemarkt auf den Großneumarkt. Erst 1893 wurde dem Spektakel ein dauerhafter Platz zugeteilt – das Heiligengeistfeld. Seitdem kamen ständig neue Attraktionen dazu, doch der alte Name aus dem Mittelalter blieb: Dom.

Hamburger Dom: Termine 2017

Frühlingsdom 2017: 24. März bis 23. April 2017
Sommerdom 2017: 28. Juli bis 27. August 2017
Winterdom 2017: 3. November bis 3. Dezember 2017