Aus, vorbei, Feierabend! Nach 48 (!) Jahren hat die Lufthansa eines ihrer beliebtesten und zuverlässigsten Flugzeuge in  Rente geschickt: Die Boeing-737-Flotte. Ein Kinderbuch aus den 1960er-Jahren bezeichnete die Boeing 707 als den Vater und die B727 als Mutter des kleinen 737-Jets namens „Bobby“. Dieser Name hat sich durchgesetzt. „Für Lufthanseaten und Flugzeugfans ist die B737 seit jeher der Bobby. Viele Passagiere und Mitarbeiter verbinden mit diesem Flugzeugmuster eine ganz besondere Zeit“, sagt Klaus Froese, CEO Lufthansa Hub Frankfurt.
 
Im Laufe der Jahrzehnte besaß Lufthansa insgesamt 148 B737 fast aller Generationen. Mit dem Wechsel zum Winterflugplan wurden alle sechs verbleibenden B737-300 am 29. Oktober letztmalig im Liniendienst eingesetzt. Die Flugzeuge werden in den kommenden Wochen nach Florida überführt und dort weiterverkauft. Am 19. Februar 1965 bestellte Lufthansa als weltweit erster Kunde 22 Boeing 737-100. Knapp drei Jahre später, am 4. Februar 1968, landete die erste B737 der Lufthansa in Hamburg. Innerhalb kürzester Zeit wurde die B737 die feste Größe der Kurzstrecke. Neben B737-200 in verschiedenen kombinierten Passagier- und Frachtversionen, wurde 1986 die erste B737-300 an Lufthansa ausgeliefert. Sie bot im damaligen Vergleich Vorteile im Komfort, beim Treibstoffverbrauch und der Lärmentwicklung.
 
Im Mai 1988 wurden die ersten Ko-Pilotinnen auf dem „Bobby“ geschult. Die Boeing 737 war auch Zeitzeuge zur deutsch-deutschen Wiedervereinigung. So wurde der erste Flug in die damalige DDR mit einer B737 nach Leipzig durchgeführt. Wenig später, am 2. Oktober 1990, fand der erste Lufthansa-Flug mit der B737 „Sindelfingen“ nach West-Berlin statt. Im Sommer 2016 kam der B737 die letzte große Ehre zuteil. Die zur „Fanhansa“ umlackierte B737 mit der Kennung D-ABEK flog die deutsche Fußballnationalmannschaft nach Frankreich zur Fußball-Europameisterschaft. Bye, bye Bobby!