Die besten Skigebiete im Überblick | reisreporter.de

Winterurlaub: Das sind die besten Skigebiete

Skifahrer können in den Alpen zwischen Hunderten Gebieten wählen. Aber was unterscheidet Ischgl von St. Anton, Garmisch von Zermatt? Wir haben zwölf Orte getestet...

Hoch hinaus: Wer Einsamkeit will, muss kletterfit sein.
Hohe Gipfel: Wer die wirklich einsamen Skipisten und frischen Pulverschnee sucht, muss hoch hinaus.

Foto: pixabay.com/ simon

1. Alta Badia – für Geniesser

Darum muss ich da hin:

Gründe? Die zergehen einem auf der Zunge. Weil Genuss-Skifahren nirgends so wörtlich zu nehmen ist wie in der Region Alta Badia in den Südtiroler Dolomiten. Weinsuppe mit mariniertem Saibling, Tortellini mit Ziegenkäse-Ricotta an Rote-Bete-Juice – gehobene Küche zu bezahlbaren Preisen gehört hier zum Programm, das im Dezember mit der „Gourmet-Skisafari“ beginnt. Mehr als zehn Sterneköche aus den bekanntesten Skiregionen der Alpen kreieren Menüs für Hütten, die über die gesamte Wintersaison angeboten werden.

Nicht verpassen:

Ein Menü in einer der Hütten wie „Col Alt“ in Corvara oder „Ütia de Bioch“ in La Villa; ein Erlebnis ist auch die Weinsafari, bei der man die besten Weine Südtirols am Berg verkosten kann.

Gut zu wissen:

Hier sind Sterneköche wie Norbert Niederkofler die Stars, die einen Hüttenbesuch zum  Erlebnis machen.

Pistenkilometer: 130
Skipass: 52 € pro Tag

 

2. Saas-Fee – für U-Bahn-Fahrer

Darum muss ich da hin:

Um echte Berge zu sehen. Denn Saas-Fee spielt in einer eigenen alpinen Liga. Schon der Ort liegt auf 1800 Metern, direkt am Fuß der Mischabell-Gruppe. Aus ihr ragt der gewaltige Dom mit 4545 Metern in die Höhe. Dadurch liegt das Skigebiet häufig im Schatten, was es schneesicher macht.

Nicht verpassen:

Die Fahrt mit der höchsten U-Bahn der Welt, die Skifahrer auf 3600 Meter Höhe bringt. Dort oben liegt eine der größten Gletschergrotten der Erde – ein Rundweg geht durchs ewige Eis. Die Abfahrt ins Tal führt vorbei an gewaltigen Gletschereisblöcken.

Gut zu wissen:

1849 band sich Saas-Fees Dorfpfarrer zwei Bretter unter die Schuhe und fuhr in den Nachbarort, um einem Sterbenden beizustehen. So wurde Johann Josef Imseng der erste Skifahrer der Schweiz. 1984 wurde im Ort ein legendäres Video gedreht: „Last Christmas“ von Wham.

Pistenkilometer: 150
Skipass: 66 € pro Tag

 

3. St. Anton – für Freerider

Darum muss ich dahin:

Größer, weiter, schneller – das ist der Dreiklang, den sich der international so beliebte Skiort St. Anton, weithin bekannt als „Stanton“, zu eigen macht. Nach der Zusammenlegung mit Warth-Schröcken verbindet die Flexenbahn ab dieser Saison Zürs und Stuben/Rauz miteinander. Nun kann das gesamte Gebiet mit 305 Pistenkilometern auf Skiern erreicht werden. Wer St. Anton bucht, will vor allem eins: sportlich fahren, gern abseits der planierten Bahnen. Auf Freerider warten zahlreiche Off-Pisten – und ein Heer von Guides, die viel zu selten in Anspruch genommen werden. Rettungshubschrauber kreisen fast täglich über dem Vorarlberg.

Nicht verpassen:

Der „Weiße Rausch“ ist ein Extremrennen, bei dem jedes Jahr 555 Skifahrer, Snowboarder und Telemarker auf 2.700 Meter Höhe starten, um in möglichst kurzer Zeit ins Ziel zu kommen. Jeden Mittwochabend steigt am Arlberg eine gleißend helle Show, die sich der Entwicklung des Skilaufs und deren Techniken widmet. 
Dass St. Anton die „Wiege des alpinen Skilaufs“ ist, erfährt man im Heimatmuseum oberhalb der Galzigbahn. In den idyllischen Räumen werden die Geschichte des Ortes als Wintersportzentrum sowie die Mühen des Eisenbahn- und Tunnelbaus nachgezeichnet. Das Haus beherbergt auch ein Restaurant.

Gut zu wissen:

Der Hochadel wedelt gern hier, allen voran Máxima, Königin der Niederlande.

Pistenkilometer: 305
Skipass: 52 € pro Tag

 

4. Sölden – für SetJetter

Darum muss ich dahin:

Wer gern Ski fährt, wo Stars ihre Spuren hinterlassen, ist in Sölden richtig. Dort beginnt der Winter jedes Jahr mit den Größen des al­pinen Rennlaufs, die den Weltcup eröffnen. Popstars  wie David Guetta treten in Sölden auf, nicht zu toppen aber ist die Anziehungskraft, die von einem Glasbau auf 3.048 Meter Höhe ausgeht: Das Restaurant „Ice Q“ war Drehort einiger explosiver Szenen des James-Bond-Films „Spectre“.

Nicht verpassen:

Der Ausblick aus dem „Ice Q“, das wie ein Cliffhanger über dem Fels schwebt, ist atemberaubend. Ein Genuss ist auch die Küche: Serviert werden Leckereien wie Topfenmousse- Kugeln mit Haselnüssen. Filmreif ist auch das Spektakel „Hannibal“, das jedes Jahr im April aufgeführt wird. Inszeniert wird die Alpenüberquerung und die Lebensgeschichte Hannibals als modernes Märchen in 3.000 Meter Höhe unter Einsatz von Tänzern und Base-Jumpern, Paraglidern und Helikopter-Piloten. Für Skifahrer hält das Gebiet drei 3.000er-Berge bereit. Wer im Ort in die Gondel steigt, überwindet bis zum Gaislachkogel auf 3.058 Metern rund 1.700 Höhenmeter – den größten Höhenunterschied in Österreich.

Gut zu wissen:

Der James-Bond-Dreh in Sölden erwies sich als Segen für den  Tourismus. Wer braucht da noch B-Promis

Pistenkilometer: 145
Skipass: 52 € pro Tag

 

5. Kronplatz – für Eltern

Darum muss ich dahin:

Der Kronplatz im Südtiroler Pustertal ist ein Plateau, das auf 2.275 Meter Höhe einen herrlichen 360- Grad-Rundumblick auf die Dolomiten bietet. Er dient Eltern als Sonnendeck, während die Kinder in Sichtweite eine der vielen Skischulen besuchen. Das Motto „In einem Zug zum Berg“ passt, der Kronplatz hat einen Bahnanschluss. Wer bis Percha fährt, kann sofort in eine Kabine umsteigen.

Nicht verpassen:

Einen Besuch in Bruneck, der nahegelegenen Kleinstadt mit hübschen Läden; den Einstieg in die Sella-Runde; die „Silvester-Piste“, eine schwarze Abfahrt mit viel Nervenkitzel.

Gut zu wissen:

Das nach Reinhold Messner benannte Mountain Museum, wie ein Monolith auf dem Kronplatz gebaut, zeigt mit Bildern und Objekten, was den Alpinis­mus geprägt hat.

Pistenkilometer: 114
Skipass: 54 € pro Tag

Traveling with the fam to space thanks to #zahahadid ????✌️️❤️#sudtiröl ???????? #messnermountainmuseum

A photo posted by Gus Depenbrock (@gus_depenbrock) on

 

6. Ischgl - für Feierbiester

Darum muss ich dahin:

Ob Beach Boys, Robbie Williams, James Blunt oder Elton John – es sind große Namen, die Ischgl zur Entertainment-Hochburg in den Alpen machten. Zudem lebt das Bergdorf im Tiroler Paznauntal von seinem Image als Ibiza in den Alpen. Ein Muss also für Partyfans, die sich schon ab nachmittags zwischen „Kuhstall“, „Oh Schatzi“, „Madlein“ und „Champagnerhütte“ rustikal bis teuer vergnügen können.

Nicht verpassen:

Den Schneeskulpturen-Wettbewerb „Formen in Weiß“ (9.–13.1.2017). Dabei lassen zehn Bildhauer bis zu zehn Meter hohe Skulp­turen entstehen, verteilt über das gesamte Skigebiet.

Gut zu wissen:

Die vielen Après-Ski-Partys locken VIPs wie Paris Hilton, Dieter Bohlen oder die Klitschko-Brüder regelmäßig in die Tiroler Bergwelt.

Pistenkilometer: 238
Skipass: 48 € pro Tag

#ischgl wieder vorbei. Wat een feest

A video posted by Freddy Bouw (@fredbouw) on

 

7. Kitzbühel – für Promijäger

Darum muss ich dahin:

Viele nennen Kitzbühel den Parkplatz von München. Der Lieblingsort der Bayern ist mit seinen 8.331 Einwohnern ein beschauliches Nest in den Kitzbüheler Alpen, allerdings mit einer extrem großen Strahlkraft. Hier  fühlen sich alle wohl, Familien wie Singles auf der Suche, Jung und Alt.

Nicht verpassen:

Scharfe Kanten, Schussstrecken, extreme Bodenwellen – die 3,3 Kilometer lange Streif gilt auch bei Profis als die spektakulärste Abfahrtsrennstrecke der Welt. Wem das zu viel Wagnis ist, mummelt sich zu Rosi in ihre Sonnenbergstuben. Dort genießt man „des Siaße danoch“, nämlich den ebenfalls weltberühmten „Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster“.

Gut zu wissen:

In Kitzbühel trifft sich alles, was Rang und Namen und dort ein Haus hat. Ob Franz Beckenbauer, Uschi Glas oder Ralf Schumacher, es ist schwer angesagt, in Kitzbühel zu wohnen. Wer das nicht tut, pendelt einmal im Jahr zum größten VIP-Aufmarsch beim Hahnenkamm-Rennen im Januar. Mittlerweile lässt sich die Promidichte mit den Oscars in Hollywood vergleichen.
 
Pistenkilometer: 170
Skipass: 53 € pro Tag

8. Gstaad – für Elitäre

Darum muss ich dahin:

Sie sind Oligarch? Leider nein? Euro-Lotto-Jackpot-Gewinner? Auch nicht? Na, dann müssen Sie streng genommen nicht nach Gstaad. Der westlich vom Genfer See liegende Ort sieht sich,was den Glamour betrifft, auf Augenhöhe mit Saint-Tropez und den Hamptons. Das einheitliche Ortsbild wird von schönen Holz-Chalets geprägt. Ist ja vielleicht doch ein Grund, Gstaad einmal näher kennenzulernen: Wo sich Könige und Milliardäre die Skier unter die Füße spannen, kann es so hässlich nicht sein.

Nicht verpassen:

Rund um Gstaad und der Nachbargemeinde Schönried verlaufen viele der Pisten entlang sanft geschwungener Berge. Doch die Gemeinde hat auch ein Gletschergebiet, das sich Glacier 3.000 nennt. Adrenalin-Junkies können hier über eine 100 Meter lange Hängeseilbrücke schlendern, die zwei Gipfel miteinander verbindet.

Gut zu wissen:

Das Elite-Internat Le Rosey verlegt seinen Betrieb im Winter vom Genfer See nach Gstaad. Hier werden die Kinder des Adels und der Wirtschaftsbosse dieser Welt ausgebildet. Schlagzeilen in den bunten Blättern machte Gstaad Anfang des Jahres, als sich Kate Moss bei einem Sturz am Knie verletzte. Der Regisseur Roman Polanski besitzt hier ein Chalet, die Monegassen, Madonna und Modeschöpfer Valentino sind häufig zu Besuch.

Pistenkilometer: 220
Skipass: 57 € pro Tag

 

9. Zermatt – für Höhenflieger

Darum muss ich dahin:

In der Modewelt würde man von Idealmaßen sprechen. Denn das Matterhorn gilt für Alpinisten als schönster Berg der Erde. Ein Felszahn, 4.478 Meter hoch. Zermatt liegt am Fuße dieses Monolithen. Von vielen Punkten des Skigebiets, das mit unglaublichen 360 Pistenkilometern wirbt, bieten sich überwältigende Blicke. Zum Beispiel vom Gipfel des Bruderbergs, dem Klein Matterhorn. Auf ihm befindet sich Europas höchstgelegene Seilbahnstation (3.883 Meter).

Nicht verpassen:

Den Sonnenaufgang im Hochgebirge. Das Kulm-Hotel auf dem Gornergrat steht auf 3.100 Metern. Gäste können mit einer Zahnradbahn hinauffahren. Aber Vorsicht: Die Luft hier oben ist dünn. Zu empfehlen ist auch ein Spaziergang durchs autofreie Zermatt. Im alten Dorfteil sind alte Stadel und Speicher erhalten, einige 300 Jahre alt.

Gut zu wissen:

Julia Roberts und Robbie Williams genossen hier schon unbeobachtete Skitage. Wer im Rampenlicht stehen will, fährt nicht nach Zermatt.

Pistenkilometer: 360
Skipass: 72 € pro Tag

 

10. Garmisch – für Ausflügler

Darum muss ich dahin:

Von München aus fährt die Bahn in etwas mehr als einer Stunde bis Garmisch-Partenkirchen. Perfekt für Tagesbesucher, die auf den drei Bergen rund um Garmisch bleiben wollen (Kreuzeck, Hausberg und Alpspitze). Oder aber ein paar Kilometer weiter auf die  Zugspitze fahren.

Nicht verpassen:

Die 3,3 Kilometer lange Ski-Weltcup-Strecke  ist besser unter dem Namen Kandahar- Abfahrt bekannt. Der untere Abschnitt mit 92-prozentigem Gefälle trägt den Namen „Freier Fall“. Hier testen auch ambitionierte Amateure ihr Können. Wer Lust auf einen skifreien Tag hat, wandert durch die  bis zu 70 Meter tiefe Partnachklamm, zehn Gehminuten von Garmischs Olympiaschanze entfernt. Die Wasserfälle der Klamm frieren im Winter zu bizarren Ge­bilden.

Gut zu wissen:

Ski-Legende Rosi Mittermaier, ihr Ehemann Christian und Sohn Felix Neureuther sind hier zu Hause.

Pisten­kilometer: 60
Skipass: 42 € pro Tag (Garmisch Classic), 44,50 € pro Tag (Zugspitze) // zugspitze.de

Schee langsam langen Turnschua echt nimmer!????????❄ #alpspitze #snow #winteriscoming

A photo posted by Yolodo Ben-Dan (@yolodoben) on

 

11. Balderschwang – für Sparfüchse

Darum muss ich dahin:

Das Skigebiet Balderschwang im Allgäu, südlich von Kempten, wird auch Bayrisch-Sibi­rien genannt. Im Schnitt können Urlauber hier an 120 Tagen pro Saison Ski fahren. Sechs bis acht Meter Schnee fallen pro Jahr. Nicht schlecht für eine deutsche Region, die gerade einmal 1.500 Meter hoch ist. Mit seinen 319 Einwohnern gilt Balderschwang immerhin als höchstgelegene Gemeinde Deutschlands (1.044 Meter).

Nicht verpassen:

Im Gegensatz zu den großen Namen im Skizirkus kommt man in Balderschwang günstig weg. Der Tages-Skipass ist mit 31 Euro preiswert im Vergleich zu vielen anderen Skigebieten. Zudem gibt es seltener Wartezeiten an den Skiliften. Die Pisten führen meist durch dichten Wald. Der legendäre Alpen-Filmer Luis Trenker lobte das Riedberger Horn einst als schönsten Skiberg Deutschlands.

Gut zu wissen:

Die Region gilt als bodenständig. Prominenz hat der Ort dennoch erreicht, weil Balderschwang und Obermaiselstein am Riedberger Horn durch eine Skischaukel verbunden werden sollen. Das hat Umweltschützer auf den Plan gerufen.

Pistenkilometer: 30
Skipass: 31 € pro Tag

 

12. Wengen – für Ehrfürchtige

Darum muss ich dahin:

Kennen Sie die gigan­tische Eismauer in der Fantasy-Serie „Game of Thrones“? Nun ja, die Eiger-Nordwand ist noch eine Nummer krasser. 1.800 Meter ragt sie steil über dem Jungfrau-Skigebiet auf, zu dem Wengen gehört. Zusammen mit der Jungfrau und dem Mönch bildet sie eine der berühmtesten Alpen­kulissen.

Nicht verpassen:

Einen Ausflug zum Jungfraujoch. Auf 3.400 Metern haben Besucher (es sind vor allem Asiaten) einen traumhaften Blick auf den Aletsch, Europas größten Gletscher. Die Fahrt dorthin mit der Zahnradbahn führt an der Station Eigerwand vorbei, an der sich Europas höchste Patisserie befindet.

Gut zu wissen:

Die Skifahrer-Elite trifft sich jährlich zum Lauberhorn-Rennen (2017: 13.–15.1). Es ist mit viereinhalb Kilometern die längste Strecke im Skiweltcup, auf der Legenden wie Toni Sailer und Alberto Tomba glänzten. 2015 gewann Felix Neureuther den Slalom.

Pistenkilometer: 165
Skipass: 58 € pro Tag

 

 

 

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