Teil 2: Patagonien und Feuerland
... aus der Reihe: „5 Orte, die du in Chile sehen musst"

Gletscher und Wüste – das Land der Extreme

Mit einer Länge von über 4300 Kilometern von Nord nach Süd und einer durchschnittlichen Breite von 180 Kilometern von den Anden im Osten bis zum Pazifischen Ozean im Westen, bietet Chile atemberaubende Naturkontraste. Im Norden noch in der Wüste zu Besuch, so findet man sich umgeben vom endlosem Eis der Gletscher, kargen Steppen und imposanten Bergwänden im Süden des Landes wieder. Das raue Klima dieser Region tut der Schönheit der Landschaft allerdings keinen Abbruch. Im Gegenteil! Einer der beliebtesten Nationalparks in Chile, „Torres del Paine“, lädt seine Besucher in eine atemberaubende Naturkulisse ein.  

Patagonien: Wo in 5 Minuten 4 Jahrszeiten stattfinden.
Schroffe Felsen, raues Klima, karge Landschaft, Wetterumschwünge: Patagonien. Foto: Julia Jerg

Aufbruch in Argentinien, dann quer über den Kontinent

Meine Route begann dieses Mal am „Ende der Welt“, im argentinischen „Ushuaia“. Von dort aus begab ich mich im Zickzack-Modus zwischen Argentinien und Chile gen Norden. Eine komplette Seite in meinem Reisepass füllte sich mit argentinischen und chilenischen Stempeln auf dem Weg zurück nach Santiago de Chile. Über Punta Arenas gelange ich zunächst aber mit einer Kombination aus Bussen und Fähren nach Puerto Natales und von dort aus in den Nationalpark „Torres del Paine“. 

Karges Land, große Emotionen: Patagonien.
Unberührtes Land: Patagonien ist in einem Augenblick weich und einladen, im nächsten hart, eiskalt und lebenswidrig. Foto: Julia Jerg

Der einzigartige Park wurde im Jahr 1978 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Er gibt einen hervorragenden Einblick in die vielfältige Natur Patagoniens und umfasst türkise bis tiefblaue Lagunen, karge Steppen bis tiefe Wälder, beeindruckende Gebirgszüge, mächtige Gletscher und reißende Flüsse. Wer Glück hat kann sogar Guanakos (südamerikanische Kamelart), Pumas, Graufüchse und verschiedene Vogelarten wie Adler sichten.

Guanakos: Ähnlich wie Alpakas, aber nicht das gleiche.
Das Guanako ist in Patagonien heimisch: Es ist eine Kamelart, dem Alpaka sehr ähnlich. Foto: Julia Jerg

Per Bus durch menschenleere Regionen

Auch wenn die Bus-Fahrten durch Patagonien oft mehrere Stunden dauern und an manchen Stellen recht holprig sein können, ist die Landschaft die man durchquert einfach atemberaubend. Und die Fahrtpreise sind im Vergleich zu den Flügen unschlagbar: Von Punta Arenas nach Puerto Natales (Fahrtzeit circa 3 Stunden) bezahlt man rund 8 Euro. Im Vergleich dazu kosten Flüge vom argentinischen Ushuia nach Punta Arenas dagegen rund 800 Euro. Innerhalb Chiles sind die Flüge zwar günstiger, aber nur längere Distanzen von Punta Arenas nach Puerto Montt beispielsweise werden angeflogen. Wählt man dieses Transportmittel überspringt man den besten Teil der Region.

Mit der Fähre oder dem Bus kommt man in Patagonien am schnellsten von A nach B.
Fähren sind gute Verkehrsmittel in Patagonien, da das Land von zahlreichen gigantischen Seen durchzogen ist. Foto: Julia Jerg

Der richtige Zeitraum entscheidet

Wer seinen Besuch nach dem Wetter richten kann, sollte sich für Patagonien und generell Südamerika unbedingt die Monate von November bis Februar vornehmen. Von März bis Oktober sind die Herbst- und Wintermonate, die von kräftigen Regenfällen und niedrigen Temperaturen geprägt sind. In den Grenzmonaten März und Oktober musst du vor allem in Patagonien mit drastischen Wetterumbrüchen rechnen: Bei meiner 5-Tages-Tour durch „Torres del Paine“ empfingen uns am ersten Tag noch herrlicher Sonnenschein, blauer Himmel und T-Shirt-Temperaturen. Doch als wir am nächsten Morgen aus unseren Zelten krochen fanden wir uns in einer mit Neuschnee bedeckten Winterlandschaft wieder. 

TIPP: Die Wanderwege im Nationalpark „Torres del Paine“ sind zwar gut ausgeschildert, doch im Falle von überraschenden Klimaänderungen ist es zu empfehlen in Begleitung eines erfahrenen Tour-Guides zu wandern.

Empfehlenswerte Stopps in Patagonien und Feuerland:

  • Geführte Tour in „Torres del Paine“

  • Punta Arenas

  • Besuch des Grey Gletschers, der auf die Hartgesottenen am Ende der komplett vollendeten W-Wanderroute im „Torres del Paine“-Park wartet.

Notiz:

  • Chile liegt auf der Südhalbkugel, die Jahreszeiten sind also spiegelverkehrt!

  • Je nach Reiseroute an Winter-, Regen- und Sommerkleidung denken!

  • Kulinarische Checkliste: Pisco Sour, Chicha, Porotos, Cazuela, Humitas, Pastel de Choclo, Asado, Sopaipilla, Pebre, Empanadas 

  • Sich in Regionen mit höherer Lage auf Höhenkrankheit vorbereiten. (siehe Teil 1)

 

Alle Episoden findest du hier:

 

... Teil 1: San Pedro de Atamaca

... Teil 2: Patagonien und Feuerland

... Teil 3: Teil 3: La Araucania

... Teil 4: Elqui-Tal (Valle del Elqui)

... Teil 5: Valparaíso und Viña del Mar