Hamburg: 10 Highlights am Hafen

Der Hamburger Hafen ist die größte Attraktion der Stadt, das Tor zur Welt und Touristenmagnet. Sein Flair macht Hamburg einzigartig. Hier sind – jenseits von Landungsbrücken, Speicherstadt und Fischmarkt – zehn Hafen-Highlights für Landratten.

Spaziergänger genießen die Abendsonne am Hamburger Elbstrand mit Blick auf Blohm & Voss.
Spaziergänger genießen die Abendsonne am Hamburger Elbstrand mit Blick auf Blohm & Voss.

Foto: imago/Hoch

1. Veddeler Fischgaststätte

Die Traditionskneipe „Veddeler Fischgaststätte“ zwischen Gleisen und Fernverkehr ist legendär: Der Fischbratofen ist Baujahr 1947, das Rezept für die großartige Bratfisch-Panade von 1932 – und bis heute streng geheim. Die Einrichtung, inklusive Flipper und Resopaltischen, sieht immer noch aus wie in den 50er Jahren. Hier gibt es Hamburgs besten Backfisch – und Benimmregeln für die Gäste.

Der größte Fehler: Sich einfach an einen Tisch zu setzen. Denn Chefin Marion Götsche stellt klar: „Man wartet, bis man platziert wird.“ Regel Nummer zwei: „Man isst alles auf, was auf den Teller kommt.“ Das allerdings fällt den wenigsten Gästen schwer, die oft schon eine Viertelstunde Schlange stehen, bevor die Fischgaststätte unter der Woche um 11 Uhr geöffnet wird. 

„Veddeler Fischgaststätte“,  Tunnelstraße 70, 20539 Hamburg | Montag bis Freitag 11 bis 17.45 Uhr

 

2. Rethebrücke

Europas größte Klappe: Die neue Rethebrücke wurde im Sommer 2016 eröffnet und ersetzt ihren Vorgänger aus den 30er Jahren. Mit 104 Metern Spannweite ist sie die größte Klappbrücke Europas. Wenn die beiden Fahrbahnen jeweils über 50 Meter in den Himmel ragen, wirken sie wie Monumente. Links und rechts liegen die massiven Kali- und Getreidespeicher und sorgen für echtes Hafen-Feeling.

Der beste Aussichtsplatz ist der hinter dem Greenpeace-Lager liegende Rethe-Anleger, von dem aus sogar die Elbphilharmonie zu sehen ist. Die Rethebrücke überquert die Rethe an der Mündung in den Reiherstieg.  

 

3. Aussichtspunkt Steinwerder

Wer Hamburg abseits der ausgetretenen Touristenpfade und ohne lange Warteschlangen sehen und fotografieren möchte, muss erst mal unter die Erde – besser gesagt: unter die Elbe. Durch den denkmalgeschützten Alten Elbtunnel gelangst du nach Steinwerder. Von dort eröffnet sich der schönste Blick auf die Skyline der Stadt: Gegenüber die Landungsbrücken mit den Museumsschiffen, dahinter die tanzenden Türme, die Speicherstadt und die Elbphilharmonie. 

Und dazwischen kreuzen auf der Elbe Fähren, Barkassen und Schlepper vor der Stadtkulisse. Kein Wunder, dass mancher hier länger auf der Kaimauer sitzt und schaut, als eigentlich geplant. Wenn du gerne gehst, kannst du anschließend um den Fährkanal herumlaufen und kommst dann über den Strand zum Theater am Hafen. Von dort kannst du mit der Fähre zurückfahren. 

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4. Kaffeegarten Schuldt

Kaffee trinken wie früher die Hanseaten: In dem idyllischen Kaffeegarten Schuldt im Elbhang gibt es seit 1877 hausgebackenen Kuchen und dazu einen fantastischen Blick über die Elbe. Schon lange ist das Ausflugslokal im Blankeneser Treppenviertel beliebtes Ziel nicht nur für Hamburger, sondern für Touristen aus aller Welt. Trotzdem hat sich das Schuldt mit seinen 145 Plätzen unter wildem Wein sein ursprüngliches Flair erhalten.  

„Kaffeegarten Schuldt“ | Sülbergterrasse 30, 22587 Hamburg | 1. Mai bis 1. Oktober Dienstag bis Freitag 14 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 13 bis 20 Uhr, in der Winterzeit nur Freitag bis Sonntag 13 bis 18 Uhr 

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5. „Café Entenwerder 1“

Die Wahrscheinlichkeit, in Rothenburgsort Touristengruppen zu begegnen, ist extrem überschaubar – obwohl der Stadtteil gerade einmal zwei S-Bahnstationen vom Hauptbahnhof entfernt ist. Ein Besuch hier lohnt allein wegen des „Café Entenwerder 1“, das seine Adresse im Namen trägt. Die schwimmende Gastro-Insel auf einem Ponton in der Norderelbe ist eine echte Großstadt-Oase mit spektakulärem Blick auf Hafenindustrie-Romantik und die Elbbrücken. Und nebenbei gibt es hier richtig gutes Essen.

Bei ihrem Angebot setzen die Betreiber auf regionale Anbieter: Der Kaffee kommt von „Public Coffee“ aus der Neustadt, das Craft-Bier von der Kehrwieder-Kreativbrauerei und die Weine von „Wein & Boules“ aus dem Schanzenviertel. Sehenswert ist auch der Entenwerder Park, durch dessen idyllisches Grün die Anreise zum Cafe führt. 

„Café Entenwerder 1“, Entenwerder 1, 20539 Hamburg | Montag bis Freitag 12 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr

 

6. Internationales Maritimes Museum

Das größte Marine-Museum der Welt ist im ältesten erhaltenen Gebäude der Hamburger Speicherstadt untergebracht. Das Angebot ist so umfangreich, dass Besucher sich vorher überlegen sollten, was sie sehen wollen. Auf zehn „Decks“ genannten Stockwerken werden Einsichten in 3.000 Jahre Seefahrt gezeigt. Insgesamt gibt es 36.000 Schiffsmodelle in unterschiedlichsten Größen, 5.000 Gemälde und 500.000 Fotos und zahlreiche andere maritime Exponate.

Kinder lieben Deck 2 (Piraten) und das „Schwimmende Klassenzimmer“, in dem ein sechs Meter langes Modell des Kreuzfahrt-Riesen „Queen Mary 2“ aus über einer Million Legosteinen nachgebaut wurde. Erwachsene sind vom Schiffsführungssimulator auf Deck 1 beeindruckt, auf dem sich ein 300 Meter langer Container-Gigant durch verschiedene Gewässer steuern lässt.

„Internationales Maritimes Museum“ | Kaispeicher B, Koreastraße 1, 20457 Hamburg | Täglich 10 bis 18 Uhr 

 

7. Strandperle

Füße im Sand, Bier in der Hand: Die Strandperle kennt wirklich jeder Hamburger. Seit Anfang der 70er Jahre ist die Mutter aller Beachclubs ein gleichbleibend populäres Ausflugsziel. Für Hanseaten fühlt sich der Elbstrand hier ein wenig wie die Copacabana an, der Blick über den breiten Strom auf die gegenüberliegenden Hafendocks löst Urlaubsgefühle aus, die großen Pötte, die stromabwärts fahren wecken Fernweh. Die Speisekarte entspricht gehobenem Imbiss-Niveau, die Fischbrötchen gehören zu den besten der Stadt, dazu empfiehlt sich ein kühles Bier.

Und wenn dann abends die tiefstehende Sonne den Himmel rot färbt und auf den Containeranlagen gegenüber die Nachtbeleuchtung eingeschaltet wird, versteht man, warum Hamburger ihre Heimat die „schönste Stadt der Welt“ nennen. 

„Strandperle“ | Övelgönne 60, 22605 Hamburg | Montag bis Freitag 10 bis 23 Uhr, Samstag und Sonntag 9 bis  23 Uhr 

Perle ????⚓️

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8. Alter Schwede

Der Koloss, der aus der Kälte kam: Seit dem 6. Juni 2000 liegt der „Alte Schwede“, ein 217 Tonnen schwerer Granitfels, am Elbstrand bei Övelgönne. Deutschlands ältester Findling war im September 1999 bei Arbeiten zur Elbvertiefung in 13,50 Meter Tiefe von einem Baggerschiff entdeckt worden. Der 1,8 Milliarden Jahre alte Gigant aus schwedischem Vaxjö-Granit wurde vor 400.000 Jahren während einer Eiszeit von einem gewaltigen Gletscher aus Skandinavien an die Elbe transportiert. Das neue Hamburger Wahrzeichen lockte Touristen genauso wie Sprayer an und beflügelte auch die Phantasie der Medien. Als festgestellt wurde, dass der Findling eines Tages zehn Zentimeter in den Sand einsank, titelte die „Bild“-Zeitung: „Findling bewegte sich – will er zurück in die Elbe?“ 

Der „Alte Schwede“ liegt auf der Höhe von Schröders Elbpark am Strand. 

 

9. Museumshafen Övelgönne

Ein Muss für jeden Hafen-Fan: Das direkt am Hauptfahrwasser der Elbe gelegene Freilichtmuseum ist Liegeplatz für rund 20 alte Segel-, Dampf- und Motorschiffe. Die Oldtimer wurden alle zwischen 1880 und 1960 im Hamburger Hafen eingesetzt und teilweise in jahrelanger Arbeit sorgfältig restauriert. Der älteste deutsche Museumshafen ist besonders stolz darauf, dass alle Schiffe noch funktionstüchtig sind. Den Beweis lieferte unlängst der Schwimmkran „Karl Friedrich Stehn“. Das 1928 in Dienst gestellte Gerät hievte mit dem 80 Jahre alten und zehn Tonnen schweren Leuchtturm Pagensand 2015 mühelos die neueste Attraktion des Museums auf seinen Standplatz.

Der „Museumshafen Övelgönne“ ist öffentlich und jederzeit frei zugänglich. Da Parkplätze hier Mangelware sind, empfiehlt sich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Linienbus 112 bis Haltestelle Neumühlen oder HADAG-Fähre 62 bis Anleger Neumühlen/Museumshafen.

Das „Kleinhuis Restaurantschiff“ im Museumshafen ist auf einer 1955 gebauten ehemaligen Elbfähre untergebracht, die am Ponton direkt an der Elbe liegt. Bei gutem Wetter isst du hier auf der Terrasse oder auf dem Oberdeck, dessen Cabriodach aufklappbar ist.

Kleinhuis Restaurantschiff | Ponton Neumühlen, 22763 Hamburg | Montag bis Samstag 12 bis 21 Uhr, Sonntag 10 bis 21 Uhr 

wir machen jetzt auch selfies! #ahnma#hamburg

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10. Haifischbar

Zwischen all den Szenebars und schicken Läden an der Großen Elbstraße wirkt die „Haifischbar“ wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. In der Kneipe aus den 60er Jahren gaben sich früher Seeleute die Klinke in die Hand, Freddy Quinn sang live am Tresen, der Umgangston war rau und die Schlägereien unter Schauerleuten legendär. Heute trifft sich hier ein gemischtes, oft junges Publikum.

Die Wirt-Familie Schlufter pflegt das Image als letzte Bastion des alten Hamburger Hafens, Veränderungen sind hier nicht erwünscht. Die Musicbox wirkt antik, an der Decke hängt tatsächlich ein Hai und die Wände sind mit Seemanns-Souvenirs aus aller Herren Länder und Hans Albers in Öl dekoriert. Auf der Speisekarte suchst du vergeblich nach Modischem wie Sushi, hier gibt’s Hamburg-Klassiker wie Pannfisch, Matjes und natürlich Labskaus.

„Haifischbar“ | Große Elbstraße 128, 22767 Hamburg | Montag bis Freitag 11 bis 4 Uhr (Küche 11 bis 23 Uhr), Samstag und Sonntag 11 bis 4 Uhr (Küche 15 bis 23 Uhr)   

 

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Die Autorin
Schon mit 15 Jahren flog Bruntje Thielke für zwei Monate nach Nicaragua, wo sie unter abenteuerlichen Verhältnissen bei einer 11-köpfigen Familie wohnte. Die Reisefreude und Abente ... mehr
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