Hannover: 10 Winter-Aktivitäten | reisereporter.de

Hannover: 10 Aktivitäten für den Winter

Wenn es draußen kalt und grau wird, bedeutet das für viele netflix + chill für die kommenden 6 Monate. Es geht auch anders. Wie genau, erfährst du hier!

Spazierengehen durchs Winter-Wunder-Land: Maschpark, Maschsee und Herrenhäuser Gärten locken in Hannover
Hannover im Winter ist wunderschön zum Spazierengehen. Maschpark, Herrenhäuser Gärten und der Maschsee sind lohnenswerte Ziele.

Foto: imago/localpic

1. Indoor Soccer Park Hannover

Der Soccer Park Hannover hat zwar eine Website, die direkt aus der Hölle kommt, nichtsdestotrotz hast du in der Anlage perfekte Bedingungen für Indoor-Fußball. Besonders im Winter sind die Courts extrem beliebt, so dass du deinen Aufenthalt am besten lange vorher planst und einen Platz reservierst. Die Preise sind erschwinglich und besonders Gruppn können sich hier für wenig Geld richtig austoben.

Ein 5 gegen 5 Court kostet zur teuersten Zeit 52 Euro in der Stunde, was – durch 10 Personen geteilt – gerade einmal 5,20 Euro pro Spieler sind. Da bei den meisten Hobby-Spielern die Kondition ohnehin nur für ungefähr zwei Stunden reicht, kommt ihr mit knapp über zehn Euro also relativ günstig weg. Wer danach Hunger verspürt, kann sich theoretisch direkt vor Ort versorgen.

Die Speisekarte des Soccerparks bietet alle kulinarischen, jedoch wenig sportlichen, Kostbarkeiten der Tiefkühl-Bandbreite: Currywurst, überbackener Camembert, Pizza und Baguettes sind sehr kostengünstig zu bekommen. Das teuerste Fastfood-Gericht kostet gerade einmal 6,50 Euro (Pizza Hawaii). Wer es gesunder möchte, muss maximal einen Euro mehr zahlen: Der Chefsalat mit gebratener Hühnerbrust und Parmesan liegt bei 7,50 Euro.

Falls du deinen Geburstag oder einen anderen Anlass im Soccer Park feiern möchtest, kannst du mit der Crew Absprachen zu Paketpreisen treffen. Ein Kindergeburtstag mit insgesamt 10 Teilnehmern kostet so zum Beispiel bei einer Stunde Court-Zeit 99 Euro inkl. Getränken und Pommes.

Soccer Park Hannover GmbH | Lavaterhof 1, 30519 Hannover | Montag bis Freitag ab 14 Uhr, Samstag und Sonntag ab 10 Uhr

2. Lasertag

Lasertag-Hallen sind in Hannover in den letzten Jahren aus dem Boden geschossen – im Gegensatz zu Paintball. Wer Paintball spielen möchte, muss immer noch knapp 40 Kilometer nach Neustadt am Rübenberge fahren.

Aber zurück zum Thema: Lasertag kannst du inzwischen an vier verschiedenen Orten spielen, jeder hat seine Vor- und Nachteil und spezielle Angebote für Gruppen: Von speziellen Spielmodi, über die Verpflegung, bis zu den klassischen Gruppenrabatten oder Specials für Geburtstage ist so ziemlich alles dabei. Welches Angebot für dich am besten passt oder welche Halle für dich am günstigsten zu erreichen ist, findest du am besten selbst heraus, denn die Bandbreite ist wirklich extrem vielfältig. 

Lasertag macht auf jeden Fall einen Riesenspaß, besonders wenn du gegen enge Bekannte spielst. Im Prinzip ist gutes Lasertag inzwischen ein Real-Life-Call-of-Duty: Durch taktisch kluges und somit erfolgreiches Spiel kannst du spezielle Belohnungen, Feuermodi oder Fähigkeiten freischalten, die du anschließend einsetzen kannst. Viele der Arenen lassen sich übrigens auch exklusiv für dich und deine Gruppe buchen.

LaserTag Hannover | Davenstedter Str. 123, 30453 Hannover | Montag bis Sonntag 10 Uhr bis 0 Uhr

Lasertag Hannover FUN Center | Am Brabrinke 14, 30519 Hannover | Montag bis Donnerstag 16 Uhr bis 21 Uhr, Freitag 15 Uhr bis 0 Uhr, Samstag und Sonntag 9 Uhr bis 0 Uhr

Planet Lastertag Hannover | Kabelkamp 8, 30179 Hannover | Montag bis Donnerstag 16 Uhr bis 23 Uhr, Freitag 15 Uhr bis 0 Uhr, Samstag 12 Uhr bis 0 Uhr, Sonntag 12 Uhr bis 22 Uhr

LaserSports Lasertag Hannover | Buschkamp 86A, 30853 Langenhangen | Montag bis Donnerstag 14 Uhr bis 22 Uhr, Freitag 14 Uhr bis 1 Uhr, Samstag 10 Uhr bis 1 Uhr, Sonntag 10 Uhr bis 23 Uhr

3. Boulder-Halle "escaladrome"

Hannovers Boulder-Kletter-Halle heißt escaladrome, und der Name ist Programm: Auf über 1.000 m² Grundfläche und 600 m² Kletterfläche bietet das Areal mit 4.000 Griffen und 180 Bouldern (Kletterwegen) genug Platz, um körperlich zu eskalieren. Kein Scherz, denn Bouldern ist wirklich als Extremsport zu verstehen. Sowohl Körper als auch Geist werden hier an einem ganz normalen Nachmittag gerne mal an ihre Grenzen getrieben.

Um das Verletzungsrisiko so gering wie möglich zu halten, bietet die Crew des escaladrome Schnupperkurse an. Die kannst du entweder in einer offenen Gruppe besuchen oder, solltest du mit einem Freund oder einer Freundin kommen, exklusiv vereinbaren. Der Schnupperkurs kostet 22,50 Euro inklusive der Leihschuhe.

Für 30 Euro züzüglich des Eintritts selbst bekommst du eine Einzelstunde mit eigenem Trainer. Dieser Kurs ist eher für Kletterer mit ein wenig Erfahrung gedacht: Du kannst eigene Wünsche und Interessen anmerken, auf die im Kurs dann entsprechend eingegangen wird.

Für die Fortgeschrittenen gibt es einen sogenannten "Technikkurs": Fallen dir die meisten Boulder recht leicht, andere erscheinen dir jedoch unlösbar, ist das der richtige Kurs für dich. In Einzelbetreuung wird gezielt an deiner Technik gefeilt. Den Technikkurs gibt es dann auch noch einmal in unterschiedlichen Ausführungen. Der teuerste Technikkurs liegt bei 90 Euro, der günstigste bei 40 Euro.

Im normalen Tagesbetrieb kostet eine Einzelkarte für Erwachsene 9,50 Euro, ermäßigt 8 Euro und für Kinder 6,50 Euro.

escaladrome | Am Mittelfelde 39, 30519 Hannover | Montag bis Sonntag 10 Uhr bis 23 Uhr

Another one from our comp set last weekend! Set by @felixbrech / climbed by @jonasschoenfeld ????⚓️

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4. Karaoke

Karaoke. In der Vorstellung oft eine total witzige und coole Idee für die gemeinsame Abendgestaltung, in der Ausführung dann oft ein Mix aus Fremdscham und Guantanamo Bay. Auch in Hannover kannst du dieser großartigen Aktivität an verschiedenen Orten nachgehen: Da wäre unter anderem das Downtown, in der Nähe des Thielenplatzes und der Mini Bar. Hier ist das Ambiente relativ simpel gehalten: Eine Bühne, Text-Bildschirme, Mikros und Buch zum auswählen deines Songs an der Bar.

Viele trinken sich hier erst reichlich Mut an, bevor sie sich auf die Bühne trauen. Das Ergebnis ist entsprechend. Eigentlich vorteilhaft, denkst du dir. Könntest du so doch unter all den Schauer-Sirenen problemlos Punkte sammeln. Doch wie du schnell schmerzlich feststellen musst, liegst du damit weit daneben. Unter den Sirenen verstecken sich Schläfer. Diese Schläfer kommen irgendwann unerwartet zum Vorschein, ganz und gar nüchtern, mit selbstbewusstem Blick, sicherem Gang und ohne jedem Zittern in der Stimme. Mit einer unberuhigenden Gelassenheit bahnen sie sich ihren Weg durch die Menge, positionieren sich...

Und dann stellst du fest: Diese Person hat eine eigene Fangemeinde in der Bar. Diese Person ist vermutlich ständig hier. Diese Person kann singen. Panik macht sich breit. Aus Erfahrung können wir dir sagen: Diese Gattung ist im Downtown besonders oft anzutreffen. Unscheinbare Personen, die sich plötzlich aus der Masse abheben und dir jedes noch verbliebene Fünkchen Mut mit voller Stimme und gnadenloser Textsicherheit aus deinem, inzwischen von klitzekleinen Angstschweiß-Tröpfchen verzierten, Gesicht fegen. Während die letzten Töne verklingen, huscht dein Blick unauffällig zu den grün leuchtenden Notausgangsschildern im Raum. Dann ist es soweit: Dein Augenblick kommt, du musst auf die Bühne und stellst fest: "Ich bin auch eine Sirene."

Wo das Downtown durch Nüchternheit (also auf das Ambiente bezogen) besticht, umgarnt dich die Karaoke Bar Romantis in der Lavesstraße mit Plüsch und Kitsch. Ansonsten triffst du hier eher Jungesellenen-Abschiede, als die Profi-Performer aus dem Downtown. Neben Karaoke bietet die Bar Romantis aber auch noch eine Quiznight an. Wann welche Abendgestaltung stattfindet, erfährst du am besten auf der Website.

Wenn du eine gemütliche Pub-Atmosphäre, irisches Bier und kompetente Bedienungen magst und dazu auch noch Karaoke hören oder singen möchtest, bist du im Dublin Inn an der Marktkirche genau richtig. Jeden Montag und Freitag ab 21 Uhr geht es im hinteren Bereich der Bar hoch her. Auf einem kleinen Balkon, oberhalb der mit zunehmender Uhrzeit zunehmend jubelfreudigen Masse, kannst du zeigen, was du auf dem Kasten hast. Die Songauswahl geht hier meist mehr in Richtung Eagle Eyed Cherry, Metallica, Radiohead und Dropkick Murphys, was eine durchaus gelungene Abwechslung zu Matthias Reim, Udo Jürgens, Frank Sinatra und Helene Fischer sein kann.

Laut Internetrecherche gibt es übrigens noch eine weitere Karaoke-Bar namens "Bel Air" in Hannover. Lasst euch davon nicht täuschen. Diese hat seit einiger Zeit geschlossen.

Downtown | Prinzenstraße 8, 30159 Hannover | Dienstag bis Donenrstag 20 Uhr bis 1 Uhr, Freitag und Samstag 20 Uhr bis 3 Uhr, Sonntag 20 Uhr bis 1 Uhr

5. Ausflug zum Steinhuder Meer

Hannoveraner, die am Wochenende mal die Nase voll vom Trubel der Stadt haben, flüchten gerne ans Steinhuder Meer. Aber auch für Nicht-Hannoveraner ist ein Trip nach Steinhude oder Mardorf ein tolles Erlebnis. Das größte Binnenmeer Niedersachsens liegt etwa 40 Kilometer südwestlich der Landeshauptstadt. Zu erreichen ist es entweder mit der S-Bahn, dem Regionalexpress oder dem Auto über die Bundesstraße 6.

Das Steinhuder Meer ist nicht nur ein Ort der Ruhe: Im Sommer kannst du hier kiten, surfen oder dir ein Tret- oder Motorboot mieten. (Auch ohne Führerschein: Es handelt sich um kleine Elektromotoren.) Im Winter lädt das Binnenmeer zwischen Mardorf, Neustadt am Rübenberge und Steinhude zu schönen Spaziergängen durch winterliche Moorlandschaften, entlang von klaren und menschenleeren Stränden auf direktem Weg zum obligatorischen Aufwärmen in guten Restaurants ein. Denn das Steinhuder Meer ist vor allem bekannt für seine vielen Aal-Räuchereien und Fischrestaurants. Mehr Informationen zum Steinhuder Meer findest du hier.

#steinhudermeer #sky #skyporn #reflection #water #horizon #free

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6. Privatbrauerei Herrenhausen – Brauereiführung

Hannover hat zwei große Stadt-Brauereien: Herrenhäuser Pilsener und die Gilde-Brauerei. Die Gilde Brauerei gehört zu TCP, einem internationalen Brauerei-Konzern und gilt für viele Hannoveraner deshalb nicht als "echte hannöversche" Brauerei. Für viele, besonders jüngere Bewohner der Stadt, gibt es nur ihr geliebtes "Herri" und nichts anderes.

Das Herri und seine "Bömbchen"-Flaschenform entstammt noch der Nachkriegszeit: Die kleinen Flaschen, auch "Handgranaten" genannt, haben diese Größe, weil Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg unter englischer Besatzung war und die englischen Soldaten diese Flaschenform aus der Heimat kannten. Bis in die 90er Jahre gab es diese Flaschen noch als Zehnerträger (ja, 10) zu kaufen. Eine wunderschöne Zeit. Heute erhältst du die Flaschen noch in einigen Kneipen, am Kiosk oder als 30er Kiste im Supermarkt.

Wenn du kein Bier aus der Flasche trinken und am liebsten noch mehr Wissenswertes über Herri erfahren möchtest, gehst du entweder in eine gut sortierte hannöversche Kneipe (Was die Getränke, das Personal UND die Gäste betrifft.) und bekommst dort deinen Hannover-Schnellkurs direkt am Tresen "serviert". Oder du buchst eine Brauereibesichtigungs-Tour bei Herrenhäuser. Die Brauerei liegt im gleichnamigen Stadtteil Herrenhausen und ist bequem mit der Linie 4 oder 5 der Stadtbahn zu erreichen. Bei Herri angekommen, geht es einmal im Schnelldurchlauf durch die Entstehungsgeschichte, wobei ein kleines Quiz gespielt wird, ohne dass der Besucher es merkt. Wer alle Fragen richtig beantwortet, kommt schneller hoch ins Stübchen und hat dort dementsprechend mehr Zeit. Wozu mehr Zeit? Kommt gleich.

Nach der Geschichtsstunde geht es einmal quer durch die gesamte Produktionsstätte, bis du, nach etwa 1 1/2 Stunden, schließlich oben im Stübchen angelangst. Das Stübchen ist in Hannover legendär: Hier steht der "immerwährende Zapfhahn". Ein Zapfhahn, der – besonders zu späterer Stunde – gerne einfach mal durchläuft. Und darum geht's im Stübchen auch: Alle Produkte von Herrenhäuser (Pils, Alster, Weizen, Ice Beer) gibt es so viel du trinken magst und kannst. Dazu werden frisches Braumeister-Brot aus der nahen Bäckerei, Butterschmalz und saure Gurken gereicht.

Du siehst: Die Fragen am Anfang der Führung richtig zu beantworten lohnt sich. Da der Autor ein ehrenhafter Hannoveraner ist, verrät er dir die Antworten an dieser Stelle natürlich nicht. Nur ein kleiner Tipp: Der Wikipedia-Artikel zur Herrenhäuser Brauerei kann helfen.

Noch ein Tipp: Die guten Plätze für die Brauereibesichtigungen (heißt: Freitagabend oder Samstag tagsüber) sind sehr heiß begehrt und meist ein halbes bis dreiviertel Jahr im Voraus bereits vergeben. Es empfiehlt sich deshalb möglichst frühzeitig zu buchen. Der Preis liegt bei 12,50 Euro pro Person, die Mindestgruppengröße liegt bei 10 Personen. Solltest du zu wenig Freunde zusammen bekommen (ziemlich abwegig), dann werden du und deine Leute mit einer anderen kleineren Gruppe zusammengelegt.

#feuerwerk und #herri

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7. Zoobesuch

Der Erlebniszoo Hannover hält, was sein Name verspricht: Eine Sambesi Landschaft, die vom Expeditionsboot aus das Erkunden afrikanischer Tierwelten im Schnelldurchlauf ermöglicht, ein indisch anmutender Bereich, verträumt und romantisch wie das Dschungelbuch inklusive des Palasts des Maharadschas, welchen du für private Feiern mieten kannst, sowie die zuletzt fertig gestellte Yukon-Bay. Hierbei handelt es sich um eine, den Fischerdörfern am nördlichen Polarkreis nachempfundene, Anlage, die die regionstypischen Tiere beheimatet: Eisbären, Robben, Pinguine, Weisskopfseeadler.

Ob du im Sommer oder im Winter den Zoo Hannover besuchst, ist vollkommen egal: Beide Jahreszeiten haben ihre schönen Seiten. Die stündlichen Shows, Fütterungen und Führungen werden entsprechend der Jahreszeit verändert und angepasst. Im Winter müssen beispielsweise die Tiere der Sambesi-Tour etwas kürzer treten, während die der Yukon-Bay zu echten Stars mutieren. Besonders schön: In der Yukong-Bay kannst du durch einen gesunken Eisbrecher flanieren, während an den großflächig verglasten Außenwänden die Robben und Pinguine vorbei schießen und Eisbären gemächlich durchs Wasser ziehen.

Näher als bis zur Panzerglassscheibe möchtest du einem Eisbären vielleicht auch gar nicht kommen. Einige Tiere lassen sich jedoch auch streicheln und füttern: Im späteren Teil des Zoos bietet die Bauernhof-Landschaft um Meyers Gasthaus die Gelegenheit, Ziegen, Schafe, Schweine, Hasen und Co. einmal aus nächster Nähe zu sehen, zu füttern und zu streicheln. Das ist besonders für die kleinsten Besucher oft ein absolutes Highlight. Auch schön: Im Winter lädt der "Winterzoo" zum Schlittschuh laufen in wunderschöner Kulisse ein.

Der Zoo Hannover gehört, ganz objektiv betrachtet, zu den schönsten in Deutschland – wenn nicht sogar in Europa. So wurde er 2016 mit dem "ServiceValue Deutschlands familienfreundlichster Zoo"-Award, dem "TripAdvisor Travellers' Choice"-Award und 2014 mit dem "Parkscout Publikums Award Bester Zoo 2014" ausgezeichnet.

Doch es gibt  – bei aller Familienfreundlichkeit – einen Störfaktor: Für Familien mag der Tagesbesuch wirklich ein absolut erinnerungswürdiges Erlebnis sein, jedoch ruft der Zoo Hannover dafür auch stolze Preise ab: 25 Euro für Erwachsene, 19 Euro für 17 bis 24-Jährige sowie 17 Euro für Kinder von 6 bis 17 Jahren. Für Kurzentschlossene gibt es zwar das sogenannte Feierabend-Ticket (gültig ab 16.30 Uhr, außer an Feiertagen) welches für Erwachsene dann nur noch 9 Euro kostet. Aber Familien, die mit 2 Kindern und Hund anrücken, kostet der Spaß dann mal eben 93 Euro. Rechnet man ein Mittagessen im Zoo mit ein, sind für einen Familienausflug bereits über 100 Euro fällig.

Nichtsdestotrotz ist der Besuch absolut empfehlenswert. Nicht zuletzt, weil sich der Zoo Hannover ständig, zumindest partiell, neu zu erfinden versucht. So wird der Erlebnis-Park zum Beispiel im Herbst 2017 um eine 360°-Panorama-Attraktion des Künstlers Yadegar Asisi erweitert, welche die Besucher in eine 32 Meter hohe und 110 Meter breite Rundum-Simulation Amazoniens entführen soll. Vergleichbare Installationen in Leizpig und Berlin zogen zwischen 350.000 und 800.000 Besucher an.

8. Hannover spielen sehen

Achtung: Die nachfolgenden Zeilen unterliegen keiner journalistischen Distanz oder Objektivität. Es geht um Fußball.

Hannover, meine alte Liebe an der Leine! Manchmal geht es nicht so wie man will, so heißt es ist deiner Hymne. Und im Moment trifft das auch mal wieder auf dich zu. Klar, die zweite Liga ist attraktiver denn je: Zahlreiche Traditionsvereine spielen derzeit nicht in der ersten Bundesliga und gegen die alles dominierenden Bayern und andere Kommerzclubs hat eh keiner mehr Lust auswärts mitzufahren. Besuche bei Freunden in Bochum, mit Unterstützung der HSV-Jungs am Millerntor oder auswärts zum "geliebten" Nachbarn Braunschweig... Das alles hat seinen Reiz. Aber irgendwie ist es dann ja doch schöner, bei den "Großen" mitzuspielen. Europaleague in Madrid, Kopenhagen und Enschede oder damals die Fahrt nach Bochum, der Weg vom Bahnhof zum Stadion, eines der dramatischsten Spiele, die ich je gesehen habe mit dem erlösenden Klassenerhalt unter Slomka als Abschluss– das sind Erlebnisse, die man ein Leben lang nicht vergisst.

Und deshalb zählst du auch zu den schönsten Sachen, die man in Hannover im Winter erleben kann: Im Sommer ist es zwar nett, Nordkurve, Oberrang, T-Shirt aus und 90 Minuten nur feiern. Aber im Winter, da zeigt sich der wahre Hannoveraner! Eingepackt in Parka und Mütze, aber trotzdem in Turnschuhen, stehst du dann in N16 und stellst, wie einst Forrest Gump, fest, dass Regen sehr wohl horizontal fallen kann. Besonders dieser kleine, kalte, stichelige "Calenberger Piss", der durch Mark und Bein dringt. Aber wen stört sowas schon? Mit dir, 96, kann ich mich warmhüpfen, warmsingen, warmtrinken, warmfreuen und warmärgern. Und wenn ich es mal nicht ins Stadion schaffe oder es mir doch zu kalt wird, finde ich in einer der vertrauten Kneipen in Linden, der Nordstadt oder der Altstadt garantiert einen Platz am Tresen, wo ich dich spielen sehen kann."

Hannover 96 siehst du als Außenstehender oder frisch Zugezogener am besten von der Westtribüne aus. Die Plätze hier sind erschwinglich und noch nah genug am Geschehen: Dem Spielfeld und der Nordkurve. Wenn du etwas mehr Geld im Portemonnaie hast, sitzt du auf der Osttribüne, unterhalb oder neben den VIP-Lounges, in denen Gerhard Schröder, Georg Papenburg, Martin Kind und Dirk Rossmann verkehren.

Was das allerdings in emotionaler Hinsicht bewirkt, kann ich dir nicht sagen; ich war dort noch nie. Für die Nordkurve wird es schwer, überhaupt Karten zu bekommen. Die meisten hier sind Dauerkartenbesitzer und die anderen Tickets sind ruck-zuck im engeren Vertrautenkreis vergriffen. Außerdem geht es in den besagten Blöcken meist ziemlich heiß und emotional zur Sache: Wenn du also mit deiner Familie kommst oder etwas zarter besaitet bist, bist du hier fehl am Platz und wirst auf der West- oder Osttribüne garantiert den schöneren Fußballtag erleben.

Falls du es nicht ins Stadion schaffen solltest, ist die Klickmühle am Rande der Altstadt einen Besuch wert. Hier wird echt hannöversch gefachsimpelt, es gibt oft ein Tippspiel zum Spielverlauf, du bekommst eine der besten Currywürste der Stadt, sowie frisch gezapftes Herrenhäuser Pilsener. Wenn du also Hannover 96 wirklich hannöversch erleben möchtest ohne ins Stadion zu gehen, bist du hier genau richtig. Tipp: Sei deutlich vor dem Spiel da, eine Stunde mindestens. Du hast sonst nicht den Schimmer einer Chance, noch einen Platz zu bekommen.

Übrigens: Niemand in Hannover sagt HDI-Arena. Es heißt (und wird für immer) Niedersachsenstadion heißen. Und noch etwas: Geh sehr vorsichtig mit dem Suizid des ehemaligen 96-Torhüters Robert Enke um. Geschmacklosigkeiten zu dem Thema finden Hannoveraner – zu Recht – überhaupt nicht witzig.

„Niemals allein!"

Niedersachsenstadion (HDI-Arena) | Robert-Enke-Straße 1, 30169 Hannover | Öffnungszeiten je nach Spieltag

9. Eislaufen am Pferdeturm

Vom Fußball zum Eishockey: Wo sonst die Hannover Indians ihrem Tagewerk nachgehen, kannst du wochentags im Winter auch selbst Schlittschuh laufen. Das Eisstadion am Pferdeturm ist dann für alle „Normalfahrer" freigegeben, donnerstags sogar mit Disko. Du erreichst das Stadion mit der Linie 4 und 5 Richtung Roderbruch oder Anderten. Am Kantplatz steigst du dann aus und gehst einige Meter zurück entlang der Gleise bis zum Pferdeturm.

Am Eisstadion angelangt, hast du entweder eigene Schlittschuhe dabei oder einige Paar warme Socken, so dass du dir vor Ort Schlittschuhe ausleihen kannst. Wichtig: Nimm auf jeden Fall einigermaßen schnittfeste Handschuhe, zum Beispiel Lederhandschuhe, mit. Es soll schon wirklich unangenehme Verletzungen nach Stürzen auf der recht vollen Bahn gegeben haben, bei denen die Gestürzten schmerzhafte Fingerverletzungen davon trugen.

Sinnvoll ist auch, sich heißen Kaffee, Kakao, Lumumba oder Glühwein in einer Thermoskanne mitzunehmen. Bratwurst und Getränke gibt es zwar auch vor Ort, aber irgendwie gehört es einfach dazu, seinen Freunden bei einer Verschnaufpause auf der Tribüne mit zittrigen Händen die Becher zu füllen.

Der Eintritt kostet für Erwachsene 3,50 Euro und ermäßigt 2,50 Euro. Der Eintritt in die Eisdisko kostet 5 Euro. Die Ausleihe von Schlitschuhen kostet auch 5 Euro, das Nachschleifen ebenso.

Eisstadion am Pferdeturm | Am Pferdeturm 7, 30625 Hannover | Dienstag 15 Uhr bis 17 Uhr, Mittwoch 10 Uhr bis 13 Uhr und 15 Uhr bis 17 Uhr, Donnerstag 10 Uhr bis 13 Uhr, 15 Uhr bis 17 Uhr, 19 Uhr bis 22 Uhr Disko, Freitag 10 Uhr bis 13 Uhr und 15 Uhr bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 10 Uhr bis 12 Uhr und 15 Uhr bis 18 Uhr 

 

10. Sprengel Museum

Vom Sport zur Kunst: Das Sprengel Museum zählt zu den bedeutendsten Museen des 20. und 21. Jahrhunderts was moderne Kunst , mit Schwerpunkten wie dem deutschen Expressionismus und der französischen Moderne, betrifft. Das aus der privaten Sammlung des Schokoladenherstellers Bernhard Sprengel enstandene Museum liegt direkt am Nordufer des Maschsees und bietet auf 1.400 m² Platz für Exponate.

Von Paul Klee über Picasso, Joan Miró, Lyonel Feininger, Käthe Kollwitz, Emil Nolde und Kurt Schwitters, beheimatet das Museum bedeutende Kunstwerke der Moderne, so zum Beispiel auch von Andy Warhol. Auch die, in Hannover vor allem durch ihre Nana-Figuren am Hohen Ufer bekannte, Niki de Saint Phalle schenkte dem Museum im Jahr 2004 über 400 Kunstwerke, die alle ihre Schaffensphasen abbilden.

Die thematischen Schwerpunkte der jeweiligen Ausstellungen im Sprengel Museum wechseln natürlich von Zeit zu Zeit. Genaue Informationen dazu findest du hier. Der Eintritt kostet für Erwachsene 7 Euro und ermäßigt 4 Euro. Freitags ist der Eintritt frei.

Sprengel Museum | Kurt-Schwitters-Platz, 30169 Hannover | Dienstag 10 Uhr bis 20 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 10 Uhr bis 18 Uhr 

 

 

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