Bremen: Bonbons, Pizarro & Becks | reisereporter.de

Zeitreise Bremen: Fühlen, Schmecken, Sehen

Ob „Viertel“, Bürgerpark in der City, Weserstrand und natürlich Werder Bremen – die Stadt hat mehr zu bieten als die Stadtmusikanten.

Bremen und Weser
Bremen an der Weser

Foto: pixabay.com

Da schmeckt Geschichte

Der Bremer Marktplatz ist ein Ort, an dem man einfach gewesen sein muss. Hier schlägt das Herz der Stadt. Hier wurde gebaut, als das Stadtsäckel noch randvoll war. Von hier aus ist es nirgendwohin weit. Alle treffen sich hier – Studenten, Schüler, Familien, Rentner, Straßenkünstler, Geschäftsleute, Touris und Bettler. Und alle finden hier, was sie brauchen.

Das Geld sitzt lockerer als anderswo in der Stadt. Man trifft sich auf einen Kaffee unter einem der Sonnenschirme, sitzt gemütlich auf den Stufen des Doms, steht zum Feierabend-Bier an einem der Stände, isst Pizza.

Warum beginnst du deine Best-of-Bremen-Tour nicht hier mittendrin mit ein bisschen Geschichte und viel Geschmack? Setz Dich einfach in ein Café, bestell Dir einen Latte Macchiato und genieß' die Aussicht.

Das Rathaus mit der großen Rolandstatue, das so besonders ist, dass es 2004 von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt wurde, kannst du gar nicht übersehen. Seit über sechs Jahrhunderten fallen hinter dieser kunstvollen Fassade die Entscheidungen für die Entwicklung der ältesten europäischen Stadtrepublik. Darauf kannst du eigentlich nur eines machen: noch einen Latte trinken. 

Wünsche-Erfüller: die Bremer Stadtmusikanten

Zu den Bremer Stadtmusikanten sind es vom Rathaus aus wenige Schritte. Und wie du auch sonst zu Märchen und Mythen stehst – dieser Weg lohnt sich. Es gibt hier nämlich die Möglichkeit, schnell und simpel für die Erfüllung deines ganz persönlichen Herzenswunsches zu sorgen. Dafür musst du nur die Vorderbeine des Esels umfassen, die Augen schließen und heiß und innig an das denken, was wahr werden soll. Das war’s. Der Erfolg ist sicher. Warum sonst kämen all die Menschen Tag für Tag von überall auf der Welt in diese schattige Ecke des Bremer Marktplatzes, um dem dunklen unscheinbaren Esel seine kalten bronzenen Hufe zu reiben? 

Сегодня был Бремен

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Bunte Bonbons!

Die Böttcherstraße, die vom Marktplatz Richtung Weser führt, ist eine eigene kleine Welt mit verwinkelten Höfen, Museen, Gaststätten, Hotel und besonderen Einzelhandelsgeschäften. Über dem Eingang der etwa 100 Meter langen Straße hängt ein großes goldenes Schild. Und das ist nur der Vorbote von dem, was in der Straße wartet. Wenn du ein Kenner von Backsteinarchitektur bist, geh hin! Wenn du Dir Bremen vorstellen möchtest, wie es im Mittelalter war, geh hin! Wenn du Kunst, Kultur und besondere Geschäfte suchst, geh hin!

Aber auf alle Fälle musst du hingehen, wenn du mal wieder das Kind in dir spüren möchtest. Hier gibt es nämlich eine süße kleine Bonbonmanufaktur mit großen Schaufenstern, an denen du dir die Nase platt drücken kannst, um all die Herrlichkeiten innen zu sehen. Drinnen brauchst du deine Nase dann wieder zum Riechen – und vor allem deine Augen. Denn es verwandeln sich vor staunenden Kindern und Erwachsenen dicke Zuckermasse-Matten in bunte Bonbons. So süß, so sahnig, so intensiv. Unbedingt ein paar Gläser mitnehmen! 

#bonbon #bremen #germany

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Lichterzauber an der Schlachte

Zu den Schiffen an der Schlachte sind es von der Böttcherstraße aus nur ein paar Schritte, und deshalb solltest du diesen Abstecher auf jeden Fall machen. Am schönsten ist die Schlachte natürlich bei Nacht. Du läufst auf der Promenade direkt an der Weser entlang, Lichter spiegeln sich im Wasser, die Restaurants und Kneipen haben im Sommer Sitzplätze direkt an der Wesermauer, sanfter Wind weht von irgendwo Musik her…

 Aber auch mittags zieht es viele hin. Geschäftsleute treffen sich in den Restaurants zum Essen mit Weserblick, und die Promenade mit ihren noblen alten Patrizierhäusern ist immer einen Spaziergang wert. Wenn du Kinder dabei hast oder schon immer mal ein Schiff betreten wolltest, das einem Pipi-Langstrumpf-Film entsprungen sein könnte, darfst du keinesfalls am Dreimaster Admiral Nelson vorbeigehen. Das Segelschiff sieht aus, als würden echte Piraten darauf hausen. Aber in Wahrheit werden auf dem „Pannekoekschip“ nur Pfannkuchen aufgespießt und vernichtet. Die allerdings bergeweise… (täglich von 12 bis 21 Uhr geöffnet)  

Bremen in der Nacht . #Bremen #Nacht #Night #Lichter #Wesertower #schlachte

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Ein Bier auf der Alex

„Sail away“ – erinnerst du dich an den atemberaubenden Dreimaster mit den grünen Segeln aus der Beck’s Werbung, der zum Song von Joe Cocker über die Wellen flog? Die Alexander von Humboldt lässt es seit einigen Jahren zwar ruhiger angehen, ist aber immer noch ein prächtiger Anblick. Seit April 2015 liegt sie, umgebaut zum Gastronomie- und Hotelschiff, im Moment im Europahafen in der Bremer Überseestadt (offizielle Adresse: Konsul-Smidt-Straße 10, 28217 Bremen), ab 8. November findest du sie am Martinianleger an der Weserpromenade. Auf der Alex gibt es übrigens immer noch alle möglichen Sorten Bier. Und sie schmecken alle einfach großartig, besonders, wenn der Himmel blau ist und der Wind für eine frische Brise an Deck sorgt. Sail away – in diesen Augenblicken scheint’s möglich.

Der letzte seiner Art – Holtorfs Kolonialwarenladen

Du öffnest die Ladentür und denkst an Zeitreise: Das Interieur stammt aus dem Jahre 1903, es gibt hohe, weiße Stuckdecken und einen erdfarbenen Mosaikboden, alles original, alles wie in den alten Filmen. Hinter der Theke unter anderem 164 rechteckige Schubladen ohne Beschriftung. In den zimmerhohen Regalen stehen Gläser und Flaschen in Reih und Glied, daneben hängen Würste zum Trocknen. Auf der Theke steht eine alte cremefarbene Waage, so eine nachwippende, mit langen Zeigern.

Das Lebensmittelgeschäft „Holtorf Feinkost & Kolonialwaren seit 1874“ gilt als letzter Kolonialwarenladen in Deutschland und letzter Tante-Emma-Laden in Bremen.1973 wurden Gebäude und Einrichtung unter Denkmalschutz gestellt. Seit 2013 ist Marcus Wewer Inhaber, ein Mann aus dem Hier und Jetzt mit Schürze und viel Idealismus. Er berät seine Kunden gerne und kann zu den meisten Produkten in seinem Laden auch viel mehr sagen als nur den Preis. Seine Spezialität ist Bio-Fleisch, damit beschäftigt er sich seit 30 Jahren. Deshalb gibt es jetzt auch eine Biofleischtheke und wechselnde Spezialitäten im Angebot. Das Publikum bei Holtorfs: bunt gemischt. Die, die kommen, wollen aber nicht nur einkaufen, sondern ein echtes Kauferlebnis. Das bekommen sie auch!

Werder Bremen Fotosession

Gerade sieht es ja nicht gut aus mit Werder Bremen. Aber irgendwann treffen die Jungs von der Weser schon wieder. Und dann wollen sie alle sehen. Wenn du den Werder-Profis jetzt schon ganz nahe sein möchtest, dann schau dir doch das Training an! Es findet direkt neben dem Weserstadion statt. Zugucken ist kostenlos. Wer Glück hat, kann sogar ein Autogramm ergattern oder ein Foto mit seinem Star bekommen. Das geht so: Einfach bei Werder Bremen unter 0421/434590 anrufen und nach dem öffentlichen Training fragen. Oder den Termin nachschauen. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, solltest du spätestens 40 Minuten vor Trainingsbeginn vor der Ostkurve stehen (da sind die Umkleiden) und warten, bis ein Profi nach dem anderen eintrudelt. Meistens geben alle Autogramme, und auch ein Foto ist möglich. Tipp: Beim Vormittagstraining ist oft wenig los. 

Hopp Hopp, Piza ist wieder auf dem Feld. #Werder #Bremen #svw

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