Tausende Passagiere werden im Januar mit Einschränkungen im Flugverkehr rechnen müssen. In mehreren europäischen Ländern haben Mitarbeiter von Airlines und an Flughäfen Streiks angekündigt. 

Sicherheitspersonal an Flughäfen Berlin streikt

Der Streik von mehr als 300 Sicherheitsmitarbeitern an den Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel hat am Montagmorgen dafür gesorgt, dass 80 Flüge entweder gestrichen wurden oder verspätet waren. Die Gewerkschaft Verdi hatte die Mitarbeiter zwischen 5 Uhr und 8.45 Uhr zu einem Warnstreik aufgerufen.

Ryanair-Mitarbeiter in Spanien streiken

Rund 1.800 Kabinenpersonalmitglieder von Ryanair in Spanien sind im Januar zum Streik aufgerufen: Am Dienstag, 8. Januar, Donnerstag, 10. Januar, und Sonntag, 13. Januar, sollen sie ihre Arbeit jeweils für 24 Stunden niederlegen. 

Die Gewerkschaften USO und SITCPLA wollen damit ihren Forderungen Nachdruck verleihen, dass die weitgehend nach irischem Recht geschlossenen Arbeitsverträge der Ryanair-Mitarbeiter durch Verträge nach spanischem Recht ersetzt werden.

Das spanische Entwicklungsministerium hat Ryanair dazu verpflichtet, einen Mindestbetrieb zu garantieren. Alle Flüge innerhalb Spaniens zwischen Baleareninseln und Festland sollen stattfinden. 

Mitarbeiter der Flugsicherung streiken in Italien

Mitarbeiter der Flugsicherung in Italien (ATC) wollen am 11. Januar ihre Arbeit zwischen 12 Uhr und 16 Uhr niederlegen, das teilte die Europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt Eurocontrol mit. Auch das könne zu Flugstreichungen führen, Überflüge oder Interkontinentalflüge sollen aber nicht betroffen sein.

Streik: Haben Passagiere Anspruch auf Entschädigung?

Betroffene Passagiere können ab einer Verspätung von mehr als fünf Stunden den vollen Ticketpreis zurückfordern. Außerdem haben Fluggäste einen Anspruch auf Verpflegung am Flughafen bei einer Verspätungen von mehr als zwei Stunden und einer betroffenen Flugstrecke von mehr als 1.500 Kilometern.

Haben Passagiere außerdem Anspruch auf Entschädigung nach der EU-Fluggastrechteverordnung? 

Bezogen auf den angekündigten Streik beim irischen Billigflieger sagt Laura Kauczynski, Expertin für Fluggastrechte des Fluggasthelfer-Portals „Airhelp“: „Reisende, deren Ryanair-Flüge gestrichen werden, haben unter Umständen Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe von bis zu 600 Euro pro Person, sofern sie weniger als 14 Tage vor dem eigentlichen Abflugtermin über den Ausfall ihres Fluges informiert wurden.“ Das gelte auch, wenn der Flug das Ziel mit mindestens drei Stunden Verspätung erreiche.