Bayern versinkt im Schnee! Der heftige Wintereinbruch sorgt dafür, dass Urlauber große Probleme haben, aus den Winterferien nach Hause zu kommen. Besonders groß sind die Probleme am Flughafen München.

Dort wirbeln Schnee und Eis die Flugpläne ganz schön durcheinander: „Es sind rund 130 Flüge gestrichen worden“, sagt Airport-Sprecherin Kathrin Stangl dem reisereporter am Samstagnachmittag. 

Schneechaos am Flughafen München: 15 Prozent der Flüge fallen aus

Das sind knapp 15 Prozent aller etwa 870 für heute geplanten Starts und Landungen. 220 weitere Flüge hätten mindestens eine Stunde Verspätung. Allerdings könne sich die Zahl noch weiter erhöhen, sollte es zum Beispiel zu Schneeverwehungen kommen. 

„Unsere Kollegen vom Räumdienst sind seit dem frühen Morgen kontinuierlich am Räumen“, so Stangl. Das Problem: „Wir haben zwei Bahnen zum Starten und Landen.“ Aktuell könne immer nur eine genutzt werden, da im Wechsel geräumt werde. „Während des Vorgangs wird die Bahn für rund 30 Minuten gesperrt“, sagt Stangl.

Hinzu komme, dass die Sicht bei starkem Schneefall schlecht sei. Daher vergrößere die Flugsicherung den Abstand zwischen Starts und Landungen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Außerdem müsse aufgrund der Temperaturen aktuell jede Maschine vor dem Start enteist werden.

Ob sich die Lage am Sonntag beruhige, könne sie noch nicht absehen, so die Sprecherin.

Lufthansa muss die meisten Flüge streichen

Am stärksten von den Annullierungen betroffen ist die Lufthansa. Deutschlands größte Airline witzelte auf Twitter: „Wir holen die Schneeschaufeln raus und geben unser Bestes.“ Fluggäste sollten sich aber darüber informieren, ob ihr Flug stattfinde oder nicht. 

Schnee sorgt für Flugausfall: Die Rechte der Passagiere

Passagiere haben bei einem Flugausfall oder einer Verspätung von mehr als drei Stunden Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung – der Betrag liegt je nach Flugstrecke zwischen 250 und 600 Euro. So sieht es die EU-Fluggastrechteverordnung vor.

Aber: „Die Fluggesellschaften können sich von der Zahlungspflicht entlasten, wenn sie sich auf außerordentliche Umstände beziehen können“, erklärt Reiserechtsanwalt Paul Degott. Bei extremen Wetterlagen handelt es sich um außergewöhnliche Umstände, daher gilt der Anspruch in diesem Fall eher nicht.

Die Airlines sind jedoch nach der EU-Fluggastrechteverordnung dazu verpflichtet, gestrandete Passagiere zu betreuen – unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle verantwortlich ist.

Sie müssen für Verpflegung (Mahlzeiten und Erfrischungen) sorgen. Und wenn sich der Flug auf einen anderen Tag verschiebt, muss die Airline oder der Reiseveranstalter die Hotelkosten tragen.

Staus auf den Autobahnen wegen der Schneefälle in Bayern

Nicht nur Fluggäste, auch Autofahrer auf dem Rückweg aus den Winterferien in den Alpen brauchen wegen des heftigen Wintereinbruchs viel Geduld brauchen. Auf den Autobahnen 8, 93, 95, 96 und 99 um München herum bildeten sich am Samstag etliche Megastaus mit bis zu 30 Kilometern Länge. Das berichtet der „Bayerische Rundfunk“. Es gab Dutzende Unfälle auf glatten Straßen.

Für Sonntag wird eine ähnliche Situation erwartet. Der Deutsche Wetterdienst gab eine Unwetterwarnung für den Bayerischen Wald sowie den Alpenrand heraus. Erwartet werden heftige Schneefälle und Schneeverwehungen. Bis Montag könne es bis zu 50 Zentimeter Neuschnee geben, am Alpenrand sogar bis zu einem Meter. 

Schnee sorgt auch bei der Deutschen Bahn für Verspätungen

Auch bei der Deutschen Bahn gibt es Probleme. Auf Twitter teilte sie mit: „Aufgrund des starken Schneefalls in den südlichen Teilen Bayerns und den angrenzenden Regionen kann es zu Verspätungen kommen.“ Betroffen sind sowohl der Fern- als auch der Nahverkehr.