Tropensturm „Pabuk“: Diese Rechte haben Thailand-Urlauber

Tropensturm „Pabuk“: Was Thailand-Urlauber wissen müssen

Tropensturm „Pabuk“ trifft Thailand ausgerechnet zur Hochsaison. Der Flughafen von Koh Samui ist geschlossen, der Fährverkehr eingestellt. Welche Rechte Urlauber jetzt haben, weiß der reisereporter.

Der Süden Thailands bangt vor Tropensturm „Pabuk“.
Der Süden Thailands bangt vor Tropensturm „Pabuk“.

Foto: twitter.com/Adrian Love

Rund 30.000 deutsche Urlauber sind aktuell in Thailand, es ist Hochsaison. Ein Teil von ihnen ist in den von Tropensturm „Pabuk“ potenziell betroffenen Regionen unterwegs. Reisende müssen mit Beeinträchtigungen im Fähr- und Flugverkehr rechnen.

Alle Flüge zum Airport von Koh Samui wurden gestrichen, die Airports in der Region Nakhon Si Thammarat und Surat Thani sind aktuell geschlossen. Was bedeutet das für Urlauber? Der reisereporter beantwortet die wichtigsten Fragen.

Der wichtigste Tipp vorweg: Urlauber sollten sich in jedem Fall mit dem Reiseveranstalter in Verbindung setzen, denn der hat die Pflicht, die Urlaubsregion zu beobachten und die Reisenden zu informieren.

Flug gestrichen: Habe ich Anspruch auf Entschädigung?

Fluggäste haben bei einem Flugausfall oder einer Verspätung von mehr als drei Stunden nach der EU-Fluggastrechteverordnung Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung – der Betrag liegt je nach Flugstrecke zwischen 250 und 600 Euro.

Aber: Der Anspruch gilt nicht immer, so Reiserechtsanwalt Paul Degott. „Die Fluggesellschaften können sich von der Zahlungspflicht entlasten, wenn sie sich auf außerordentliche Umstände beziehen können.“ Und die gelten, wenn eine Airline beweisen kann, dass sie einen Airport nicht anfliegen kann, weil er etwa wegen des Tropensturms geschlossen ist.

Flug gestrichen: Das muss die Airline tun

Reisende haben aber immer das Recht, den Flug kostenlos zu stornieren und den Flugpreis zurückzufordern, wenn die Verspätung mindestens fünf Stunden beträgt. 

Außerdem sind Airlines nach der EU-Fluggastrechteverordnung dazu verpflichtet, die gestrandeten Kunden zu betreuen – und zwar unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist. 

Die Fluggesellschaften müssen für Verpflegung (Mahlzeiten und Erfrischungen) sorgen. Und wenn sich der Flug auf einen anderen Tag verschiebt, muss die Airline oder der Veranstalter die Hotelkosten tragen.

Und wenn sich die Abreise aus Europa wegen „Pabuk“ um mindestens einen Tag verzögert, darf der Urlauber von der Reise zurücktreten – ohne Stornierungskosten.

Kann ich meine Thailand-Reise kostenlos stornieren?

Wer eine Pauschalreise in den Süden von Thailand gebucht hat und sie jetzt nicht mehr antreten will, kann seinen Rücktritt vom Vertrag erklären, so Reiserechtsanwalt Paul Degott. Allerdings kann der Reiseveranstalter grundsätzlich Stornokosten verlangen.

Anders sieht es aus, wenn die Infrastruktur am Urlaubsort konkret beeinträchtigt ist. Wenn zum Beispiel das Hotel zerstört oder nicht erreichbar ist, alles unter Wasser steht oder es keinen Strom beziehungsweise kein fließendes Wasser gibt, dann können Pauschalurlauber ihre Reise kostenlos stornieren.

Individualreisende buchen hingegen das Risiko mit – sie können nur auf die Kulanz von Hotelinhaber und Airline hoffen.

Ich will nach Koh Samui und hänge in Bangkok fest – welche Rechte habe ich?

Typischerweise fliegen Thailand-Urlauber zuerst nach Bangkok, und von dort geht es weiter auf die Urlaubsinseln. Aber: Alle aktuellen Flüge nach Koh Samui wurden gecancelt. „Der Reiseveranstalter bleibt jedoch bei einem Zwischenstopp in der Leistungspflicht“, so Degott.

Wenn Urlauber in Bangkok gestrandet sind und beispielsweise nicht weiter nach Koh Samui kommen, sondern stattdessen in einem Hotel ausharren müssen, können sie auf eine Alternative bestehen oder die Reise abbrechen. Der Reiseveranstalter müsse dann für den Rücktransport sorgen, und der Urlauber hat Anspruch darauf, den Reisepreis zu mindern. 

Das gleiche Recht haben Urlauber auch, wenn ihnen eine Alternative angeboten wird. Denn bei dieser handelt es sich nicht um den gebuchten Wunschurlaub.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Zur
Startseite